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Heidelberg

MELANCHOLISCHES FAZIT

"Falter – all is falling" von Kate Antrobus in der Hebelhalle Heidelberg



Die Choreografin bündelt so unterschiedliche Erfahrungen wie eine klassische Tanzausbildung und Engagements bei Johann Kresnik und Liz King. Ihr Stück ist dem beinahe-Fallen gewidmet, dem Stolpern und Taumeln als Lebensprinzip.


  • "Falter - all is falling" von Kate Antrobus Foto © Alexander Ehhalt
  • "Falter - all is falling" von Kate Antrobus Foto © Alexander Ehhalt

Bas Jan Ader, mythenumwobener Video-Künstler der siebziger Jahre, war fasziniert vom Fallen. In seinen kurzen Filmclips zeigt er in gnadenlosen Sequenzen den Verlust von Balance, den kurzen Horror davor und die unvermeidliche feindliche Übernahme der Schwerkraft. Es passt zu dieser pessimistischen Lebensansage, dass nach einer ehrgeizigen Atlantiküberquerung nur sein kleines Segelboot in Europa anlangte – ohne ihn.
Melancholisch ist auch der Grundton, den die Heidelbergerin Kate Antrobus – die so unterschiedliche Erfahrungen bündelt wie eine klassische Tanzausbildung und Engagements bei Johann Kresnik und Liz King – in ihrem Stück „Falter – all is falling“ anschlägt. Das ganze Stück ist dem beinahe-Fallen gewidmet, dem Stolpern und Taumeln als Lebensprinzip. In der kurzen schwarzweißen Filmsequenz, den Nils Herbstrieth als Grundlage für seine Videoprojektion benutzt hat, scheint der Fall unvermeidlich – aber er geschieht nur im Auge des Betrachters.

Kate Antrobus lässt ihre höchst unterschiedlichen ProtagonistInnen phantasievoll beinahe scheitern: Ihre ehemalige Tanz-Kollegin Catherine Guerin steigt als Grande Dame vorwärts eine wacklige Leiter hinab, die chinesische Sport-Studentin Songtianyi Cao tanzt vom Weitermachen und Parkour-Artist Jens Rössler kämpft mit den Tücken unterschiedlichster Objekte, zum Beispiel einer kleinen Eisenbahn. Die fährt wieder und wieder einen schrägen Balken hinab und stürzt am Ende in eine im Wortsinn weich gefederte Wanne. Fast unsichtbar zieht unterdessen Kate Antrobus selbst in einem langen, mit Steinen beschwerten blauen Kleid eine diagonale „Timeline“ über die Bühne und verschwindet, natürlich, im Unsichtbaren.

Zum regionalen Team gehört noch Komponistin Nina Wurmann: So gut geht ein Förderkonzept für regionalen Tanz auf. TanzLokal, von den UnterwegsTheater-Machern Jai Gonzales und Bernhard Fauser zum wiederholten Male aufgelegt, hat sich als Plattform für kreative Köpfe und Körper im Rhein-Neckar-Raum bestens etabliert.

Veröffentlicht am 10.10.2018, von Isabelle von Neumann-Cosel in Homepage, Gallery, Kritiken 2017/2018

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Kommentare zu "Melancholisches Fazit"



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