„Tänzerinnen-Brunnen" von Georg Kolbe (1922)

Tänzerinnen Brunnen wird restituiert

Georg Kolbe Museum einigt sich mit Erben

Gutachten und juristische Auseinandersetzungen zeigen Wirkung. Das Georg Kolbe Museum restituiert die Erben von Heinrich Stahl. Was passiert jetzt mit dem Brunnen?

Berlin, 13/02/2026

Der „Tänzerinnen-Brunnen“ im Garten des Georg Kolbe Museums steht, hat eine nicht ganz unproblematische Geschichte. Georg Kolbe hat ihn 1922 im Auftrag des Kunstsammlers Heinrich Stahl, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, für seine Villa erschaffen. Stahl kam im KZ Theresienstadt um, sein Haus mit dem Brunnen musste er vor der Deportation veräußern. Nach dem Krieg blieb der abgebaute Brunnen bis 1979 verschollen. 2001 verzichtet der Werner Stahl, der Enkel Heinrich Stahls, auf das Erbe des Brunnen, der damit in den Besitz des Georg Kolbe Museums in Berlin überging. Seit 2023 arbeitet Kathleen Reinhardt im Rahmen des Projekts „The Fountain“ die Geschichte des Objekts auf.

Nun verkündet das Museum das nach juristischer Klärung dieser Verzicht auf das Erbe nicht im Namen der vollständigen Erbengemeinschaft erfolgt ist und somit eine Restitution des Brunnens an die Gemeinschaft ansteht. In einer Erklärung des Museums heißt es: „Dem Georg Kolbe Museum und seinem Kuratorium war es angesichts des Verfolgungsschicksals der Familie Stahl sowie der Tatsache, dass es sich bei dem Brunnen unstreitig um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut handelt, ein zentrales Anliegen, eine gerechte und faire Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien herbeizuführen. Dem Museum und der Stiftung ist bewusst, dass die Restitution das widerfahrene unentschuldbare Unrecht nicht ungeschehen macht, sie ist jedoch eine Geste der Anerkennung des Unrechts gegenüber den Nachfahren.“

Wie genau die Restitution vorgenommen wird, verhandeln derzeit Museum und Erbengemeinschaft. Eine Ausstellung zur Geschichte des Brunnens präsentiert zudem die Rechercheergebnisse der Projekts „The Fountain“, an dem auch das Museum mitgewirkt hat.

 

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