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Blog zum Tanzkongress 2019



Zum ersten Mal leitet in diesem Jahr mit Meg Stuart eine Künstlerin den Tanzkongress – und damit scheint die Choreografin diese 1927 ins Leben gerufene Versammlung von TänzerInnen zurück zu ihren Wurzeln zu führen.


  • Tanzkongress 2019 Foto © Tanzkongress

Zum ersten Mal leitet in diesem Jahr mit Meg Stuart eine Künstlerin den Tanzkongress – und damit scheint die Choreografin diese 1927 ins Leben gerufene Versammlung von TänzerInnen (intiiert von Rudolf von Laban, Mary Wigman und Kurt Jooss und damals noch „Tänzerkongresse“ genannt) zurück zu ihren Wurzeln zu führen: in Bezug auf das Format in der Konzentration auf körperliche Praxis, die Größe und auch den mit dem Festspielhaus Hellerau historisch auf die Anfänge des modernen Tanzes verweisenden Ort.

Bewegten sich die vergangenen Tanzkongresse, die nach jahrzehntelanger Unterbrechung seit 2006 wieder regelmäßig stattfinden, zwischen kulturpolitisch motivierten Setzungen mit einer Vielzahl von Vorträgen, Performances und Debatten und thematischen Rahmungen („Wissen in Bewegung“, No step without movement“, Bewegungen übersetzen – Performing Translations, Zeitgenoss*in sein“), so will der diesjährige Kongress das Format der Versammlung und des damit verbundenen Sich-Begegnens ausloten.

„A long lasting affair“ lautet der schlichte Titel, der nicht auf ein spezifisch tänzerisches-theoretisches Thema rekurriert, sondern als Assoziationen Relationalität und Zeitlichkeit aufruft und so das Format der bisherigen Kongresse kritisch befragt. Längst hat der diesjährige Kongress also begonnen, mit „International Salons“ an verschiedenen Orten der Welt, zahlreichen Workshops und Xavier Le Roys und Scarlet Yus „Kunstwerk für den öffentlichen Raum“ in Dresden. Die folgenden fünf Tage sind nur ein Teil in der langfristig angelegten, sich durch Kontexte, Orte und Zeiten mäandernden, von Meg Stuart und ihrem Team gesetzten Struktur, ein Gathering, in dem sich Gedanken und Bewegungen verdichten – mit 500 Teilnehmenden in Hellerau.

Wenngleich die Anmeldung offen für alle Interessierten und die einzige Bedingung das möglichst Schnell-Sein bei Anmeldestart war (innerhalb weniger Tage waren alle 350 Plätze belegt, dazu kommen noch 150 MitarbeiterInnen-Plätze), so mutet der – verglichen mit der Anzahl an Tanzschaffenden in Deutschland – kleine Kreis an Menschen, die sich unter den gegebenen Bedingungen überhaupt zusammen finden können, durchaus exklusiv an.

Scheinbar bedingungs- (und kompromiss-?)los klingt dieses Gathering, das Versammeln, sich suchen und verbinden, das Zusammentragen. Fünf Tage soll sich eingelassen werden auf „das Unbekannte“, auf ein „Mysterium“, wie es in einer der wenigen Mails heißt, die man als Teilnehmende vom Tanzkongress-Team im Vorfeld erhält. Und doch auch verlockend klingt es, dieser angestrebten gemeinschaftlichen Erfahrung nachzugehen, sich bewusst Zeit zu nehmen und sich zu verpflichten, Teil dieses Ereignisses zu sein. Bis heute ist das Programm (bis auf den öffentlichen Teil „Down by the water“ an der Elbe) geheim, am Vorabend der Eröffnung wird es den Teilnehmenden zugeschickt werden.

„Beginnings“ ist Startpunkt von Studierenden des Zentrum für zeitgenössischen Tanz (ZZT) der Hochschule für Musik und Tanz Köln für den diesjährigen Tanzkongress – im Verlauf der nächsten Woche setzen sie sich in einem kollektiv gestalteten Blog mit ihren Erfahrungen und Gedanken zu den Ereignissen in Dresden auseinander. Unter REFLEXIONEN finden sich ihre Abschlussberichte!

Veröffentlicht am 04.06.2019, von Miriam Althammer in Homepage, Blogs

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Kommentare zu "Versuch einer Sammlung"



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