Vereihung der künstlerischen Bertolt Brecht Gastprofessur an Doris Uhlich: Patrick Primavesi (Co-Direktor des CCT), Skadi Jennicke (Kulturbürgermeisterin Stadt Leipzig), Doris Uhlich (Bertolt Brecht Gastprofessorin der Stadt Leipzig im Sommersemester 2026), Matthias Middell (Prorektor Campusentwicklung Universität Leipzig), Markus Denzel (Dekan Fakultät für Geschichte, Kunst- und Regionalwissenschaften).

Brecht trifft Uhlich

Die künstlerische Bertolt-Brecht-Gastprofessur der Universität Leipzig geht an Doris Uhlich

Ab jetzt Professorin Uhlich, bitte! Die Wiener Choreografin hat in diesem Semester die künstlerische Gastprofessur des Leipziger Instituts für Theaterwissenschaft inne.

Leipzig, 20/05/2026

Seit knapp zehn Jahren lädt das Centre for the Competence for Theater (CCT) der Universität Leipzig künstlerisch herausragende Personen ein, um für ein Semester am Institut für Theaterwissenschaft zu lehren und mit den Studierenden ein szenisch-künstlerisches Projekt auf die Beine zu stellen. Dabei ist die Bertolt-Brecht-Professur eine Kooperation von Universität und Stadt. In diesem Semester ist das die Choreografin Doris Uhlich, die ohnehin regelmäßiger Gast in der dortigen Residenz ist. Am Dienstag wurde in der Alten Börse feierlich die Urkunde vergeben und Ausschnitte aus ihren Stücken auf Video gezeigt

Patrick Primavesi, einer der drei Co-Direktoren des CCT stellte in seiner Laudatio heraus, wie ihn Uhlichs Arbeit schon seit ihrem Stück „und“ 2008 begleite. Uhlich arbeite mit Körpern, indem sie sich den Blicken aussetzen, ohne sich aufzudrängen. In ihrer Nacktheit seien sie weder pornografisch noch Teil des Rennens nach Selbstoptimierung, sondern zeigten vielmehr die Potentiale von Nacktheit. Die sei gerade keine Inszenierung von Perfektion, sondern ein Spiel mit dem Unzuverlässigen. So stellte „und“ explizit alternde Körper in den Mittelpunkt, später gab es mehrere Stücke zur Frage von Ballett und Körper. Die Zuschauenden verlieren dabei ihre normative Instanz und müssen sich verhalten.

„Das ist Wahnsinn, was hier alles von mir erzählt wird“, reagiert Doris Uhlich. Sie erzählt, wie sie mit elf Jahren anfangen wollte mit Ballett, aber ihre Klavierlehrerin befand, dass sie mit ihrem Körper dazu nicht geeignet sein. Der nicht normierte Körper, das Konzept von all ability und all gender ist dabei eines ihrer Kernkonzepte. „Die Welt hat viele Körper und die will ich auf der Bühne sehen." Nacktheit ist für sie nur das erste Kostüm und der Körper ein Einlagerungssystem, deshalb will sie zu allem einen körperlichen Zugang finden. Das Ziel ist dabei immer Empowerment, ganz gleich ob mit ihrem Konzept der Fettwelle, Schleimgebilde oder Massenchoreografien in öffentlichen Räumen. In Leipzig will sie mit den Studierenden und Wohnungslosen im Zuge ihrer World-Habitat-Reihe arbeiten.

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