„Isson" von Toula Limnaios mit Alessio Scandale und Leonardo d’Aquino 

Traum erfüllt

Ein Fotoblog von Dieter Hartwig zu „Isson" von Toula Limnaios

Zum 30-jährigen Jubiläum gönnen sich die Mitglieder der Compagnie Toula Limnaios zahlreiche Wiederaufnahmen von Stücken. Mal in ursprünglicher Besetzung, mal völlig anders besetzt. Heraus kommen immer bewegte Abende für ein begeistertes Publikum.

Berlin, 28/06/2026

Die Bühne ganz schlicht, zwei Stühle, zwei große Glühlampen, zwei weiße Tanzflächen, getrennt durch einen schmalen schwarzen Tanzboden. Die beiden Tänzer barfuß im schwarzen Anzug. Während das Publikum seine Plätze einnimmt stehen die Tänzer im „Schummerlicht“ vom Publikum abgewandt neben ihren Stühlen. Die Jacke verkehrt herum angezogen. Dann beginnt der Tanz mit synchronen Tanzbewegungen. Zuerst auf dem schmalen schwarzen Streifen am Bühnenende, hinter und neben den jeweiligen schwarzen Stuhl. Gekonnt wird die Anzugsjacke in die korrekte Lage umgezogen. Auch das Unterhemd in Schwarz. „Men in Black“ könnte man sagen.

Im ganzen Stück gibt es nur wenige Phasen, in denen auf beiden Seiten unterschiedliche Tanzbewegungen zu sehen sind. Verblüffend wie synchron die beiden Tänzer Ihre Bewegungen ausführen, jeweils gute vier Meter voneinander entfernt, ohne Blickkontakt zueinander, synchronisiert von den Klang- und Geräuschwelten von Ralf R. Ollertz. Der Sound in diesem Theater ist einzigartig und begeistert mich immer wieder.

Ein Highlight wenn die Tanzfläche auf ein senkrecht von oben beleuchtetes Quadrat reduziert wird, einer der raren Momente wo auf beiden Seiten unterschiedliche Tanzbewegungen zu sehen sind.

Zum Abschluss ein nicht enden wollender Applaus des Publikums. Es hat sich gelohnt dieses, ursprünglich 2003 für zwei Tänzerinnen entstandene und im Theater am Halleschen Ufer 2003 uraufgeführte Stück. Seit der Wiederaufnahme von 2016 wird „Isson" von zwei Männern getanzt. Mit der Aufführung im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums haben sich die ehemaligen Tänzer der Company Alessio Scandale und Leonardo d’Aquino den Traum erfüllt dieses Stück noch einmal zusammen den Publikum zu zeigen. Ein bewegender Abend.

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