„Asceta“ von Chey Jurado

Chey Jurado und die Gruppe Qabalum

Zeitgenössischer Tanz aus Spanien in der HebelHalle

Mit Chey Jurado und der Gruppe Qabalum präsentiert das UnterwegsTheater am Samstag, den 30. Mai einen Doppelabend mit markanten künstlerischen Handschriften aus der spanischen Tanzszene. Am Sonntag, den 31. Mai bietet Chey Jurado in den Räumen des Choreographischen Centrums Heidelberg einen Workshop an.

Heidelberg, 15/05/2026

Chey Jurado ist tänzerischer Autodidakt mit Wurzeln im Urban Dance. Sein aktuelles Solo Aceta widmet sich dem religiös-spirituellen Ideal des Asketen, der den Widrigkeiten des Lebens seine konzentrierte Selbstschulung und fortwährende Übungspraxis entgegensetzt, um Überwindung, Freiheit und Meisterschaft zu erreichen. Chey Jurado greift die dahin enthaltene Suchbewegung auf und fokussiert gleichzeitig, was es heißt, sich der Blicke anderer Menschen bewusst zu sein, während man tatsächlich oder vermeintlich den eigenen Blick nach Innen richtet. Und so sieht er sich den Knopf am Radio drehen auf der Suche nach einem Sender, nach irgendetwas, das er kaum anhört, während er sich in diese kleine Erregung des Suchens hinein begibt – und dabei sein Gegenüber betrachtet.

Chey Jurados Bewegungsverständnis wurde wesentlich von seinem Vater geprägt, der in den 1980er Jahren zu den Pionieren des Breakdance in Spanien gehörte. Auf den renommiertesten internationalen Wettbewerben wie dem Redbull BC ONE, Battle Of The Year und zahlreichen anderen wurde Chey Jurado vielfach ausgezeichnet, bevor er sein Interesse an der Bühne entdeckte. Er arbeitet mit Choreograph*innen und Compagnien wie La Veronal, Perfordance and Peeping Tom und schuf 2016 sein erstes eigenes Stück Agua, das mehrere Auszeichnungen und Festivaleinladungen erhielt. Seitdem hat er sich als Choreograph einen Namen gemacht und wurde 2022 vom spanischen Sender RTVE ausgezeichnet.

Die Gruppe Qabalum zeigt mit Gárgola (dt. Wasserspeier) eine tänzerische Suche nach der symbolischen Verbundenheit des Menschen mit dem Tier, der Kreatur, der Natur im existentiellen Sinn. In Gárgola sehen wir zwei Menschen ohne Namen, ohne konkrete Identität, die einander suchen, abstoßen, zerbrechen und zerreißen beim Versuch, den Abstand zu überwinden, der sie von einander wie auch vom Rest der Welt trennt. Das Stück ist inspiriert von den zahlreichen Tierdarstellungen, die die Menschheit seit Jahrtausenden überall auf der Welt hervorbringt, in Höhlen, in religiöser Ikonographie, in Kinderzeichnungen. Mit ihnen vergewissern sich Menschen der eigenen Nähe zur Natur, bringen ihre Sehnsucht nach Unvergänglichkeit zum Ausdruck und suchen ein Tor, das den Rückweg weist in eine Realität, die sich immer weiter entfernt und die wir Natur nennen.

Qabalum wurde 2020 von Lucía Burguete und Diego Pazó gegründet und ist seitdem in ganz Spanien und international mit preisgekrönten Stücken präsent. Aktuell gehören Qabalum zu den Finalisten des Internationalen Choreographie-Wettbewerbs für Duette RIDCC in Rotterdam. Neben ihren gemeinsamen Stücken arbeiten beide Tanzschaffenden auch als Tänzer*innen mit Compagnien und Choreograph*innen wie Peeping Tom, Daniel Abreu und LED Silhouette.

 

Spanien Tanz!

Zweiteiliger Abend mit neuen Stücken von Chey Jurado und Qabalum

Samstag, 30. Mai 2026, 20 Uhr, HebelHalle

Tickets ab 16,50 EUR, ermäßigt 11,- EUR über Reservix.de

 

Asceta

Konzept, Inszenierung, Choreographie und Tanz: Chey Jurado

Musik: Alva Noto, Ryuichu Sakamoto, Einstürzende Neubauten

Kostüm: Sara Sánchez

Licht: Fernando Careaga



GÁRGOLA

Choreographie und Tanz: Diego Pazó & Lucía Burguete

Musik: Diego Pazó und andere

 

Opposite Side

Profi-Workshop mit Chey Jurado

Sonntag, 31. Mai 2026, Choreographisches Centrum

Anmeldung unter info@cc-hd.de 

Teilnahmegebühr: 30,- EUR

 

Weitere Informationen und Tickets unter www.unterwegstheater.de

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