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München

CLAUDIA JESCHKE ERHÄLT MÜNCHNER TANZPREIS

Die Tanzwissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Jeschke wird geehrt



München bedankt sich mit dem Tanzpreis bei Jeschke für ihre besonderen Leistungen im Bereich der Tanzwissenschaft und ihr großes Engagement für die Münchner Tanzszene.


  • Claudia Jeschke

Der diesjährige Tanzpreis der Stadt München wird an Professorin Dr. Claudia Jeschke vergeben. Dies hat der Kulturausschuss des Stadtrats auf Empfehlung einer Jury heute beschlossen. Der Tanzpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre verliehen. Ausgezeichnet werden besondere Leistungen in allen Stilrichtungen des Tanzes und Persönlichkeiten, die München als Kulturstadt Geltung und Ansehen verschaffen. In erster Linie sollen ein künstlerisches Werk oder eine künstlerische Persönlichkeit ausgezeichnet werden; im Ausnahmefall können auch Persönlichkeiten gewürdigt werden, die besondere Leistungen in Wissenschaft und Lehre und für die Kunstvermittlung in diesem Bereich erbracht haben.

Die Begründung der Jury:

„Die Auszeichnung gilt dem facettenreichen wissenschaftlichen Werk und der persönlichen Integrität einer Pionierin der Tanzwissenschaft, deren Weg in München begann. Mit Claudia Jeschke geht der Tanzpreis 2019 an eine Intellektuelle, deren besonderer Arbeitsansatz Historie und Praxeologie auf einzigartige Weise verbindet: Theoretisches wird buchstäblich auf die Füße gestellt und für choreografisches Tun und Handeln hält dieser Ansatz ein solides intellektuelles Fundament bereit. Darüber hinaus ist es Claudia Jeschke gelungen – auch das eine Verbindung von Theorie und Praxis – die Türen von zunächst deutschen und dann auch österreichischen Universitäten für eine eigenständige Tanzwissenschaft zu öffnen und den Weg zu deren Institutionalisierung als akademische Disziplin zu ebnen. Zwischen kunstgeschichtlichen Epochen und zeitgenössischen Körpern navigierend schuf Claudia Jeschke einen Rahmen und bestellte ein Feld, von dem in Folge viele Nutzen und Gewinn hatten – zuvorderst der Tanz als eine der Oper und dem Theater gleichwertig zu behandelnde Bühnenkunst. Ihren Themen folgt Claudia Jeschke immer mit Akribie und einer stupenden Redlichkeit.

Ihre akademische Karriere begann mit einem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und als sich Anfang der 80er Jahre innerhalb des Instituts der Theaterwissenschaft eine Spartenbildung nach Musik- und Sprechtheater und Tanz abzeichnete, war sie die richtige Person am richtigen Ort für die erste wissenschaftliche Tanz-Stelle an der Münchner Universität. Die Möglichkeit ihrer Habilitierung ergab sich dann aber nur in Leipzig, wo Claudia Jeschke jahrelang die ehrenamtliche Leitung des dortigen Tanzarchivs innehatte und für dessen Eigenständigkeit sie kämpfte. Die erste deutsche Professur für Tanzwissenschaft wurde dann allerdings in Köln eingerichtet, und es war Claudia Jeschke, die man darauf rief. Als dann in Salzburg die gleichfalls erste Professur für Tanzwissenschaft des Nachbarlandes eingerichtet wurde, war es wieder die Historio-Choreografin Jeschke mit ihren speziellen Arbeitsschwerpunkten und Themen, die man lud. Mittlerweile folgt die emeritierte Professorin weiterhin ihren wissenschaftlichen Interessen, nun an der Anton-Bruckner-Universität in Linz und im polnischen Bytom. Ständiger Wohnsitz in all den Jahren ist München geblieben, dem sie als Kuratorin am Deutschen Theatermuseum, mit Lehraufträgen an der Universität, als Jurorin für das Kulturreferat immer verbunden geblieben ist. Claudia Jeschkes Meinung wurde und wird gleichermaßen hoch geschätzt – sowohl in der freien Szene als auch beim Staatsballett über alle Stile und Altersgrenzen hinweg. Neben ihren anerkannten wissenschaftlichen Arbeiten gilt es auch, das beispiellose Engagement einer Tanzaktivistin zu würdigen, deren Hochachtung für den Tanz als Kunstform immer mit dem Respekt für die Materialität des Körpers und seiner jeweiligen Umstände gekoppelt ist. Claudia Jeschke hat vielen und vielem den Weg bereitet – die Stadt möchte es ihr danken!“


Der Jury gehörten unter der Leitung von Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers an: Ivan Liška (Preisträger 2016), Micha Purucker (Choreograf), Stefan Sixt (Iwanson-Sixt-Stiftung), Birgitta Trommler (Choreografin), Bettina Wagner-Bergelt (Preisträgerin 2016) und Kassandra Wedel (Tänzerin) sowie aus dem ehrenamtlichen Stadtrat Ulrike Grimm und Marian Offman (beide CSU-Fraktion), Julia Schönfeld-Knor und Christian Vorländer (beide SPD-Fraktion) und Thomas Niederbühl (Fraktion Die Grünen – rosa liste).

Veröffentlicht am 03.05.2019, von Pressetext in Homepage, News 2018/2019

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