Hamburg tanzt
tanznetz ist ab Sonntag auf der Tanztriennale mit einem Blog dabei
Sonntag, 14. Juni 2026
15:50 Gras
Choreografin Patricia Carolin Mai und ihre Tänzer*innen von der MAI:COMPANY lotsen die Paradeteilnehmenden durch den Park und animieren mit der einfachen Kopf-Schulter-Bewegung gleich auch zum Mitmachen. Auf der großen Wiese mit malerischem Blick aufs Planetarium lösen sich nun die Grenzen zwischen Zuschauenden und Tanzenden auf. Ob mit einfachen Schwing-Bewegungen oder Kontaktimprovisationen via Ellbogen. Dazu gibt es Trommeln, Trommeln und Trommeln. Schon bald tanzt eine Jugendgruppe im Reigentanz, Paare finden und trennen sich, alles ist in Bewegung und springt auf dem grünen Gras umher. Vom Grau der Stadt, vom Museum der Arbeit (ausgerechnet!) geht der Weg ins grüne Paradies, ins kollektive Fest. Tanzen alle mit? Nein! Aber die, die tanzen, das sind die Richtigen. Mutig, Couragiert. Voll Freude. In Bewegung. (ti)
15:15 Sand
Fast das große Finale: Im Stadtpark angekommen bildet sich auf dem großen Sandplatz eine große Freifläche. Hier nun bricht das Triennale-Publikum in das sonntägliche Publikum im Hamburger Stadtpark. Ganze Familien sammeln sich um die Energieausbrüche auf dieser, nun ja, Bühne zu bestaunen, wo nacheinander Irish-Walk, Bollywood-Sounds und Michael Jackson aus den mobilen Boom-Boxen ertönen, die unumgänglich sind bei diesem Event, und es gilt: Je größer, desto besser. Auch für die Mittanzenden bietet sich hier die Möglichkeit, die Stile der anderen einmal zu begutachten – und zu bejubeln. Doch vier Trommeln und eine ganze Reihe von Tänzer*innen mit einer Art umgebunden Rock-Tuch brechen jäh in diese Harmonie. Mit zuckenden Kopf- und Schulterbewegungen bedeuten sie den Umstehenden zu gehen und einmal den großen Teich zu umrunden. Auf zum letzten Akt (ti)
Eindruck von der City-Parade der Tanztriennale 2026
14:45 Asphalt
Die Stimmung ist gut, auf der Asphaltstraße können alle so richtig ihre Moves entfalten. Cheerleader wirbeln sich und ihre Pomp-Pomps umher, Salsa-Paare drehen so richtig auf, und die Partyanimals von Las Divas oder dem Liminal Lab drehen so richtig. Die Vielfalt macht Spaß, auch wenn sich der Zug stellenweise ganz schön auseinanderzieht. Beste Beobachtungspunkte sind der Kreisel am Osterbeckkanal und die Kreuzung Hufnerstraße/Wiesendamm, wo sich entsprechend auch ein entsprechendes Publikum versammelt hat und die Amateure abfeiert. Auch an den Fenstern der Barmbeker Backsteinbunker, welche die Strecke säumen, finden sich hier und da entzückte Zaungäste. Eine junge Frau tanzt am offenen Fenster gar begeistert mit. Kann Hamburg Stimmung? Beim Tanz auf jeden Fall. (ti)
14:15 Kopfsteinpflaster
Vor dem ehemaligen Bohrkopf zum Elbtunnel haben sich die Tanzgruppen in einer langen Reihe versammelt und scharren mit den Hufen nach den kurzen Eröffnungsworten von Gwen Hsin-Yi Chang und Monica Gillette. Außerdem sprechen noch die beiden künstlerischen Leiterinnen der heute zu Ende gehenden Fotografietriennale. Also los. Doch die Polizei sagt nein, erst muss noch die Route bis in den Stadtpark gesichert werden. Derweil verschaffen sich auch die Tänzer*innen der Contemporary Dance School Hamburg Platz. Wer braucht schon Tanzboden, wenn es auch auf gutem altem Kopfsteinpflaster geht. An die 50 Beteiligten legen los und zeigen, was hier in Hamburg so alles geht. In der ersten Reihe versucht ein Kind sogar, alle Bewegungen nachzutanzen. Die Parade ist gestartet, nach und nach präsentieren sich die 550 Teilnehmenden aus 28 Gruppen: Ukrainische Folklore, Hip-Hop, Zeitgenössisches mit Saxophon, Samba, arabische und indische Tänze und auch der klassischer Turnier- und Jazzdance folgen dicht auf dicht, und alle bekommen ihren Jubel, bis schließlich „Die Antwort“ mit ihrem Fahrrad-DJ den Reigen abschließt. Lediglich die Rollstuhlgruppe der Rolling Good Times und Rollerskating Hamburg stoßen erst später dazu – für sie bedeutet das Kopfsteinpflaster ein Knockout. (ti)
14:00: Was macht das Wetter?
Das Wetter spielt mit. Viel Wind und Wolken, aber kein Regen. Sympathische Eröffnung durch die beiden Festivalleiterinnen der Tanztriennale und die der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026. Braungebrannt und topfit taucht Arnd Wesemann, Tanzjournalist mit originellen Ansätzen, im Gewühl auf, der mal eben aus Berlin nach Hamburg gelaufen ist und ganz sicher auf seiner Website Tanz/Dance über diese Reise zur Tanztriennale bloggen wird. Die Gruppen aus den Bereichen Hip-Hop, estnischer Volkstanz, Rollschuh-Performance, Salsa Cubana, Irish Dance, bolivianische Tänze, klassischer indischer Tanz, Bollywood, Contemporary, Cheerleading, Puppenfiguren und viele weitere setzen sich in Gang. Den Künstler*innen der Flying Fish Truppe fliegen ihre fliegenden Fischskulpturen fast aus der Hand und: Die Hanseat*innen im Publikum tauen auf ...
13:30
Auf dem Weg zur Parade der Tanztriennale: Wir sind in Hamburg, also im winddichten Mantel mit Regenschirm im Gepäck und in Erwartung, was das wohl wird – schließlich warnt eine Hamburger Kollegin, dass der Hanseat an sich eher reserviert ist und Tanzen auf der Straße vielleicht gar nicht so toll aufnehmen wird, wie es im Süden oder Westen des Landes der Fall ist. Mit künstlerischen Interventionen und der aktiven, generationenübergreifenden Beteiligung der breiten Öffentlichkeit will die City Parade „Brave Moves. Courageous Joy.“ den Versuch in die Tat umsetzen. Na, schau'n wir mal, wie 550 Menschen den Stadtteil Barmbek-Nord zum tanzen bringen. (nh)
13:00
Hält das Wetter, das ist die wohl wichtigste Frage an diesem Nachmittag der großen Parade, mit der die Tanztriennale heute eröffnet. Die letzten Tage hat sich die hamburgische Schietwetter-Qualität ja von ihrer besten Seite gezeigt, aber eine Stunde vor Start ist es trocken, und auf dem Gelände des Museums der Arbeit wuselt es herum. Jugendliche Jazz-Dance-Aktive witzeln durch die Gegend, Folkloregruppen überprüfen ihre traditionellen Kostüme, eine indische Tanzcombo posiert zum Gruppenfoto, und vor der großen Turbine, wo die Bühne aufgebaut ist findet ein letzter Soundcheck statt. Es scheint, dass zumindest hier alles bereit ist. Und es scheint die Sonne ... (ti)
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