„Lola roggt“

Hamburgs bekannteste private Tanzschule feiert ein dreifaches Jubiläum

Hamburg, 11/06/2012

Seit 85 Jahren ist sie eine Institution in der Hansestadt, seit 40 Jahren ist sie im Blankeneser Hirschpark und seit 10 Jahren auch im Kiebitzhof in Hamburg-Hamm zuhause: die Lola-Rogge-Schule, gegründet 1927 von der 1990 verstorbenen, legendären großen Ausdruckstänzerin und Laban-Meisterschülerin, seit 1977 weitergeführt von der Tochter Christiane Meyer-Rogge-Turner. Dieses Jubiläum wurde am vergangenen Wochenende ausgiebig gefeiert, am Samstag im ständigen Zuhause im Kiebitzhof, am Sonntag mit einer Outdoor-Performance auf der Terrasse des Herrenhauses im Hirschpark. Bis heute ist die Lola-Rogge-Schule die wichtigste Ausbildungsstätte in Hamburg zur staatlich geprüften LehrerIn für Tanz und tänzerische Gymnastik geblieben, und dazu noch ein beliebtes Mekka für ballettbegeisterte Kinder und Erwachsene aller Altersstufen.

Eröffnet wurde die Gratulations-Cour am Samstagmittag mit einer dreiteiligen Performance im Kiebitzhof. Auf dem Programm stand zu Beginn eine Choreografie der Hausherrin selbst: „Kernstück“ zu Klaviermusik von Giacinto Scelsi (1905−1988), ein etwas düsteres Werk, von Christiane Meyer-Rogge-Turner vorbeugend schon als „harter Brocken“ angekündigt. Daniela Linde zeigte, auf einem Podest sitzend oder rutschend in Geste, Haltung und Pantomime gegensätzliche Stimmungen mitten aus dem Leben: Freude, Trauer, Leid, Verstummen, aber auch Kommunikation verschiedenster Art – phasenweise umkreist von Kirsten Hansen. Das war ein Kernstück im wahrsten Sinne des Wortes: der Mensch in seinen Kommunikationsmöglichkeiten auf den Kern reduziert.

Programmpunkt Nummer 2 dann folkloristische Tänze aus Schweden von Monika Ritthaler, im Wesentlichen bestritten von ihr selbst und Winfried Lotz-Rambaldi, im letzten Drittel auch noch von Ulrike Tuch. Da war viel Fußarbeit versteckt, viele rhythmische Wechsel, Lyrisches wie Fröhliches. Publikumsliebling wurde dann jedoch die dritte und letzte Choreografie: „Was sich so tut – Variation 1“ von Katja Borsdorf für zehn junge Tänzerinnen der Berufsausbildungsklasse 2. Ein deutlich von der Palucca-Tradition geprägtes amüsantes Stück, bei dem sich die bunt gekleideten Tänzerinnen selbst Rhythmus und Geräuschkulisse gaben – mit Zwitschern und Pfeifen, Raunen und Wispern, Schmatzen und Schlürfen, Pusten und Stöhnen.

Ein phantasievoller Spaß, der perfekt überleitete zur Feierstimmung. Die fand den ganzen Tag über im Kiebitzhof reichlich Nahrung mit einem stündlich wechselnden Tanzprogramm, und am Sonntag dann in Blankenese in der zweiten Ausbildungsstätte der Schule im Hirschpark, wo zwischen 15 und 19 Uhr verschiedene Tanzaufführungen gezeigt wurden, insbesondere eine halbstündige Aufführung der Erzählung „Ferdinand“ in der Choreografie von Monika Weller. Herzlichen Glückwunsch allen Mitwirkenden und viel Erfolg in den nächsten 10, 40 und 85 Jahren!

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