KRITIKEN 2017/2018



München

TANZTHEATERERLEBNIS FÜR DIE KLEINSTEN

„Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran



Der Münchner Choreografin Ceren Oran gelingt ein hinreißendes kleines Gesamtkunstwerk mit zwei Musikern, einer Tänzerin, einem Puppenspieler und drei Elefanten


  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran
  • „Der Elefant aus dem Ei“ von Ceren Oran Foto © Ceren Oran

von Nina Hümpel

Vormittags um 10 Uhr strömen die zwei bis fünf-jährigen Kinder mit Eltern und ErzieherInnen in den kindgerecht gestalteten Theaterraum im Giesinger Bahnhof. Ein zarter projezierter Baum ist auf der Rückwand der Bühne zu sehen, er wird sich im Lauf des Stück farblich verändern und vergehende Zeit anzeigen. Eine Querflötistin und ein Percussionist bringen die Bühne zum Klingen. Die Tänzerin Ceren Oran betritt die Bühne und langweilt sich schrecklich, bis ihr Mitspieler ein gelbes Ei bringt, aus dem ein kleiner türkisfarbener Stoffelefant namens Péo schlüpft. Der Tänzer Roni Sagi, der die Puppen auch geschaffen hat, bewegt diesen Minielefanten hinreißend und bringt ihn mit Ceren Oran zum Spielen und mit Tuncay Acar und Magdalena Kriss zum Musizieren. Vor gebanntem und konzentriertem Publikum fliegt nachts im Traum der kleine Elefant am Ballon davon. Während dieser kleine Elefant nun zum mittelgroßen und schließlich zum fast bühnenfüllend großen Elefanten mutiert und verschiedene Phasen des Lebens durchlebt, interagieren MusikerInnen und TänzerInnen, bis die Kleinen im Publikum juchzen. Nach gut 30 Minuten ist dieses kurze Stück Theaterwunder vorbei und die Kinder dürfen mit dem Minielefanten verstecken spielen und die Puppe anfassen. Mit einem Ausmalbild des kleinen fliegenden Elefanten geht es glücklich nach Hause.

Im Gegensatz zu zahlreichen zeitgenössischen Tanzperformances für Erwachsene findet „Der Elefant aus dem Ei“ wie auch die vorherigen Performances der in München lebenden Türkin Ceren Oran ein großes Publikum, das auf wunderbar spielerische Weise an das Theater herangeführt wird und begeistert einsteigt. Und ganz nebenbei: wohl dem Erwachsenen, der ein kleines Kind in der Familie oder dem Freundeskreis hat, mit dem er dort hingehen darf. Wenn wir solche Projekte besuchen und unterstützen, dann haben wir auch morgen ein Publikum für Tanz und Theater. Absolut empfehlenswert. Mehr davon. Punkt.

Veröffentlicht am 18.11.2017, von tanznetz.de Redaktion in Kritiken 2017/2018

Dieser Artikel wurde 5207 mal angesehen.



Kommentare zu "Tanztheatererlebnis für die Kleinsten"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



     

    AKTUELLE NEWS


    GROßER KUNSTPREIS DES LANDES SALZBURG GEHT AN SZENE INTENDANTIN

    Eine dreiköpfige Jury prämiert Angela Glechner mit dem renommierten Preis im Bereich Darstellende Kunst
    Veröffentlicht am 02.12.2021, von tanznetz.de Redaktion


    JOHN CRANKO STIFTUNG GEGRÜNDET

    Das bedeutende Werk des Choreografen ist somit gesichert und kommt zudem der John Cranko Schule zugute
    Veröffentlicht am 19.11.2021, von tanznetz.de Redaktion


    PINA BAUSCH FOUNDATION PRÄSENTIERT ONLINE-ARCHIV

    Mit Filmen, Fotos und Originaldokumenten die Choreografin und ihr Werk entdecken
    Veröffentlicht am 02.11.2021, von Pressetext



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    THANK YOU VERY MUCH

    Vorhang auf für die glitzernde und geheimnisvolle Welt der Tribute-Artists!

    Die Choreografin Claire Cunningham und ihr internationales Ensemble renommierter Performer*innen mit Behinderung gastieren vom 03. – 05. Dezember in den Sophiensælen.

    Veröffentlicht am 26.11.2021, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    REDEBEDARF

    Diskussion zu Macht und Diskriminierung im Kulturbetrieb am Berliner Staatsballett
    Veröffentlicht am 09.11.2021, von Bernd Feuchtner


    INTENDANTENWILLKÜR AUCH IN MAGDEBURG

    Vermutlich baldiges Ende für Gonzalo Galguera in Magdeburg
    Veröffentlicht am 30.04.2021, von Volkmar Draeger


    ZUSAMMENARBEIT

    Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin und Staatsballett Berlin schließen Kooperationsvertrag
    Veröffentlicht am 10.07.2021, von Pressetext

    MEISTGELESEN (30 TAGE)


    KINDERBRILLE AUFSETZEN!

    Tanzplan veröffentlicht "Tanzkind" von Andrea Simon und Achim Reissner

    Veröffentlicht am 17.08.2021, von Sabine Kippenberg


    REDEBEDARF

    Diskussion zu Macht und Diskriminierung im Kulturbetrieb am Berliner Staatsballett

    Veröffentlicht am 09.11.2021, von Bernd Feuchtner


    HOMMAGE AN EIN GENIE

    Ein Podcast und ein Roman für einen der bedeutendsten Choreografen des 20. Jahrhunderts: John Cranko

    Veröffentlicht am 14.06.2020, von Annette Bopp


    ACCESS TO DANCE



    Veröffentlicht am 03.05.2013, von tanznetz.de Redaktion


    IN BERLIN FÄLLT WEIHNACHTEN AUS

    Das Staatsballett Berlin streicht „Nussknacker“ aus seinem Programm

    Veröffentlicht am 30.11.2021, von Bernd Feuchtner



    BEI UNS IM SHOP