Proben der WINNDance-Company aus Stuttgart

40 ist doch kein Alter

Neue Company WINNDance aus Stuttgart

International hochklassiges Ballett mit Tänzer*innen jenseits der 40 möchte die neue Company WINNDance bieten. Große Namen und eine Startpremiere bei der Biennale di Venezia zeugen von guten Verbindungen und hohen Erwartungen.

Stuttgart, 01/05/2026

WINNDance, gegründet von Marijn Rademaker und Slava Tutukin, ist eine neue Company und kreative Plattform für international renommierte Tänzer*innen ab 40 Jahren, deren Karrieren das Ballett und den zeitgenössischen Tanz über Jahrzehnte hinweg geprägt haben. Die Company feiert ihr Debüt mit der Weltpremiere der Eigenproduktion im Rahmen der Biennale di Venezia 2026.

„Scirocco: Tod in Venedig – Bridge of Sighs“ markiert zugleich den Auftakt ihrer ersten Spielzeit sowie der internationalen Tournee. Es ist ein zweiteiliges, als Dialog konzipiertes Werk. Der erste Teil, inspiriert von Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“, vereint Arbeiten von Imre und Marne van Opstal, Omar Román De Jesús und Rainer Behr, während der zweite Teil „Bridge of Sighs“ von John Neumeier kreiert wurde. Auf der Bühne stehen etwa Diana Vishneva, Gil Roman, Silvia Azzoni, Oleksandr Ryabko, Mara Galeazzi, Igone de Jongh, Marijn Rademaker, Polina Semionova, Kayoko Everhart und Silas Henriksen.

„Wir haben zu viele außergewöhnliche Künstler*innen erlebt, die die Bühne genau in dem Moment verlassen, in dem ihre künstlerische Ausdruckskraft am stärksten wird. WINN schafft Raum für diesen Moment und gibt ihm eine Bühne”, begründen Marijn Rademaker und Slava Tutukin, die beiden Co-Direktoren und Gründer von WINNDance, die Notwendigkeit des Projekts.

Inititiative für Tänzer*innen jenseits der 40

WINNDance reiht sich damit ein in eine ganze Reihe von Initiativen, die Tänzer*innen jenseits der 40-Jahres-Grenze eine künstlerische Heimat bieten wollen. Einzelne Produktionen mit alternden Tänzer*innen gab es etwa bereits beim Tanztheater Wuppertal, die Gruppe Bodytalk hat mit ehemaligen Kresnik-Tänzer*innen zusammen gearbeitet, um nur zwei Projekte zu nennen. Auch das Dance-On-Ensemble hat sich seit einigen Jahren zu einem Fixpunkt in diesem Panorama entwickelt. Hier verortet sich auch das neue Projekt. „WINN basiert auf der Überzeugung, dass Erfahrung die künstlerische Relevanz vertieft. Das Ensemble bringt Künstler*innen zusammen, deren Ausdruckskraft sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt hat, und eröffnet so eine neue Perspektive auf die Wahrnehmung von Tanz heute”, bilanzieren die Company-Gründer Rademaker und Tutukin.

Neu ist an der Initiative der explizite Bezug aufs Ballett und dass, zumindest auf den ersten Blick, auf öffentliche Gelder verzichtet wird. Dafür kann sie auf eine ganze Reihe großer Namen setzen, sowohl im Tanz als auch in der Choreografie. Immerhin tritt bereits die Modefirma BOSS als Sponsor auf und stellt die Kostüme. Für die Tanzstadt Stuttgart wiederum ist die neue Company ein Zugewinn. Das gute Zusammenspiel zwischen festen und freien Akteuren und das hohe Niveau aller Partner vor Ort lassen ein solches Unternehmen dort gut gedeihen.

 

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