10. Biennale Tanzausbildung / Berlin 

AK|T warnt vor Kürzungen

Deutsche Tanzausbildung unter Druck

Die staatlichen Tanzausbildungsinstitutionen in Deutschland zeigen sich zunehmend besorgt über die Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf die Qualität und Zukunftsfähigkeit der Tanzausbildung.

Berlin, 11/02/2026

Zum Abschluss der 10. Biennale Tanzausbildung 2026 an der Staatlichen Ballettschule Berlin hat die Ausbildungskonferenz Tanz (AK|T) ein deutliches Statement zu den aktuellen Kürzungen im Bildungs- und Kulturbereich veröffentlicht. Die staatlichen Tanzausbildungsinstitutionen in Deutschland zeigen sich zunehmend besorgt über die Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf die Qualität und Zukunftsfähigkeit der Tanzausbildung.

Als Hochschulen, Universitäten und Berufsfachschulen seien die Mitgliedsinstitutionen der AK|T auf eine verlässliche und angemessene Finanzierung angewiesen, um eine kontinuierlich hohe Ausbildungsqualität sicherzustellen. Gleichzeitig beeinflussten die beruflichen Perspektiven für Absolvent*innen – sowohl an Stadt- und Staatstheatern als auch in der freien Szene – maßgeblich die Attraktivität Deutschlands als Studien- und Arbeitsstandort im Tanz.

Neben Kürzungen in den Hochschuletats kritisiert die AK|T insbesondere die zunehmende Schwächung oder Abschaffung wichtiger Netzwerke, Festivals, Förderprogramme und Infrastrukturen. Diese Entwicklung habe gravierende Folgen für das zukünftige Arbeitsfeld junger Tänzer*innen. Überdurchschnittlich betroffen seien dabei zentrale Bereiche wie Nachwuchsförderung sowie Programme zu Diversität, Inklusion, Dokumentation und Vernetzung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Statements liegt auf der Bedeutung internationaler Vernetzung. Tanzausbildung lebe vom Austausch mit einem internationalen Praxisfeld, der Studierende mit vielfältigen künstlerischen Handschriften und Arbeitsweisen in Kontakt bringe. Nationalisierungstendenzen und der Abbau internationaler Austauschplattformen erschwerten jedoch zunehmend den Übergang in die Professionalität. Dies führe langfristig zu sinkenden Studierendenzahlen und einer Schwächung der gesamten Ausbildungslandschaft im Tanz.

Die AK|T appelliert daher eindringlich an politische Entscheidungsträger*innen auf allen Ebenen, die Rahmenbedingungen für eine exzellente Tanzausbildung in Deutschland zu sichern und dem Abbau künstlerischer Förderinstrumente und Infrastrukturen aktiv entgegenzuwirken. Tanz sei nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein soziales, politisches und interkulturelles Feld, das die Auseinandersetzung mit Diversität, Kollektivität und Gemeinschaft wesentlich vorantreibe.

Der Bundeswettbewerb Biennale Tanzausbildung ist ein Projekt der Ausbildungskonferenz Tanz und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Mitglieder der AK|T sind die Akademie des Tanzes der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, die Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München, die Ballettschule des Hamburg Ballett, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, das Zentrum für Zeitgenössischen Tanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln, das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin, die Staatliche Ballettschule Berlin, die Palucca Hochschule für Tanz Dresden, die Folkwang Universität der Künste Essen,  sowie weitere führende Ausbildungsstätten in Deutschland.

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