Empathy for the Devil, Nico and the Navigators: Martin Clausen

Teuflisch gut

Wiederaufnahme von "Empathy for the Devil" von Nico and the Navigators im April 2026

Seit der Entstehung der Produktion hat sich die Welt weiter verhärtet: Kriege, rechtspopulistische Verschiebungen, gesellschaftliche und politische Tabubrüche bestimmen die Gegenwart– selbst die regelbasierte Ordnung und die Menschenrechte geraten erneut zur Disposition. In diesem Klima gewinnt die Rede von Gut und Böse weiter an Schärfe, meist als Vereinfachung.

Radialsystem Berlin, 09/03/2026

Mit „Teuflisch gut“ betitelte die Berliner Zeitung 2021 die Kritik zur Uraufführung von Empathy for the Devil.

Seit der Entstehung der Produktion hat sich die Welt weiter verhärtet: Kriege, rechtspopulistische Verschiebungen, gesellschaftliche und politische Tabubrüche bestimmen die Gegenwart– selbst die regelbasierte Ordnung und die Menschenrechte geraten erneut zur Disposition. In diesem Klima gewinnt die Rede von Gut und Böse weiter an Schärfe, meist als Vereinfachung.

Dennoch – oder gerade deshalb – bringen NICO AND THE NAVIGATORS im April 2026 ihre von Presse und Publikum gefeierte Musiktheaterproduktion erneut auf die Bühne: jenes „Teuflische der Sänger und Performer, das uns förmlich anspringt“ [rbb Kultur] und mit ihm das ambivalente Verhältnis des vermeintlich Guten zum mutmaßlich Bösen.

Zeitgenössische und barocke Kompositionen, Pop-Songs und Opernarien grundieren einen Abend, der in vielfältigen Facetten die Faszination wie auch die Irritation des Bösen auslotet. Als pathetisch-ironischer Gruß an die „Sympathy“ der Rolling Stones wird die Rolle jener im Teufel personifizierten Kraft thematisiert, die laut Goethe „stets das Böse will / und stets das Gute schafft“. Ursprünglich für das 200. Jubiläum des Konzerthauses Berlin als Orchesterfassung geplant, vereint die pandemiebedingte Kammerversion eine Fülle an diabolischem Material aus Literatur und Musik zu einer vielschichtigen Begegnung mit dem Bösen. Dass es dabei neben privaten Kontrakten mit dem Teufel und der Verlockung durch Todsünden auch um politische Bündnisse und Endzeitprophezeiungen geht, versteht sich angesichts der aktuellen Weltlage von selbst.

„Der Auftakt für einen mitreißenden Abend ist gegeben ... Das Ensemble singt und tanzt wie im Rausch und denkt zwischendurch über das Gut und Böse nach. Als seien sie vom Leibhaftigen besessen, überbieten sich Sänger, Tänzer und Schauspieler ... Nico and the Navigators führen den Zuschauer durch seelische Abgründe und machen klar: Der Teufel, das sind wir alle.“ [Opernwelt]

RADIALSYSTEM
Do 16. / Fr 17. / Sa 18. April 2026 | 20 Uhr sowie So 19. April 2026 | 18 Uhr
Holzmarktstraße 33, 10243 Berlin | Tickets: 16 - 36€ / erm. 12 - 22€
Tickets: +49 (0)30 288 788 588 | ticket@radialsystem.de | Ticketshop
 

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