Hammer by Göteborgs OperansDanskompani

Die Schweiz im Tanzfieber

Das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps findet zum 20. Mal statt

Vom 5. bis 29. März 2026 wird die Schweiz erneut zur flächendeckenden Bühne für den zeitgenössischen Tanz: Mit seiner 20. Ausgabe bespielt das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps 33 Städte und Gemeinden und bringt zwölf Compagnien aus Europa und Nordamerika in insgesamt 38 Spielstätten. 74 Vorstellungen verdichten sich zu einem Panorama aktueller choreografischer Positionen – von grossformatigen Ensemblearbeiten bis zu intimen, poetischen Setzungen.

Schweiz, 11/02/2026

Was 1988 als ambitioniertes Tanzprojekt begann, ist längst ein kulturelles Kraftzentrum mit internationaler Ausstrahlung. Steps ist kein Festival, das sich nur auf urbane Hotspots konzentriert – es ist ein dezentrales Ereignis, das bewusst die ganze Schweiz adressiert und Tanz auch in Regionen trägt, die sonst selten auf internationale Gastspiele zählen können..

Eröffnet wird am 5. März in der Dampfzentrale Bern mit einer Weltpremiere: Hofesh Shechter präsentiert mit seiner Company Shechter II «IN THE BRAIN». Der in London lebende Choreograf, bekannt für seine rhythmisch aufgeladenen, körperlich pulsierenden Arbeiten, gilt als Meister der kollektiven Ekstase. Seine Stücke oszillieren zwischen archaischer Wucht und feinnerviger Innerlichkeit – ein Auftakt, der die Messlatte hochlegt.

In der französischen Schweiz folgt am 6. März ein kontrastreiches Doppel: Das kanadische Kollektiv People Watching zeigt in Neuchâtel «Play Dead», eine Arbeit, die mit subtilem Humor und existenzieller Schärfe auf zwischenmenschliche Dynamiken blickt. Parallel dazu bringt der Belgier Piet Van Dycke mit seiner Compagnie Circumstances «Beyond» nach Nyon – eine physisch herausfordernde Inszenierung zwischen Tanz und Akrobatik, die Balance, Risiko und Vertrauen ins Zentrum stellt.

Das Tessin schliesst sich am 11. März im LAC Lugano mit dem Doppelabend «Timeless Encounters» an. Hier treffen mit Roser Lopéz Espinosa (Skånes Dansteater) und Lloyd Marengo (Lloydscompany) zwei sehr unterschiedliche Handschriften aufeinander

Über vier Wochen entfaltet sich ein Programm, das ästhetische Vielfalt programmatisch versteht: Die schwedische GöteborgsOperans Danskompani ist gleich doppelt vertreten – mit «Hammer» von Alexander Ekman sowie dem Doppelabend «Spirit Willing» / «ima» von Tiffany Tregarthen & David Raymond und Sharon Eyal. Mit «Le Grand Bal» (Compagnie Dyptik) kommt französische Energie auf die Bühne, während tanzmainz mit Rafaële Giovanolas «Sphynx» die prägnante Handschrift ihrer langjährigen Schweizer Hauschoreografin zeigt.

Schweizer Positionen sind ebenso präsent: Die St.Gallen Dance Company und das Bern Ballett gestalten mit «Twi/light» einen gemeinsamen Doppelabend. Dieser Doppelabend enstand aus dem Förderprogramm NEXT STEPS, mit dem das Festival gezielt Nachwuchs unterstützt und Koproduktionen ermöglicht. Damit versteht sich Steps nicht nur als Gastspielplattform, sondern auch als Impulsgeber für nachhaltige Produktionsstrukturen.

 

Joy Alpuerto Ritter & Hannes Langolf entwickeln mit «The Fall / Risings» in Zusammenarbeit mit der Schweizer Gastkünstlerin Sarafina Beck eine Arbeit zwischen urbaner Bewegungssprache und zeitgenössischer Dringlichkeit.

„Tanz verbindet. Tanz hat die Fähigkeit, Brücken zu bauen und Räume der Begegnung zu schaffen“, sagt Selina Beghetto aus dem vierköpfigen Programmteam. Der Satz wirkt angesichts der geografischen Spannweite des Festivals beinahe programmatisch: Steps denkt Tanz als soziale Praxis – als Kunstform, die Nähe erzeugt und gesellschaftliche Resonanzräume öffnet.

Flankiert wird das Bühnenprogramm von einem landesweiten Rahmenprogramm, das Vermittlungsformate für ein breites Publikum ebenso umfasst wie spezifische Angebote für die Schweizer Tanzszene. Auch Nachhaltigkeit ist kein Randthema: Soziale und ökologische Kriterien sind in der Festivalstruktur verankert und transparent kommuniziert.

Mit seiner 20. Ausgabe zeigt Steps, dass ein Festival nicht nur künstlerische Highlights bündeln, sondern auch kulturelle Infrastruktur stärken kann. Im März 2026 wird die Schweiz damit einmal mehr zum choreografierten Raum – vielstimmig, international vernetzt und doch regional verankert.

Weitere Informationen: www.steps.ch
Vorverkauf über die jeweiligen Theater.

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