30. Internationales Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart, Tanz: Klil Ela Rotshtain

30. Internationales Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart, Tanz: Ondine Malfoy

Drei Jahrzehnte Tanzförderung

Preise beim 30. Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart vergeben

Emotionen, Identität und große Gewinner: Beim Jubiläumsfestival hat die Jury am Sonntagabend die diesjährigen Preisträger*innen gekürt.

Stuttgart, 18/03/2026

Ein Jubiläum voller künstlerischer Höhepunkte: Beim 30. Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart hat die Jury am Sonntagabend die diesjährigen Preisträger*innen gekürt. Im TREFFPUNKT Rotebühlplatz überzeugten junge Talente aus China, Israel und zahlreichen europäischen Ländern mit eindrucksvollen Solo-Performances, die aktuelle Themen wie Künstliche Intelligenz, Trauer, gesellschaftlichen Druck und die Suche nach Identität verhandelten.

Als großer Gewinner des Abends ging der Schweizer Tänzer Liam Meier hervor. Mit seinem Stück „Any (ID)ea?“ gewann er sowohl den 1. Preis Choreografie als auch den 1. Preis Tanz. Die Jury würdigte insbesondere die klare künstlerische Handschrift, den Mut sowie die emotionale Tiefe der Arbeit, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Zuschreibungen von Identität auseinandersetzt.

Ebenfalls doppelt ausgezeichnet wurde die israelische Tänzerin Klil Ela Rotshtain. Ihr Solo „I Could Also Be a Black Swan“ brachte ihr den 2. Preis Choreografie sowie den 3. Preis Tanz ein. Die Performance überzeugte durch ihre originelle Herangehensweise und die intensive Verbindung von körperlichem Ausdruck und innerer Reflexion.

Der Italiener Michele Simi begeisterte mit „Mickey“ sowohl Publikum als auch Jury. Er erhielt den 2. Preis Tanz sowie gemeinsam mit Choreograf Adi Schwarz den Public’s Final Choice Prize. Sein Stück bestach durch präzise Synchronität von Bewegung und Musik sowie durch humorvolle und technisch anspruchsvolle Umsetzung.

Zwei weitere Auszeichnungen gingen an die Französin Ondine Malfoy: Für ihr politisch geprägtes Solo „I believe it because it’s absurd“ erhielt sie den 3. Preis Choreografie sowie den Residency Prize „Bridges over the waves“ des Dance Lab Nicosia. Ihre Arbeit setzte sich eindringlich mit Migrationspolitik und der Absurdität menschlicher Handlungen auseinander.

Der Public’s First Choice Prize sowie der DAF International Award gingen an die chinesische Tänzerin Yingyu Lyu für ihr Stück „A Heavy Parting“. Zudem wurde Nina Plantefève-Castryck aus Belgien für „Perda Perdida“ mit dem TanzLabor ROXY Residency Prize ausgezeichnet.

Die Entscheidungen traf eine international besetzte Fachjury: Itzik Galili, Fernando Melo, Olga Roriz, Erika Silgoner sowie Lucy Van Cleef. Sie bewerteten die Beiträge nach künstlerischer Qualität, Originalität und Ausdrucksstärke.

Seit seiner Gründung vor dreißig Jahren verzeichnet das Festival eine beeindruckende Bilanz: Über 7.000 Bewerbungen aus 64 Ländern und insgesamt 237 Preisträger*innen sprechen für die internationale Strahlkraft der Veranstaltung. Auch im Jubiläumsjahr zeigte sich einmal mehr die Vielfalt und Innovationskraft des zeitgenössischen Tanzes.

Die Preise in den Kategorien Tanz und Choreografie sind mit 1.500 bis 3.500 Euro dotiert und werden von der Stadt Stuttgart, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg gefördert.

 

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