NEWS 2019/2020



CORONA IN DER KULTURBRANCHE

Notfallfonds für Künstler*innen gefordert



Die Kulturbranche ist schon jetzt durch die vielen Vorstellungsausfälle wirtschaftlich hart getroffen. Zahlreiche Kulturveranstalter, Kulturunternehmen und freiberufliche Künstler*innen bangen um ihre Existenz. Der Deutsche Kulturrat fordert einen Notfallfonds.


  • "water sports" von Karol Tyminski Foto © Dieter Hartwig
  • "water sports" von Karol Tyminski Foto © Dieter Hartwig
  • "water sports" von Karol Tyminski Foto © Dieter Hartwig

Die Kulturbranche ist schon jetzt wirtschaftlich enorm von der Ausbreitung des Corona-Virus getroffen. Die Schließung zahlreicher Theater, abgesagte Festivals, Konzerte, Messen und Kulturveranstaltungen haben weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Branche und die wirtschaftliche Situation vieler Kulturschaffender. Die Rücklagen von Kulturunternehmen sind meist nicht mit denen anderer Unternehmen vergleichbar, so dass es schnell deren Existenz gefährdet. Zudem sind viele freiberufliche Künstler*innen und Solo-Selbständige mit häufig prekären Einkommensverhältnissen von der Corona-Krise betroffen.

Der Deutsche Kulturrat weist auf die Notwendigkeit hin, die entstehenden Einnahmeausfälle bei öffentlichen Kultureinrichtungen zu kompensieren und privatwirtschaftliche Kulturunternehmen, deren Existenz von den Erlösen aus Ticketverkäufen abhängt, zu unterstützen. Der Deutsche Kulturrat macht sich außerdem große Sorgen um die Situation freiberuflicher Künstler*innen und anderer Selbständiger aus dem Kultur- und Medienbereich. Mit der Absage von Aufführungen, Tagungen und Veranstaltungen droht ein erheblicher Teil von deren Einnahmen wegzubrechen. Das kann sehr schnell existentielle Auswirkungen haben. So fordert Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, die Einrichtung eines Notfallfonds. Auch der Bundesverband Freie Darstellende Künste setzt sich in der Allianz der Freien Künste dafür ein, dass eine Absicherung wirtschaftlicher Risiken der Kreativen in Zusammenhang mit COVID-19 in den Blick genommen werden und arbeitet gerade an einer Umfrage zur Situation von Freiberufler*innen.

Generell stehen Kulturunternehmen wie anderen Unternehmen in wirtschaftlichen Krisen finanzielle Hilfen der öffentlichen Hand zu, wie beispielsweise Gelder für Kurzarbeit bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Im Falle einer verordneten Quarantäne werden auch Selbständige und Freiberufler*innen entschädigt. Der Fonds Darstellende Künste sagt gemeinsame Lösungen für die Absicherung zugesagter Mittel zu. Das finanzielle Risiko der Produktionen darf nicht bei den frei produzierenden Künstler*innen liegen.
Kulturstaatsaatsministerin Monika Grütters stellt von Einnahmeausfällen betroffenen Künstler*innen finanzielle Hilfen in Aussicht. Grütters betont: "Mir ist bewusst, dass diese Situation eine große Belastung für die Kultur- und Kreativwirtschaft bedeutet und insbesondere kleinere Einrichtungen und freie Künstlerinnen und Künstler in erhebliche Bedrängnis bringen kann. [...] Künstler und Kultureinrichtungen können sich darauf verlassen, gerade mit Blick auf die Lebenssituationen und Produktionsbedingungen der Kultur-, Kreativ- und Medienbranche: Ich lasse sie nicht im Stich!" Geraten wird allen freien Kulturschaffenden, Verdienstausfälle und Verluste aufgrund abgesagter Veranstaltungen nachvollziehbar zu dokumentieren.

Veröffentlicht am 12.03.2020, von tanznetz.de Redaktion in News 2019/2020, Homepage, Gallery

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Kommentare zu "Corona in der Kulturbranche"



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