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München

LIEBE OHNE WORTE

Wiederaufnahme von Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett



Daria Sukhorukova als die Pariser Kurtisane Marguerite und Matej Urban als Armand, diese beiden Debüts machten John Neumeiers „Kameliendame“ – 1978 in Stuttgart kreiert, seit 1997 im Münchner Repertoire – zu einer Glücksstunde.


  • John Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett: Daria Sukhorukova und Matej Urban Foto © Charles Tandy
  • John Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett: Daria Sukhorukova und Matej Urban Foto © Charles Tandy
  • John Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett : Daria Sukhorukova und Matej Urban Foto © Charles Tandy
  • Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett : Daria Sukhorukova und Matej Urban Foto © Charles Tandy
  • John Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett: Ilana Werner als Olympia Foto © Charles Tandy
  • John Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett: Ensemble Foto © Charles Tandy
  • John Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett: Stephanie Hancox als Prudence Foto © Charles Tandy
  • John Neumeiers "Kameliendame" am Bayerischen Staatsballett: Ilana Werner als Olympia Foto © Charles Tandy

Das Bayerische Staatsballett hat ein neues Liebespaar! Daria Sukhorukova (Erste Solistin) als die Pariser Kurtisane Marguerite und Matej Urban (Solist) als Armand, diese beiden Debüts machten John Neumeiers „Kameliendame“ zu Chopin-Musiken – 1978 für Stuttgarts große Dramatische Marcia Haydée kreiert, seit 1997 im Münchner Repertoire – soeben im Nationaltheater zu einer Glücksstunde. Michael Schmidtsdorff am Pult und die Pianisten Wolfgang Manz und Simon Murray trugen dazu bei.

Neumeiers Vertanzung des Dumas'schen Romans ist ein Meisterwerk – aber auch eine extreme Herausforderung. Sein Schrittmaterial ist hochkompliziert – das Ensemble hatte des öfteren dran zu knabbern –, und seine Dramaturgie, mit der spiegelbildlich eingesetzten „Manon“-Geschichte, ist hochkomplex verschachtelt. Wenn da nicht wirklich geliebt wird, drängt sich die Kunstfertigkeit in den Vordergrund. Ein Vergleich mit der damals 41jährigen reifen Künstlerin Haydée verbietet sich. Hier stürzt eine noch junge Marguerite in ein ihr bis dahin unbekanntes Gefühl. Und ein blutjunger Armand, Stand und Pflichten vergessend, wirft sich ihr zu Füßen. Matej Urban, technisch den Neumeier-Widrigkeiten exzellent standhaltend, kann mit seinem hinreißend natürlichen Sehnsuchtslächeln noch in den verquersten Hebungen den blind liebenden Armand erlebbar machen. Und seine Pas de deux mit Sukhorukova sind: Liebe ohne Worte. Die russisch geschulte Ballerina mit einer besonderen tänzerischen Aura, tanzt hier sehr schön ihre erste dramatische Rolle. Jetzt müssen sie und Urban die Chance bekommen, noch tiefer in diese durch Krankheit und gesellschaftliche Tabus tragische Liebesgeschichte hineinzureifen. Zwei weitere Debüts waren erfreulich: Séverine Ferrolier passt sehr gut als die Ballett-im-Ballett-Figur Manon Lescaut. Und Jonah Cook (erst seit kurzem im Ensemble) als Graf N. ist mit seiner elegant luftigen Allüre, seiner Bühnenpräsenz ein Hoffnungsträger.

nochmals 22. und 29. 11., 19 Uhr 30; 23. 11., 18 Uhr. Tel. 089/ 2185 1920

Veröffentlicht am 27.10.2014, von Malve Gradinger in Homepage, Kritiken 2014/2015, Tanz im Text

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Kommentare zu "Liebe ohne Worte"



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