NEWS 2019/2020



Berlin

STABEL WILL SCHULLEITER AN DER STAATLICHEN BALLETTSCHULE BERLIN BLEIBEN

Der Gütetermin um freigestellten Ballettschuldirektor scheitert. Der Zwischenbericht der Untersuchungskommission sorgte vorab für kontroverse mediale Resonanz.



Konkrete Beweise liefert der Bericht der Expert*innenkommission nicht, allerdings auch keine zur Widerlegung der Vorwürfe. Die Debatte scheint sich im Kreis zu drehen und wirft doch zentrale Fragen auf.


  • Prof. Gregor Seyffert (Künstlerischer Leiter) und Prof. Dr. Ralf Stabel (Schulleiter) an der Staatlichen Ballettschule Berlin Foto © Konrad Hirsch
  • Staatliche Ballettschule Berlin Foto © Staatliche Ballettschule Berlin

Seit Anfang Mai, als der Zwischenbericht der Untersuchungskommission zu den Vorwürfen an der Staatlichen Ballettschule Berlin veröffentlicht wurde, hat sich die Mediendiskussion, die sich seit Januar eher kritisch gegen das Leitungsteam der Staatlichen Ballettschule stellte, noch einmal in eine kontroverse Diskussion gewendet. Ausführliche Berichte über die Ereignisse der letzten Monate, Einordnungen in Berlins aktuelle bildungs- und kulturpolitische Lage haben nicht nur Tanzkritiker*innen wie Boris Gruhl und Elisabeth Nehring vorgenommen, auch die Feuilletons von Der Tagesspiegel und FAZ berichten. Dabei wechseln sich Kritik und Lob für das Vorgehen der Kommission ab. Unterstützer*innen und Gegner*innen der Schule in ihrer derzeitigen Gestaltung scheinen gleichmäßig verteilt zu sein, handfeste Argumente haben beide Seiten nicht.

Und genau dies ist, was nun auch das Arbeitsgericht Berlin im Rechtsstreit mit dem seit Februar freigestellten Schulleiter Dr. Ralf Stabel moniert, wie die Berliner Zeitung am 12. Mai berichtet. Stabel, der wie sein Kollege Gregor Seyffert seit Monaten von der Leitung der Schule freigestellt ist und diese nicht mehr betreten darf, hat gegen seine Freistellung geklagt. Der aktuelle Gütetermin verlief erfolglos. Doch das wird die Situation derzeit weder ent- noch verschärfen.

Zentraler erscheint Richter Thomas Kühns Forderung nach konkreten Beispielen für die von Seiten von Schüler*innen, Lehrer*innen und der Expert*innenkommission formulierten Vorwürfe. Denn diese konnten bis heute weder stichhaltig bewiesen noch widerlegt werden. Und so bewegen sich auch die Presseberichte auf eher spekulativem Boden und spiegeln in erster Linie die Ansichten ihres jeweiligen Verfassers bzw. ihrer jeweiligen Verfasserin wider.

Das mag die Situation in Berlin nicht klären, wirft aber Schlaglichter auf das Verständnis, was eine Ballettausbildung auf internationalem Spitzenniveau zu leisten habe und was nicht. Denn dass die Staatliche Ballettschule Berlin zu den Top-Ausbildungsstätten für klassische Tänzer*innen zählt und auch weiterhin zählen möchte, scheint - abgesehen von einigen Unterstellungen in Richtung der Berliner Senatsverwaltung dies ändern zu wollen - Konsens zu sein. Wenn Elisabeth Nehring im Interview mit Siegrid Brinkmann in Deutschlandfunk Kultur am 4. Mai zum Kommissionsbericht sagt „Probleme werden sehr allgemein beschrieben“, so verweist sie damit nicht nur auf die Schwachstellen des Berichts, sondern fasst die gesamte Debatte zusammen. Während Manuel Brug am 6. Mai in Die Welt betont, dass eine Ballettausbildung auf höchstem Niveau nicht ohne Härte und Drill zu gewährleisten sei und die Vorwürfe in erster Linie auf Aussagen von ehemaligen Schüler*innen beruhen, die den hohen Anforderungen nicht gerecht wurden, betont Wiebke Hüster am selben Tag in der FAZ, eine professionelle Ballettausbildung sei auch ohne psychischen und physischen Druck möglich.

