Klasse der Pre-Professionals im Braswell Art Center

Keep Basel Moving

Das Braswell Arts Center

Armando und Lisa Braswell leiten ihr Tanz-Center in Basel mit unerschöpflichem Engagement. Dabei geht es um viel mehr als nur um den Tanz. Jetzt hat eine nigerianische Tänzerin ihren Lebensmittelpunkt hier gefunden.

Basel, 23/01/2026

In einem unscheinbaren Gebäudekomplex an der Basler Aeschenvorstadt verbirgt sich ein Ort, der Hub und Oase zugleich ist: Das Braswell Arts Center. Ideenreichtum und nie versiegende Energie sprudeln Armando Braswell aus jeder Pore. Er und seine Frau Lisa leiten das 2017 gegründete Center, das sich seinen festen Platz in der Basler Kulturlandschaft erobert hat.

Ausgebildet an der Juilliard School in New York, kam Braswell vor 20 Jahren nach Deutschland. Er ist den Fans der ersten Stunde von „Gauthier Dance“ in bester Erinnerung, und wechselte dann aus Stuttgart als Solist nach Basel zu Richard Wherlock. Der Hansdampf in allen Gassen unterrichtete schon zu seinen aktiven Tänzerzeiten an renommierten Schulen und choreografiert auch noch. Zudem hat er das Online Portal Interview en l'air ins Leben gerufen, betätigt sich als DJ, hat Filme gemacht und ist in Events der Basler Museen von der Fondation Beyeler bis zum Tinguely Museum involviert. Dass sein internationales und lokales Netzwerk riesig ist, versteht sich nach der erfolgreichen Tänzerkarriere und bei einer solchen Umtriebigkeit von selbst. Die Klaviatur der sozialen Medien bespielt er stetig und virtuos. Und als laufe er Gefahr, sonst in Langeweile zu versinken, ist Braswell zudem im Master-Studiengang „Teaching and Rehearsing Dance Professionals“ an der Zürcher Hochschule der Künste eingeschrieben. 

Unternehmer aus Leidenschaft 

Im Team mit seiner Frau Lisa, mit der er seit Schulzeiten liiert ist, sorgen beide unermüdlich dafür, dass das Braswell Arts Center auf seinem Erfolgskurs bleibt. Lisa Braswell wuppt versiert alles Administrative und konsolidiert ihre langjährige Erfahrung aktuell an der Universität Basel als angehende Master of Advanced Studies im Kulturmanagement. 

Armando Braswell paart mutige Visionen mit Entschlossenheit zur Umsetzung, unternehmerischem Geschick und sicher hier und da auch charmanter Chuzpe. „I am an entrepreneur not by choice, but by passion“, stellt der 42-jährige fest. Schon 2017 haben sich die Braswells das Crowdfunding zunutze gemacht und damals 35.000 Schweizer Franken Startkapital zusammen bekommen. Und sage und schreibe eine halbe Million Schweizer Franken erbrachte das Crowdlending  über die Plattform SwissPeers bei dem kostenintensiven Umzug des BAC vor vier Jahren in die jetzigen Räumlichkeiten.

Kurse, Kurse und nochmals Kurse

Der Stundenplan ihres Centers ist Montag bis Samstag dicht gefüllt, unter der Woche sogar bis in die späteren Abendstunden. Das Angebot umfasst Ballett, Contemporary, Hip-Hop, Lyrical Jazz und vieles mehr. Die Zahl der Klassen und Formate ist beeindruckend; sie reichen von Kursen für Kinder und Jugendliche zu solchen für Erwachsene und für Eltern mit Kleinkindern („Mom/Dad and me“); es gibt ein Pre-Professional Programm (zu dem für praktisches Know-How auch ein „tech and lighting module“ gehört), Holiday Art Camps für Schulkinder, Pilates Unterricht ... Vieles, aber nicht alles dreht sich um den Tanz. Das Center sieht sich als Fusionsort für alle Künste. Es finden dort immer wieder auch Konzerte und Ausstellungen statt. 

Bei momentan 300 angemeldeten Kindern und Jugendlichen und 100 Erwachsenen sind um die 25 Lehrpersonen am BAC tätig, nebst vier Pianisten*innen und zwei Percussionisten. Kontinuität ist den Braswells wichtig. Nathalie Guth, frühere Solistin des Balletts am Rhein, unterrichtet seit drei Jahren im Pre-Professional Programm und schätzt umgekehrt die Kontinuität ebenfalls. 

Von Lagos nach Basel

Zu den jungen Menschen, die Nathalie Guth mit Freude in ihrer künstlerischen Entwicklung begleitet, zählt seit Anfang Januar auch die Nigerianerin Olamide Olawale Ajoke von der Leap Of Dance Academy in Lagos. Sie hatte bereits einen Platz an der Alvin Ailey School, doch wurde ihr das US-Visum verwehrt. Braswell, beiden Institutionen eng verbunden, wurde von ihnen angefragt, ob die bereits mit diversen Preisen ausgezeichnete Tänzerin stattdessen für ein Jahr in die Schweiz kommen könne. Die Braswells setzten alle Hebel in Bewegung, nahmen bürokratische Hürden, ein „Engel“ überwies die für das Visum benötigte stattliche Summe, die Ailey School schickte Trainings-Outfits, Crowdfunding soll weitere Unterstützung für den Aufenthalt einbringen.

Olamide Olawale Ajoke berichtet beglückt von ihren ersten Wochen in der Schweiz. Die talentierte Tänzerin, die auch bei den zweimal jährlich stattfindenden Show-Cases des BAC zu sehen sein wird, saugt wie ein Schwamm alles in sich auf, begnügt sich nicht mit den Klassen des Pre-Professional Programms, sondern besucht auch die für Kinder und Laien: „I can learn even from the kids.“ Und für Heimweh-Momente haben die Braswells sie mit der nigerianischen Community in Basel vernetzt. 

Mission 

Armando und Lisa Braswell haben mit ausgeprägtem Gemeinschaftssinn einen Ort geschaffen, an dem sich Tanz, Bewegung, Kreativität und kultureller Austausch vereinen. Und einen, der sicher weiterwachsen wird. Braswell grinst verschmitzt: „I have big dreams.“ Die Mission „Keep Basel Moving“ ist definitiv auf Dauer angelegt. Auch das während der Art Basel stattfindende Dance Basel Festival hat Armando Braswell ins Leben gerufen. Dazu vielleicht an dieser Stelle mehr bei seiner nächsten Ausgabe im Juni 2026. 

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