„if i was real“ von cie. Toula Limnaios

Ausgewechselte Identität

Ein Fotoblog von Dieter Hartwig zu „if i was real“ von cie. Toula Limnaios

Wie die Axt im Wald? Oder ist das Ich heute Teil eines Bäumchen-wechsle-dich-Spiels? Nach mehr als 10 Jahren ist diese Arbeit noch immer aktuell.

Berlin, 26/07/2026

Mit der umjubelten Wiederaufführung von „if i was real“ aus dem Jahr 2013 endet das Festival zu 30 Jahre cie. Toula Limnaios. In kurzer Folge fünf komplette Stücke wieder auf die Bühne zu zaubern, einen Gastspielabend mit Compagnia Zappalà Danza, dazu das Rahmenprogramm mit Film- und Musikabenden: ein gewaltiges Unterfangen. Es hat mir verdeutlicht, wie wichtig das Netzwerk von Kreativen dahinter ist. An Abenden, an denen ich als Zuschauer dabei war, habe ich immer bekannte Gesichter wieder getroffen, Fans, Mitarbeiter, aktuelle und ehemalige Tänzer*innen, Journalist*innen und junge Fans, die vielleicht zum ersten Mal ein Stück von Toula Limnaios erleben.

Zum Abschluss des Jubiläumsfestivals also „if i was real“, die Bühne leer, bis auf eine riesige, diffus durchsichtige Videoleinwand. Vorn in der Mitte, am Bühnenrand, eine lange Doppelaxt im Ständer. Das Stück beginnt mit einem atemberaubenden Solo von Enno Kleinehanding mit dieser Doppelaxt. Der Rest der Company schimmert diffus, nebeneinander aufgereiht durch die Videowand. Dann Kleidertausch, Hose, Rock, T-Shirt, egal. Alle in Bewegung vor der Videogaze. 

Später wird der Tanz zweigeteilt, vor und hinter der durchsichtigen Gaze. In der nächsten Phase wird der Tanz hinter der Leinwand live auf diese übertragen. Genial die drahtlose GoPro an einer Melone montiert, sodass auch die Kamera mobil wird, bis zum Höhepunkt am Ende des Stücks, wenn der Solotanz von Daniel Afonso auf der Leinwand vervielfältigt wird. Zum Abschluss das rasende wirbelnde Solo von Félix Deepen mit der GoPro-Melone auf dem Kopf, deren Video live auf der Leinwand. Wahnsinn ...

 

Kommentare

Noch keine Beiträge

Ähnliche Artikel

basierend auf den Schlüsselwörtern