Unsusual Symptoms

Everybody!

EveryBody Festival 2026: Das inklusive Tanz- und Performancefestival mit internationalen Gästen

Vom 12. bis 25. März 2026 findet in Nürnberg die dritte Ausgabe des EveryBody Festivals statt. Das inklusive Festival für Tanz und Performance bringt international renommierte Produktionen aus sechs Ländern nach Nürnberg und rückt die Vielfalt menschlicher Körper, ihre Kraft, ihre Verletzlichkeit und ihre Ausdrucksmöglichkeiten in den Mittelpunkt.

Nürnberg, 25/02/2026

Das Festival steht unter künstlerischer Leitung von Choreographin und Tänzerin Susanna Curtis und ist eine Kooperation zwischen EveryBody – der Nürnberger Initiative für inklusiven Tanz – und der Tafelhalle Nürnberg, in Zusammenarbeit mit den weiteren Spielorten Künstlerhaus und Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände.
Das EveryBody Festival versammelt wegweisende inklusive Kompanien aus Schottland, Südafrika, Südkorea, Spanien, Israel und Deutschland, deren Arbeiten in Deutschland bisher kaum zu sehen waren. Das Programm vereint ästhetisch unterschiedliche, gesellschaftlich relevante Arbeiten und zeigt, wie vielfältig inklusive künstlerische Praxis heute international gedacht und gelebt wird. Neben großen Ensembleproduktionen und intimen Soloperformances gehören auch dokumentarische Formate, site-specific Arbeiten sowie Tanztheater für junges Publikum zum Festival. Tanzworkshops, Community-Formate, Vortrags- und Austauschangebote ergänzen das Bühnenprogramm und schaffen Räume für Austausch zwischen Künstler*innen, Publikum und Stadtgesellschaft.


Gründung eines interkontinentalen Netzwerks Das Festival dient ebenso als Startschuss zur Gründung eines dauerhaften Austauschnetzwerks zwischen den internationalen Partner*innen Indepen-dance (Schottland), Light Sound Friends Dance Company (Südkorea), Unmute Dance Theatre (Südafrika) und EveryBody. Im Festivalzeitraum sind daher auch interne Netzwerkveranstaltungen mit den Kernpartnerinnen
geplant. Im Rahmen der Netzwerk- und Austauschformate wird beleuchtet, wo die inklusive Tanzszene auf internationaler Ebene steht und ein Grundmodell für gelingenden internationalen Wissenstransfer im Bereich der inklusiven Darstellenden Künste entwickelt.


Für alle – everybody and every body Barrierefreiheit ist beim EveryBody Festival kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil: Einige Produktionen integrieren Zugänglichkeit bereits künstlerisch, andere werden durch passgenaue Angebote ergänzt. Dazu zählen Audiodeskription, haptische Einführungen, Übertragung in die Deutsche Gebärdensprache oder ein geschultes Access-Team vor Ort. Über die Maßnahmen wird umfassend und auch in einfacher Sprache auf den Kanälen des Festivals informiert.


Flexible Ticketpreise nach dem Prinzip „Zahl, was Du kannst!“ ermöglichen den Besuch unabhängig von der finanziellen Situation. Kostenlose Tanzworkshops mit den eingeladenen Gastkompanien, ein Konzert der inklusiven Big Band Vollgas Connected und die inklusive Disco mit Dj Anna Bolika laden dazu ein, das Festival nicht nur als Teil des Publikums, sondern aktiv mitzuerleben – als Raum für Begegnung, Teilhabe und künstlerische Qualität. Nicht nur die Sehgewohnheiten des Publikums möchte das Festival erweitern – ein Vortrag über Diskriminierungserfahrungen Tauber Menschen im Kulturbetrieb von Aktivist*in und Sozialarbeiter*in Silvia Gegenfurtner lädt dazu ein, etablierte Konzepte von Inklusion zu hinterfragen und diese als politische Praxis zu verstehen.
 

Zum Programm: Internationale Woche und Festivalauftakt mit preisgekrönter Tanzproduktion


Eröffnet wird das Festival am Donnerstag, den 12. März 2026, mit der neuen Produktion The Tide der preisgekrönten Tanzkompanie Unusual Symptoms (Theater Bremen mit Tänzer*innen von tanzbar_bremen). In den nachfolgenden Tagen werden Produktionen lokaler Künstler*innen präsentiert: Die Solo-Performance Über Müdung von der Nachwuchskünstlerin Astrid Hornung über deren Erkrankung ME/CFS, das dokumentarische Theaterstück Heil!Anstalt vom Kollektiv Eimer/Özdin/Storozhuk/Felhofer über die NS-Morde an Menschen mit Behinderung in der Erlanger „Heil- und Pflegeanstalt“ sowie die site-specific Performance Whispering Walls der einladenden Initiative EveryBody/Curtis & Co. –
dance affairs, die sich mit dem geschichtsträchtigen Gebäude der Kongresshalle im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände auseinander gesetzt hat.
 

Am 18. März startet die internationale Woche, die insgesamt vier Doppelabende mit Tanzstücken der internationalen Kompanien beinhaltet. Die internationalen Gäste gelten als Best-Practice Beispiele für inklusive Tanzkunst.
Die Light Sound Friends Dance Company nimmt eine führende Rolle in Südkorea in der künstlerischen und pädagogischen Entwicklung des Accessible Dance ein. Das gezeigte Tanzstück DIVERSE entstand in Zusammenarbeit mit dem Choreographen JungSik Roh.
Auch das Unmute Dance Theatre setzt sich in Kapstadt für Inklusion ein und entwickelt Bühnenproduktionen, veranstaltet Workshops, Schulprojekte sowie das Unmute ArtsAbility Festival. Auf dem EveryBody Festival sind sie mit Timelapse zu Gast.
International renommiert und mehrfach ausgezeichnet ist auch die Sharon Fridman Company, deren künstlerischer Ansatz zeitgenössischen Tanz, Kontaktimprovisation und eigens entwickelte Techniken kombiniert. Die Kompanie ist mit gleich zwei Tanzstücken zu Gast; Go Figure sowie Break a leg, das sich noch im Entstehungsprozess befindet und auf dem Festival somit eine Weltpremiere markiert.

Indepen-dance wurde bereits 1996 als Tanzplattform für Menschen mit und ohne Behinderungen in Glasgow gegründet. Die wegweisende Initiative ist ebenfalls mit zwei Produktionen zu Gast: Entwined entstand in Zusammenarbeit mit der estländischen Choreographin Eve Mutso. Für Kinder ab drei Jahren bringt die Kompanie außerdem das wunderbar-wunderliche Tanzstück Four Go Wild in Wellies mit.

Die internationale Woche wird abgeschlossen mit der einer Filmpräsentation der vielseits geehrten Produktion 111 von Eve Mutso und Joel Brown (Schottland, Estland). Das vollständige Programm ist ab sofort unter everybody.nuernberg.de abrufbar.

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