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Hamburg

TANZSTADT HAMBURG

Das internationale Tanzevent "City of Dances" in der Hansestadt



Die 7. Biennale Tanzausbildung 2020 und Fokus Tanz #6 machen Hamburg vom 17. bis 23. Februar zur internationalen Tanzmetropole.


  • Visual "City of Dance" Foto © Queens Design
  • "Toxic Toxicity" des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin Foto © Annette Bopp
  • "Toxic Toxicity" des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin Foto © Annette Bopp
  • Alle Teilnehmenden sammeln sich zum Gruppenbild in der K2 auf Kampnagel Foto © Annette Bopp
  • Visual "City of Dance" Foto © Queens Design

Das hat es selten gegeben: Alle großen Tanzinstitutionen der Stadt – die Ballettschule des Hamburg Ballett John Neumeier, die Kampnagelfabrik, K3 | Tanzplan Hamburg und das Bundesjugendballett – haben sich zusammengetan, um die Hansestadt nach zweijähriger Vorbereitungszeit eine Woche lang unter das Zeichen des Tanzes zu stellen. Rund 140 Vertreter*innen aus 18 Schulen, 17 Städten und 10 Ländern kommen in der Hamburger Kampnagelfabrik zu einer Art Klassentreffen von Tanzbegeisterten aus aller Welt zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und – natürlich – miteinander zu arbeiten. Gleichzeitig sind sie eingebunden in das Festival FOKUS TANZ auf Kampnagel, das mit einigen attraktiven Vorstellungen von Gastkompanien aufwarten kann.

Mit dabei sind aus Deutschland die Ballettschule des Hamburg Ballett, das Zentrum für zeitgenössischen Tanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln, die Staatliche Ballettschule Berlin, die Palucca Hochschule für Tanz Dresden, das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin, die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main, die Folkwang Universität der Künste Essen, die Akademie des Tanzes der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim, die Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München und das Bundesjugendballett. Die internationale Vertretung besteht aus der Escola Superior de Dança Lissabon (Portugal), Pontificia Universidad Javeriana Bogotá (Kolumbien), Dancescape South Africa Kapstadt (Südafrika), Codarts Dance Rotterdam (Niederlande), Canada’s National Ballet School Toronto (Kanada), Invisible Centre of Contemporary Dance Teheran (Iran), School of Culture an Creative Expressions an der Ambedkar University Delhi (Indien) und der GLS_La Fabrique Culturelle aus Abidjan (Elfenbeinküste). Den Delegierten der letztgenannten Schule hatte die deutsche Botschaft in Abidjan jedoch aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Visa verweigert. Weil sie nicht einreisen durften, hatten die Schüler*innen der Elfenbeinküste einen bewegenden Brief verfasst, den Djédjé Eric Gbadie und Franck Edmond Yao, die bereits ein Visum hatten und deshalb präsent sein konnten, vorlasen.

Bei der Eröffnung kennzeichnete Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard das Event als „wegweisendes Zeichen für die stetige künstlerische und strukturelle Innovationskraft der Kunstform Tanz“. Und Hamburgs Ballett-Intendant John Neumeier sagte: „Tanz ist die lebendigste Kunst – man kann nicht darüber reden, man muss es tun, erfahren, sich bewegen, sehen, wahrnehmen, beobachten.“ Es gebe viele Wege und Techniken, das kostbarste Material, das es gibt, zu trainieren: den Menschen. Und es gebe genauso viele Wege, den Körper sprechen zu lassen. Je mehr künstlerische Handschriften präsent seien, desto größer werde die Anziehungskraft von Hamburg als „City of Dances“. Weshalb auch das Ballettzentrum Hamburg seine Türen für die neun deutschen und neun internationalen Schulen gerne öffne und er sich über diese neuerliche Kooperation mit Kampnagel freue.

Auch Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda betonte den Stellenwert des internationalen kulturellen Austauschs. Der Tanz sei „ein komplexes Ding“ und er verbinde die Menschen. „Tanz kommt von den Menschen und muss zurück zu den Menschen“ habe Alvin Ailey gesagt, diesem Ziel diene auch dieses Ereignis. Und ebenso der Völkerverständigung, denn, so Brosda „anders sein ohne Angst – das ist die größte Herausforderung heute.“ Er hoffe, dass dieses Event dazu beitrage, diese Angst zu nehmen, denn je vielfältiger, desto bereichernder könne es werden.

Im Mittelpunkt der Woche stehen nicht etwa Workshops, sondern „Do-Shops“, denn – so Kerstin Evert von der Leitung K3 | Tanzplan Hamburg – man wolle gemeinsam etwas tun. Ein öffentliches Symposium „Updating Dance Education“ beschäftigt sich mit der Frage, wie die Tanzausbildung der Zukunft aussehen kann, wie Lehrpläne aktualisiert und um digital kursierendes Wissen erweitert werden können. Außerdem präsentieren die Delegierten der Tanzschulen mitgebrachte Choreografien in 18 Vorstellungen an sechs Abenden. Eine Exkursion zum Ballettarchiv der Stiftung John Neumeier komplettiert das Programm ebenso wie zum Abschluss der Woche ein Tanz-Battle, das alle Tanzsparten auf der großen Bühne der K6 zusammenführt.

Einen ersten Eindruck von der tänzerischen Vielfalt gab es dann noch direkt zu besichtigen: Studierende des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin zeigten mit „Toxic Toxicity“ eine Performance im Kampnagel-Foyer, Djédjé Éric Gbadie und Franck Edmond Yao präsentierten Streetdance vom Feinsten mit einem in Windeseile einstudierten Ausschnitt aus dem ursprünglich für die gesamte Truppe vorgesehenen Stück „La Transformation“, und Schüler*innen der Ballettschule Hamburg John Neumeier tanzten gekonnt einige Kostproben aus „Beethoven Dances“, Miniaturen von John Neumeier zu Kompositionen von Ludwig van Beethoven.

Das Programm zur Biennale Tanzausbildung finden Sie hier.

Veröffentlicht am 18.02.2020, von Annette Bopp in Gallery, Themen

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