Hier scheint es nicht mehr nur um die Berlin-Frage zu gehen, sondern darum, wie im Angesicht der Me-Too-Debatte (die sich ausgeweitet hat zu einer grundlegenden Diskussion um den Umgang mit Machtstrukturen und demokratischer Mitbestimmung nicht zuletzt in künstlerischen Ausbildungen) und den bestätigten Vorwürfen an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, eine zeitgemäße klassische Ballettausbildung aussehen soll. Was erwarten wir von klassisch ausgebildeten Balletttänzer*innen? Wie weit sind wir bereit zu gehen, um ein bestimmtes Leistungsniveau zu erreichen? Wie wollen wir das Verhältnis von Kindeswohl, Allgemeinbildung, demokratischer-politischer Bildung und künstlerischer Ausbildung auf internationalem Spitzenniveau gestalten? Das alles sind Fragen, die der Klärung der Situation in Berlin nicht direkt helfen, denn dazu benötigt es intensive, unparteiische und ja, da ist Thomas Kühn zuzustimmen, konkreter Recherchen vor Ort, aber es sind Fragen, die für die Zukunft aller Ballettausbildungsinstitutionen von Bedeutung sind. Die Vorfälle in Wien und die im Raum stehenden Vorwürfe in Berlin könnten ein Anlass sein, unser Ausbildungsverständnis und letztendlich unser Kunstverständnis, denn darum geht es im Kern, zu hinterfragen und eventuell neu auszurichten.

Was das für die Leitungsposition von Ralf Stabel und Gregor Seyffert, dessen Termin vor dem Arbeitsgericht am 18. Januar sein wird, bedeutet, liegt eigentlich auf der Hand und in der Frage, ob die beiden zu einer ergebnisoffenen Diskussion bereit sein werden. Das sah bis aktuell weniger so aus, sowohl was das Gespräch auf Augenhöhe mit der Schülerschaft als auch mit dem unterrichtenden Mittelbau aussieht.

Veröffentlicht am 12.05.2020, von tanznetz.de Redaktion in News 2019/2020, Homepage

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Kommentare zu "Stabel will Schulleiter an der Staatlichen Ba ..."



    • Kommentar am 12.05.2020 18:30 von Save the Dance
      Die Initiative „Save the Dance“ veröffentlicht auf dieser Webseite Save the Dancewww.savethedance.de Statements, Petitionen und Äußerungen, die von zahlreichen Medien, politischen Gremien sowie den Untersuchungskommissionen bisher kaum beachtet oder gänzlich ignoriert wurden.
      • Kommentar am 16.05.2020 11:35 von Savetheballet
        Ja, „Save the dance“, was für eine tolle Schlagzeile, wer möchte nicht als Tanzenthusiast dem zustimmen?! Und ja, wir lieben alle unsere Schule! Und ja, vieles ist bei uns fantastisch! Und ja, einiges eben auch nicht!

        Drum ja, wir wollen unsere Schule erhalten, ja, wir wollen unsere Schule weiterentwickeln, ja, wir wollen, dass Höchstleistung und Menschlichkeit nebeneinander stehen können. Wir wollen, dass aufgeklärt wird und dass der Kommissions- und ebenso der Clearingbericht gehört werden!

        Ja, wir wollen nach vorne schauen, und dazu muss man immer zunächst einmal die Vergangenheit untersuchen.
    • Kommentar am 13.05.2020 08:00 von Dancer22
      Ex-Direktor Stabel! Von wegen Lehrer?!?!



      In Grund und Boden sollten sich die ehemaligen Herren Direktoren der SBB schämen und die Schulleitung Profis überlassen. Lehrern, die pädagogisch in der Lage sind, das Kindeswohl zu schützen und in einer vernünftigen Art und Weise zu unterrichten. Da hat der Anwalt von Herrn Stabel vor Gericht aber mal ganz kleinlaut zugegeben, dass Herr Stabel gar nicht die angemessene Ausbildung für diesen Posten vorweisen kann. Ein Skandal! Wenn es nicht so traurig wäre, so müsste man fast schon darüber lachen. Das alles erinnert an den Vorfall „Gert Postel“ aus Sachsen, der Anfang der 80iger als gelernter Postbote die Stelle als psychiatrischer Oberarzt in Zschadraß in Sachsen bekommen konnte.



