„King’s Fool“ von Simone Forti, Performance im Museum of Modern Art, März 2013, New York

„King’s Fool“ von Simone Forti, Performance im Museum of Modern Art, März 2013, New York

Simone Forti gestorben

Im Alter von 92 Jahren starb die Pionierin des postmodernen Tanzes in Los Angeles

Forti gilt als eine der einflussreichsten Tanzkünstlerinnen des vergangenen Jahrhunderts, die unsere kollektiven Vorstellungen von der Beziehung zwischen bildender Kunst und Tanz geprägt und immer wieder neu definiert hat.

Los Angeles, 30/07/2026

Simone Forti ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Sie gilt als eine der einflussreichsten Tanzkünstlerinnen des vergangenen Jahrhunderts, die unsere kollektiven Vorstellungen von der Beziehung zwischen bildender Kunst und Tanz geprägt und immer wieder neu definiert hat. 1935 in Florenz geboren, ging ihre Familie bereits 1939 nach Los Angeles. Ihre Karriere als Tänzerin begann in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, als sie an Anna Halprins „Dancers' Workshop“ in San Francisco teilnahm und mit einer neuen, auf Improvisation basierenden Arbeitsmethode experimentierte, die sich von den Codes des modernen Tanzes löste. 

1959 siedelte sie mit ihrem Partner Robert Morris nach New York über, wo sie nicht nur mit den Arbeiten John Cages sondern auch mit Choreograf*innen wie Trisha Brown und Steve Paxton zusammenkam. Ihr Durchbruch kam mit dem Werk „Dance Constructions“ (1960–61), die sowohl Tanzstücke als auch eigene Skulpturen sind. Die Uraufführung fand im Atelier von Yoko Ono in der New Yorker Chambers Street statt. Diese Dance Constructions verbanden zum ersten Mal Bewegung und Strukturen, indem sie alltägliche Handlungen wie Laufen, Klettern und das Stehen in Seilen verwendeten. Die Dance Constructions revolutionierten die Konzepte von Tanz und Bewegung und hatten einen starken Einfluss auf die Mitglieder des Judson Dance Theater, darunter Trisha Brown, Yvonne Rainer, Steve Paxton und Robert Morris. „Huddle“, eines der STücke aus dem Zyklus, war 2022 als Wiederaufnahme in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Als Gesamtkünstlerin hat sich Simone Forti im Laufe ihrer Karriere der Zeichnung, dem Film und Video, der Fotografie, der Installationskunst und dem Schreiben gewidmet. 

Sie wandte sich zusammen mit dem Künstler Robert Whitman dem Happening zu und es entstanden Arbeiten wie „American Moon“, „Hole“, „Flower“, „Water“, „Nighttime Sky“. 1980 nahm sie erstmalig an der Biennale in Venedig teil und 2009 zeigte sie dort „An Evening of Dance Construction“, der die ikonischen Tanzstücke neu präsentierte. 2023 erhielt sie beim 17. Internationalen Festival für zeitgenössischen Tanz in Venedig den Goldene Löwe für ihr Lebenswerk. Sie arbeitete zudem mit großen Museen wie dem MoMa in New York oder dem Museum für Zeitgenössiche Kunst in Los Angeles zusammen. 

Ihre Werke haben den Dialog zwischen bildender Kunst und zeitgenössischem Tanz neu definiert und sowohl Künstler*innen ihrer Zeit als auch jüngere Künstler*innengenerationen maßgeblich beeinflusst. Sie starb in Los Angeles, wo sie zuletzt auch gelebt hatte.

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