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Gießen

TANZKRIMI

„Der Tag, an dem der Goldfisch starb“ am Theater Gießen



Traditionell begann auch dieses Jahr die TanzArt ostwest am Donnerstagabend vor Pfingsten mit einer Premiere der Tanzcompagnie Gießen (TCG), die diesmal jedoch nicht Ballettdirektor Tarek Assam choreografiert hat, sondern Paolo Fossa.


  • Tanzcompagnie Gießen mit "Der Tag, an dem der Goldfisch starb" Foto © Rolf K. Wegst
  • Tanzcompagnie Gießen mit "Der Tag, an dem der Goldfisch starb" Foto © Rolf K. Wegst
  • Tanzcompagnie Gießen mit "Der Tag, an dem der Goldfisch starb" Foto © Rolf K. Wegst

Den Titel „Der Tag, an dem der Goldfisch starb“ hat Gastchoreograf Paolo Fossa nicht selbst gewählt, da er kurzfristig für einen Kollegen eingesprungen war. Doch arrangierte er sich schnell und effektiv mit den Gegebenheiten vor Ort. Der Titel lieferte ihm sofort die Assoziation zum James Bond-Film „Goldfinger“ und da er ein Fan US-amerikanischer Krimis und Gangsterfilme der 1940er Jahre ist, also der Black Series, waren für ihn viele Optionen offen. Der „Tanzkrimi“ ist daher eher eine Persiflage auf das Filmgenre.

Die Uraufführung des 75-minütigen Tanzstücks fand auf der neuen taT-Studiobühne statt. Die beteiligten sechs Mitglieder der Tanzcompagnie Gießen (TCG) bewiesen wieder einmal Einsatzbereitschaft, Flexibilität und Können, das vom neoklassischen Ballett bis zu Kampfsportarten reicht. Erzählt werden die Lebensgeschichten von sechs unterschiedlichen Typen, die sich als Gang zusammenraufen und einen Überfall planen, der für sie tödlich endet. Politisch-moralisch korrekt eben.

Fossa fragt sich, wie Menschen in die Welt der Kriminalität geraten, denn dieses Milieu hat eigene Regeln, die Ausgrenzung und Gewalt beinhalten, vor allem nach dem Gesetz des Stärkeren funktionieren. Trotz des ernsten Themas gelingt die Umsetzung mit einer humoristischen Leichtigkeit, bei der die eingängige bis schräge Musikauswahl atmosphärisch wichtig ist. Fossa hat quasi alle Körperbewegungsarten studiert, vom Bühnentanz bis zu den Kampfsportarten aus aller Welt. Er verbindet dies in seiner Tanzhandschrift, als deren Kennzeichen die Weichheit der Bewegungen gelten könnte. In der Choreografie arbeitet er mit bewegten Gruppenbildern, etwa einer rasant-witzigen Autofahrt, scheinbar zufälligen Begegnungen und dynamischen Kontrasten.

Die Typen sind über Kostüm und Maske (Thurid Goertz) deutlich verstärkt: so ist Magdalena Stoyanova die fast dämonische Black Queen, die blonde Caitlin-Rae Crook mimt den naiven, aber kämpferischen Gegenpart. Sven Krautwurst ist der Gentleman-Gangster, während Alberto Terribile den rotzigen Jugendlichen mit schlechtem Benehmen und großer Sprungkraft spielt. William Banks überrascht als unsicherer Außenseiter und Yuki Kobayashi scheint immer traurig zu sein. Das Stück kommt mit wenigen Requisiten wie Mikrofon und aufblasbaren Luftballons aus, die Bühne (Bernhard Niechotz) wird von den Tänzern mithilfe von Pappkartons umgebaut, das Licht unterstützt die Raumvorstellungen vom surrealen Traum, über den Kampfsportclub bis zum Rotlichtmilieu. Ach ja, und der Goldfisch taucht im Stück auch auf.

Veröffentlicht am 24.05.2015, von Dagmar Klein in Homepage, Kritiken 2014/2015, Tanz im Text

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Kommentare zu "Tanzkrimi"



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