      Und als ob die vielen Zeitungsartikel und aufgedeckten Skandalinformationen nicht schon schlimm genug wären, so tauchen bei Facebook auf dem Profil der Staatlichen Ballettschule Berlin, Logos mit dem Namen Save the Dance, erstellte Seiten von den Ex-Direktoren auf – die dafür genutzt werden sollten, von Schülern „Gegenstatements“ zu platzieren. Dazu soll diese Seite von der ehemaligen Schulleitung gehackt worden sein und die Ankläger mundtot gemacht werden. Das gesamte Profil der SBB wurde sofort gemeldet und ist jetzt aus Sicherheitsgründen entfernt. "Ausspähen von Daten" heißt das einschlägige Delikt in Paragraf 202 a Strafgesetzbuch. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. !!!



      Ein Skandal jagt den nächsten.



      Gehen Sie – Herr Stabel und Herr Seyffert! Ihre Maske ist gefallen und ihr wahres Gesicht ist zum Vorschein gekommen. Kein Elternteil wird ihr eigenes Kind mit beruhigten Gewissen noch an die SBB schicken! Zumindest nicht so lange die Sache geklärt ist und an der Schule endlich Direktoren angestellt werden, die keine Kindeswohlverletzungen betreiben.
    • Kommentar am 16.05.2020 22:58 von Ahoibrause
      Nach dem Artikel der Berliner Zeitung haben die Ex-Direktoren Stabel und Seyffert gehofft, einen Befreiungsschlag hinzulegen. Doch mit der Offenlegung vor Gericht, dass Herr Stabel nicht mal eine angemessene pädagogische Ausbildung für die Position als Direktor in der Tasche hat, dürfte sich der der Schleier um die Geschehnisse mehr und mehr lüften. Es ist gar nicht vorstellbar, wie sehr die Kinder unter diesen Leitern gelitten haben müssen. Und die Untersuchungskommission hat die Vorfälle bestätigt wie auch jetzt die Clearingstelle. Über 100 Gespräche mit Rund 200 Schülern, Mitarbeitern , Eltern über die Missstände an der Staatlichen Ballett Schule Berlin haben sich die Psychologen der Clearingstelle alle Probleme angehört. Physische , emotionale Gewalt, sexuelle Grenzüberschreitungen sowie Vernachlässigung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht, psychischen Druck hat sich als großes Problem heraus gestellt. Selbstverletzung , Suizid , Mobbing, Angst. Da hört der Spaß auf. Es ist wichtig und richtig das die Wahrheit ans Licht kommt. Die Kommission wie auch die Clearingstelle sind unparteiisch. Man muss dafür kein Ballett Spezialist sein um zu wissen das Suizid und sich selbst ritzen krank ist. Und das sind keine Einzelfälle.
    • Kommentar am 17.05.2020 09:31 von Lisapudel
      Dieser Post wurde von tanznetz.de gelöscht, weil er eine strafrechtich relevante Falschbehauptung enthielt.
    • Kommentar am 17.05.2020 09:31 von Lisapudel
      https://www.tagesspiegel.de/berlin/rigide-traditionell-strafend-clearingstelle-berichtet-ueber-gewalt-an-staatlicher-ballettschule/25831744.html



    • Kommentar am 19.05.2020 17:29 von Savetheballet
      https://www.linksfraktion.berlin/aktuelles/presse/detail/news/an-jeder-berliner-schule-gelten-die-regeln-von-kinder-jugendschutz/
    • Kommentar am 20.05.2020 08:21 von Frederic
      Dass die sogenannte Save the Dance Initiative behauptet, die Clearingstelle würde einseitig berichten ist schon eine sehr gewagte Behauptung ! Wie kommen die denn darauf?

