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Cottbus

EINE ANERKENNUNG

Gute Nachrichten aus Cottbus



Nein, keine neuer Intendant und auch kein Ende der Verhandlungen um den frei gestellten Generalmusikdirektor. Das Staatstheater Cottbus ist um eine vierte Sparte reicher, es gibt ein Ballett unter dem bisherigen Ballettmeister Dirk Neumann.


  • "Juliet Letters – Briefe an Julia", Ballett von Adriana Mortelliti, Andrea Masotti und Andrea Simeone Foto © Marlies Kross
  • "Juliet Letters – Briefe an Julia", Ballett von Adriana Mortelliti, Andrea Simeone, Venira Welijan, René Klötzer, Andrea Masotti und Stefan Kulhawec Foto © Marlies Kross

Wieso, mag man sich fragen, gibt es nun eine Ballettsparte? Da wurde doch schon seit Jahren grandios getanzt, das Publikum strömt und an überregionaler Aufmerksamkeit mangelt es auch nicht. Stimmt alles. Aber - und das mag überraschen - eine Ballettsparte gab es bisher gar nicht am Staatstheater in Cottbus.

Acht Stellen für Tänzerinnen und Tänzer gehörten bislang zum Ensemble des Musiktheaters, dazu kommt der Ballettmeister Dirk Neumann. Ihm ist es zu verdanken, dass die Cottbusser Kompanie mit jeweils zwei Premieren, nicht selten Uraufführungen, pro Saison regelrecht und im wahrsten Sinne des Wortes immer weiter über sich hinauswuchs und das Publikumsinteresse beständig anwuchs. Dirk Neumann ist es bislang in jeder Saison gelungen, renommierte Choreografinnen und Choreografen nach Cottbus zu holen. Offensichtlich fiel es nicht schwer, sie von den Möglichkeiten dieser Kompanie zu überzeugen: entweder kreierten sie neue Choreografien, wie zuletzt sehr erfolgreich Adriana Mortelliti mit »Juliet Letters – Briefe an Julia« oder zuvor beim Ballettabend »Menschenskinder«, wo es sich die Choreografen Birgit Scherzer und Niels Christe nicht nehmen ließen, ihre Arbeiten in Cottbus selbst neu einstudieren.

Zum Erfolg zählt auch, dass es Dirk Neumann immer wieder möglich ist, mit Gästen die Cottbusser Kompanie für die Abende im Großen Haus zu erweitern. In bester Erinnerung ist ein Abend wie »Im Fluss der Zeit« mit »Suite« zur Musik von Rachmaninow, und »Oktett« zur Musik von Mendelssohn-Bartholdy von Uwe Scholz, in bester Zusammenarbeit mit den hervorragend klassisch ausgebildeten Schülerinnen und Schülern der Staatlichen Ballettschule Berlin. Für die Einstudierungen mit Christoph Böhm (»Rachmaninow«) und Roser Muñoz (»Oktett«) konnten ehemalige Solisten des Leipziger Ballett in der Direktion von Uwe Scholz als Spezialisten gewonnen werden.

In der neuen Saison, jetzt wirklich beim Ballett des Staatstheaters in Cottbus, bereitet Torsten Händler mit der Musik von Steffan Claussner »Alice im Wunderland« vor (Premiere ist am 22. September im Großen Haus). Auf der vielfältig nutzbaren, großen Kammerbühne des Staatstheaters wird Mauro de Candia sein 2003 in Italien uraufgeführtes Ballett »Casanova« einstudieren (Premiere ist am 20. April 2019). Andere Stücke bleiben im Repertoire, es gibt wieder eine große Gala, und auch die auf Anhieb beliebte Reihe »Restrisiko« wird fortgesetzt, denn aus einer spontanen Idee wurde ein großer Erfolg: In der vergangenen Spielzeit erlebten begeisterte Zuschauer die Kunst der Tanzimprovisation. Die Mitwirkenden gehen das Risiko ein, auf Zuruf Situationen, Szenen, Solos, Pas de deux und mehr zu gestalten – zu ebenfalls improvisierter Musik. Für Ballettmeister Dirk Neumann bedeutet das natürlich alles andere als Improvisation, eine Anerkennung für ihn und die Arbeit dieser Kompanie ist es auf jeden Fall: Ballett des Staatstheaters Cottbus.

Veröffentlicht am 28.08.2018, von Boris Michael Gruhl in Homepage, News 2017/2018

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Kommentare zu "Eine Anerkennung"



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