Das Kreativ-Ei
Nachwuchsautorinnen aus Düsseldorf, Köln, Mainz und München bloggen über das THINK BIG! Festival #11 in München
9. Juli 2026
15:30 Uhr: Kurz vor der offiziellen Eröffnung
Was braucht es für einen Festivalbesuch? Karten für die Veranstaltungen. Essen, Trinken, gute Laune sollte reichen. Tut es eigentlich auch, aber mein Rucksack ist ganz schön vollgestopft. Heute frage ich mich: Was haben die Nachwuchsautorinnen dabei, wenn sie das THINK BIG! Festival in München besuchen?
Wir alle benutzen fürs Bloggen natürlich unsere Handys und Laptops. Gleichzeitig sind wir noch analog mit Notizbuch bewaffnet. Wasserflaschen und Snacks dürfen weder im Rucksack noch im Hauptquartier, dem tanznetz Büro, fehlen. Was gehört noch zur persönlichen Ausrüstung?
Lea zum Beispiel hat ihre Kamera dabei, um Fotos zu machen und die Festivalstimmung einzufangen. Zu Marens Ausstattung gehört Traubenzucker. Für die Vorstellungsbesuche trage ich tatsächlich ein Fernglas mit mir herum, um die kleinen Details auch von weit weg wahrnehmen zu können. Und mein persönlicher Geheimtipp ist ein kleiner Vorrat Hustenbonbons gegen die oft trockene Theaterluft. Ich würde sagen: Wir sind für alles bereit! (HE)
9:30 Uhr: Platz - Posto
Erster Festivaltag, gleich am Morgen erleben wir „Posto" von Zinola Kühn Productions. Reicht ein Augenblick, um zum Tanzen aufzufordern? Wie laden wir ein? Ein rhythmischer Beat. Blickkontakt. Zunächst zwischen drei Menschen, den Performer*innen Anne-Hélène Kotoujansky, Michael Helland und Alfredo Zinola. Absprache. Koordination. Dann werden wir vorsichtig eingeladen mitzuwirken und das Geschehen zu beeinflussen. Wie viel Kraft brauchen wir, um einen überdimensionalen Ball durch den Raum schweben zu lassen? Die Künstler*innen schweben mit so einer Eleganz über unsere Bälle, dass ich in staundende Gesichter schaue. Kichern. Schweben. Fliegen. Ein Freudensprung.
Aus Zurückhaltung wird Präzision. Du hältst hier fest! Du setzt dich hier hin! Halt mal kurz! Es wird dunkel und wieder hell. In Windeseile rennen die Künstler*innen an uns vorbei. Ein Windstoß - als würde ein Zug am Gleis vorbeirauschen. Man möchte mitreisen. Ein Glück, dass wir als bald eingeladen werden. Gedanklich fahre ich nach Schottland. Offene Fenster - Offen Bleiben. „Aus drei mach fünf“ und dann „Aus drei mach zehn". Ein noch gewaltigerer Windstoß lädt weitere zum Mitreisen ein. Auch Teile des Publikum rauschen nun an mir vorbei. Rasend schnell. Aus der Puste hört sich das Atmen wie eine Dampflock an. Ankommen. Die Dampflock zischt. Die überdimensionalen Bälle verlieren Luft. Wieder Blickkontakt.
Hilf mir mal! Halt mal fest! Gemeinsam mit dem Publikum steigen die Bälle empor. Geteilte Verantwortung, Rückhalt. Ferne Berührung. Es wird dunkel. Die Scheinwerfer gehen an. Wir bilden eine Menschentraube. Es entsteht nun Nähe und Kontakt, eine Gemeinschaft. Hast du deinen eignen Platz im Raum gefunden? Platz. Place. Posto. Ich finde mich wieder im Kulturzentrum LUISE ein und reise nun gedanklich weiter in die Fachtagung: GETEILTE BÜHNE - PARTIZIPA - passt super zum gerade erlebten „Posto". (LCM)
8. Juli 2026
Das Gelbe vom Ei gab's zum Frühstück. Hält das Leben manchmal bereit, womit man nicht gerechnet hat? Wo führt es hin? Rein ins neue Abenteuer. Offen sein. Offen bleiben. Aus Düsseldorf nach München reisen. Gehirnwindungen in neue Richtungen bringen. Hauptquartier im tanznetz-Büro in der Halle 6 im Kreativquartier München aufschlagen. Rote-Bete-Risotto. Offener Wein. Offen bleiben. Think Big - Think Festival. Mal sehen, was jetzt auf den Teller kommt: Rührei oder Spiegelei? Oder hält das Festival noch etwas ganz anderes bereit? (LCM)
Dieser Text ist Teil des Projekts „Stärkung der zeitgenössischen Tanzszene durch journalistische Nachwuchsförderung“ Tanzpakt Stadt-Land-Bund.
Gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München
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