    • Kommentar am 20.05.2020 20:56 von Justicia


      Mein Leserbrief an die "Berliner Zeitung"



      Der Artikel "Böser Tanz" von Birgit Walter am 23.04.2020 weckt bei mir als Betroffene, Befremden und Wut. Zunächst möchte ich der Behauptung der "anonymen Beschuldigungen" widersprechen. Das ist so nicht richtig. Die Anschuldigungen wurden im Dossier anonymisiert, um die Zeugen zu schützen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

      Die Betroffenen haben Angst vor Repressalien und Konsequenzen was Noten oder Besetzungen betrifft, ja sogar davor, die Schule verlassen zu müssen. Sie haben mitunter selbst miterlebt, wie intransparent, willkürlich und nicht immer leistungsorientiert die Noten in den entscheidenden Prüfungen vergeben wurden. Kaum jemand, wird öffentlich eine Aussage machen, um dann als Verräter oder Nestbeschmutzer zu gelten. Da bekommt man kaum noch einen Fuß in die Tür. Hinzu kommt, dass die Schüler/innen inzwischen durch einige Lehrer, die Medien, sowie Social Media völlig verunsichert sind, weil sie als Verleumder und Versager dargestellt werden. Ihnen wird eingeredet, dass sie verantwortlich wären, wenn die Ballettschule geschlossen wird. Frau Walter vermittelt mit ihrem Artikel, dass sich die im Dossier Betroffenen nicht der Härte und Anforderungen an einer solchen Schule bewusst sind. Diese Jugendlichen tanzen viele Jahre Ballett, sie wissen, was harte Arbeit und Disziplin ist, sie wissen, was schmerzende Knochen und blutende Füße sind. Sie wissen, dass es keine moppeligen Ballerinen gibt und sie wissen auch, dass es für jede Rolle meistens nur eine Besetzung gibt. Das alles wissen sie und doch nehmen sie diese Strapazen auf sich, ohne sicher sein zu können, ob es jemals für einen Platz an einer Kompanie reichen wird. Sie lieben ihre Schule und an dieser gibt es auch nicht Konflikte aus Gründen, die Frau Walter vielleicht gern als Grund für frustrierte Jugendliche rechtfertigen möchte. Die Kinder und Jugendlichen lieben auch ihre Lehrer, jene, denen sie Achtung, Vertrauen und Respekt entgegen bringen können. Aber das sind eben nicht alle und das ist der Punkt. Hier geht es nicht darum, eine Schule ins Verderben zu stürzen, oder aus niederen Beweggründen deren Leiter zu vernichten. Es geht um Aufklärung und Vorwürfe, die über Jahre keine Einzelfälle waren. Niemand sollte sich das Recht herausnehmen zu urteilen, weder über Zeugen, noch über Lehrkräfte, die nun an die Öffentlichkeit gehen mussten, weil eine interne Klärung nicht möglich war. Der Aussagesatz der Verfasser des Dossiers: "uns ist bekannt" bedeutet mitnichten, wie Frau Walter behauptet, dass etwas nur auf "hören sagen" beruhe. Wenn, wie sie auch schreibt, sieben von ihr befragte Lehrer von den Suizidversuchen eines Schülers nichts gewusst haben wollen, bedeutet das, dass es NIEMAND gewusst haben muss? Schon einmal haben hunderttausende Menschen behauptet, nichts gewusst zu haben. Ist es deswegen weniger wahr? Welcher Hohn für den Betroffenen.

      Zu den Vorwürfen an die Schulleitung:

      Niemand will die vorherigen Leistungen oder Verdienste des ehemaligen Schulleiters und künstlerischen Leiters abwerten, aber rechtfertigen Preise und Auszeichnungen, ihre Stellung für Machtmissbrauch, Vertuschung, Sorgfaltspflichtverletzung und Günstlingswirtschaft zu nutzen? Zwei Leiter, die sich in ihrer Alleinherrschaft gesonnt und dabei vergessen haben, dass es hier um Kinder und Jugendlichen geht, denen sie Schutz und Unterstützung hätten geben müssen. Vielleicht haben ja auch sie nichts gewusst, fehlt ihnen doch jegliche pädagogische Ausbildung .

