Auf den Spuren der Aborigines

"True Stories" mit dem australischen Bangarra Dance Theatre

St. Pölten, 19/04/2009

Alle Tänzer des 1989 gegründeten australischen Bangarra Dance Theatres kommen aus Aborigines-Stämmen. Im ersten Block des sympathischen Gastspiels im Festspielhaus St. Pölten, „Emeret Lu (Very Old Things)“, dominierte ein beleibter Tänzer, der, einem Guru gleich, das schlanke Ensemble aus Frauen und Männern mit ethnischen Bewegungen anleitete. Um Jagd und Ernte drehen sich die von Choreografin Elma Kris theatral übersetzten Tänze. Präzise war da abzulesen, wie aus alltäglichen Handlungen abstrahierte Tanzrituale werden, die Kris mit einem synthetischen Sound-Design von Steve Francis neuinszeniert. In einem weiteren Schritt ließe sich das alte Tanzmaterial wohl freier und offensiver inszenieren. Für den zweiten, neuen Teil des Abends "X300" zeichnet die u. a. am New Yorker Alvin Ailey Dance Center ausgebildete Tänzerin Frances Rings verantwortlich. In traumähnlichen, mitunter unbeholfen wirkenden Bildern thematisiert sie die Verseuchung des Aborigines-Landes Maralinga durch britische Atombombenversuche. Ein Stück ausbaufähiges Tanztheater.

Mit freundlicher Genehmigung des Kurier

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