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Zürich

JUNIOR BALLETT ZÜRICH MIT AUGENBLICKEN AUS ZWISCHENWELTEN

Das Junior Ballett Zürich setzt mit der Inszenierung „IRIS“ des englischen Shootingstars Douglas Lee atemberaubende Akzente am Opernhaus Zürich.



Choreograf Douglas Lee über seine Arbeit mit Nachwuchstalenten


  • Anna-Mae Burrows und Michael Burton in "IRIS" von Douglas Lee Foto © Judith Schlosser
  • Donna-Mae Burrows, Andrei Cozlac, Chinatsu Sugishima in "IRIS" von Douglas Lee Foto © Judith Schlosser
  • Madoka Kariya in "IRIS" von Douglas Lee Foto © Judith Schlosser
  • Tars Vandebeek und Madoka Kariya in "IRIS" von Douglas Lee Foto © Judith Schlosser

Alle Augen sind auf die sieben Tänzerinnen und Tänzer gerichtet. Jeden Augenblick stehen sie im Fokus der Aufmerksamkeit. Sie sind Teil eines Prozesses des Sehens und Gesehen-Werdens. „Als junger Tänzer liegen alle Augen und Erwartungen auf dir“, schildert der englische Choreograf Douglas Lee, „Es ist nicht immer einfach, mit diesem Druck umzugehen." Der englische Shootingstar und Choreograf Douglas Lee hat mit IRIS ein Stück eigens für die ambitionierten Tänzerinnen und Tänzer choreografiert.

Nach der Iris eines Auges benannt, schildern sie die Geschichte übers Beobachten und Beobachtet-Werden. Gemeinsam mit Douglas Lee zeigt das Junior Ballett "IRIS" im Rahmen eines dreiteiligen Ballettabends erstmals auf der Großen Bühne. Die Choreografie ist ein Zusammen von Tanz, Raum und Licht – fast so komplex wie die Iris eines Auges. Das Stück hat die Form eines Spiels: Eine Stimme gibt Anweisungen, die Nachwuchstänzer reagieren in einer athletisch-ästhetischen Weise. Der Text nimmt wiederkehrend Bezug auf das Auge.

Douglas Lees Stücke spielen in Zwischenwelten, Welten zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Lee begann bereits während seiner erfolgreichen Tanzkarriere zu choreografieren – mit 22 Jahren. Seither ist Musik der Ausgangspunkt für jede seiner Choreografien: „Ohne die richtige Musik, beginne ich erst gar nicht zu choreografieren. Musik ist auch der Grund, weshalb ich mit Tanzen begonnen habe“, schwärmt Lee.

An seine ersten Schritte als Tänzer und Choreograf kann sich Douglas Lee noch heute erinnern. Seine Erfahrungen möchte er mit der Inszenierung von "IRIS" ans Junior Ballett Zürich weitergeben. "Nachwuchstänzerinnen und -Tänzer sind sehr enthusiastisch. Vielleicht haben sie nicht viel Erfahrung, sie arbeiten dafür umso härter", erzählt Lee, "weil sie so jung sind, hege ich manchmal väterliche Gefühle für sie".

In seiner Tänzerlaufbahn hat Douglas Lee alle großen klassischen Rollen getanzt, wie auch abstraktere Ballette von George Balanchine, William Forsythe oder Hans van Manen. Seine Bewegungssprache ist klassisch und nicht nur für Nachwuchstänzer anspruchsvoll. Lee sagt von sich selbst: „Ich bin keineswegs ein Choreograf, der jeden Schritt vorgibt. Mich interessieren die Ideen der jungen Tänzerinnen und Tänzer“, beschreibt Lee.

Sein eigenes erstes Stück inszenierte er für das Stuttgarter Ballett. Es folgten u.a. Arbeiten fürs New York City Ballet ("Lifecasting", "Miniatures"), für das Norwegische Staatsballett ("5 for Silver"), für das Königliche Ballett Flandern ("Rubicon Play"), für das Ballett der Oper Perm ("Souvenir") sowie mehrere Arbeiten für das Stuttgarter Ballett (z.B. "Fanfare LX"). Seine ersten Schritte als Tänzer und Choreograf hat Ballettdirektor Christian Spuck miterlebt und Douglas Lee nun als Gast nach Zürich geholt. „Seine Arbeit hat sich sehr weiterentwickelt. Sein choreografisches Material ist tänzerisch anspruchsvoll und für den Zuschauer sehr aufregend zu sehen“, so Spuck.

Lees Sprache ist das klassische Tanzvokabular, angereichert mit komplexen Schwüngen und Drehungen aus der Körperachse heraus. In Erinnerung bleibt den Zuschauern faszinierende Wendigkeit und Leichtigkeit, welche auch das Junior Ballett Zürich auf der Bühne zeigt. Seit zwei Jahren werden die jungen Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt in Zürich bis zum Eintritt ins volle Berufsleben begleitet. Schritt für Schritt sammeln sie die für eine Tänzerlaufbahn notwendige Bühnenerfahrung. Mit dem Ballettabend und der Zusammenarbeit mit internationalen Größen, wie Choreograf Douglas Lee, ist es Zeit, tänzerische Reife unter Beweis zu stellen. „IRIS“, die Tanzstudie über Sehen und Gesehen-Werden, ist ein Blickfang.

Veröffentlicht am 16.12.2013, von Sulamith Ehrensperger in Homepage, Kritiken 2013/2014, Tanz im Text

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Kommentare zu "Junior Ballett Zürich mit Augenblicken aus Zw ..."



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