      Hat Frau Walter in ihrer " gründlichen" Recherche denn erfahren, warum die Klage gegen Herrn Gregor Seyffert "abgeschmettert"- ich nenne es mal abgewiesen worden ist? Das hätte den Leser bestimmt auch interessiert. Zu diesem Herrn fällt mir persönlich nur ein, dass, wer auf seinem Facebook Account zulässt, dass um seine Person krankhafter Personenkult betrieben und Menschen beschimpft und gehatet werden, der ist zumindest kein klar reflektierender Mensch.

      Sicherlich gibt es Schüler/innen, die keine schlechten Erfahrungen gemacht und dem entsprechend auch keinen Grund zum Anklagen haben, aber rechtfertigt das, alle anderen als unglaubwürdig darzustellen? Frau Walter spricht von" Verleumdungen" " Denunziation" und "einem unseriösen Papier"... Sie suggeriert damit wieder einmal mehr, dass hier nur ein Intrigenspiel verkappter und beleidigter Existenzen vorliegt. Das erinnert mich sehr stark an die "MeToo" Debatte und deren Verlauf.

      Bei dem in Zukunft folgenden Diskurs würde ich mir wünschen, dass in Anbetracht dessen, dass viele Betroffene Kinder und Jugendliche sind, mit der Thematik etwas sensibler umgegangen werden kann.



    • Kommentar am 26.05.2020 13:28 von Tänzerin
      Erst wenn die allerletzten ehemaligen "Ost-Menschen" aus den Führungsetagen entfernt sind, werden die Helikopter-Eltern mit ihren "Wunderkindern" Ruhe geben! Und Rufmord über Monate und Jahre ist dabei ein passables Mittel, weil am Ende völlig egal sein wird, ob Wahrheit daran hing. Wer sein Kind in eine Ballettschule bringt, weiß, dass dort nicht nur gespielt wird um später zur Höchstleistung zu gelangen und über Verfahrensweisen des Alltags kann man sich über Elternvertreter verständigen, das wäre ein adäquates, demokratische Mittel. Jedoch Rufmord, Anschuldigungen, die nicht untermauert werden, sind widerlich und tragen mit Sicherheit nicht zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre in der Schule bei.

      Einen hochprofessionellen Solotänzer wie Gregor Seyffert als nicht prädestiniert für die künstlerische Leitung der Schule darzustellen, grenzt an Dummheit.

      Die Eltern bitte ich, mal kritisch über ihre eigenen Wünsche und Anforderungen bezüglich ihres Kindes nachzudenken.
      • Kommentar am 26.05.2020 20:15 von Justicia
        Oha, jetzt wird die " Ost-West" Schiene gefahren. Wer nach 30 Jahren Mauerfall immer noch in diesen Mustern denkt, den kann ich leider nur noch als ewig Gestrigen bezeichnen.

        Nochmal: ich habe noch nirgendwo gelesen, dass die ehemaligen Leistungen der beiden Leiter in Frage gestellt wurden. Man muss aber nicht zwangsläufig fähig sein, künstlerischer Leiter einer Schule für Heranwachsende zu sein, weil man ein begnadeter Tänzer ist, oder sich andere Verdienste zu eigen gemacht hat. Außerdem frage ich mich, wo das Wissen herkommt, dass alle Zeugen nicht ausreichend talentiert oder zu naiv und illusioniert in Bezug auf eine harte Ballettausbildung sind? Was ist mit der Lehrerschaft und den Tanzoädagogen? Den Begriff " Helikopter Eltern" darf man dann Ihrer Meinung nach so verstehen, dass alle Betroffenen nur gefrustete, enttäuschte Mütter und Väter sind, die ihre eigenen Wünsche unerfüllt sehen? Das grenzt für MICH an Dummheit, schlimmer noch: Ignoranz. Was ist mit denen, deren Eltern gar nicht in DE sind? Was ist mit den Absolventen, die erfolgreich in ihrer Tänzerkarriere sind? Alles Lügner? Was sind denn nun all die Menschen, die jetzt hier nicht mehr schweigen wollen? "Wessis"? " Helikopter Kinder"? Verleumder oder Schule vernichten wollende Rächer? Nur Ballett spielen wollende junge Menschen?

        Ich bin gespannt.

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