»if I was real«

cie. toula limnaios feiert 30 Jahre Compagniegeschichte

Jubiläumsfestival vom 3. Juni bis 25. Juli in der HALLE Tanzbühne Berlin

Mit ihrem 30-jährigen Bestehen blickt die cie. toula limnaios im Jahr 2026 nicht nur auf eine kontinuierliche künstlerische Entwicklung zurück, sondern behauptet zugleich eine bemerkenswerte Konstante innerhalb der Berliner Freien Szene.

Berlin, 20/05/2026

1996 gründeten die Choreographin und Tänzerin Toula Limnaios und der Komponist Ralf R. Ollertz die Compagnie. Seit 1997 in Berlin ansässig und seit 2003 mit der HALLE Tanzbühne Berlin an einer festen Spielstätte verankert, hat sich die Compagnie über drei Jahrzehnte hinweg als eigenständige und konstante künstlerische Stimme etabliert – in einer Szene, die von Brüchen und Unsicherheiten geprägt ist.

Vom 3. Juni bis 25. Juli 2026 wird die HALLE Tanzbühne Berlin zum Zentrum eines achtwöchigen Jubiläumsfestivals, das ausgewählte Werke aus drei Jahrzehnten zeigt und um Konzerte, Filmabende sowie ein internationales Gastspiel erweitert. Im Zentrum stehen Arbeiten aus unterschiedlichen schöpferischen Phasen – von Kammerstücken bis zu großen Gruppenarbeiten –, die exemplarisch für die Ästhetik der Compagnie sind.

Am Eröffnungswochenende kehrt Toula Limnaios erstmals seit Jahren selbst auf die Bühne zurück: Im Doppel-Solo »shifted realities« tritt sie in einen Dialog mit dem langjährigen Tänzer der Compagnie Hironori Sugata. Zwei Körper in ihrem eigenen Raum, parallel nebeneinander, nicht synchron, sich gegenseitig beeinflussend, ohne zu verschmelzen.

Mit dem Ensemblestück »les possédés« aus dem Jahr 2009 richtet sich der Blick auf gesellschaftliche Dynamiken und die Frage nach Gewalt, während sich das Duett »isson« mit dem Konzept des Doppelgängers beschäftigt. Der Juli beginnt mit einer Rekonstruktion des ersten Stücks der Compagnie: »le temps d’après«, inspiriert von Gedichten Ingeborg Bachmanns, entfaltet eine Atmosphäre, die als »magischer Realismus« beschrieben wurde.

Eine internationale Perspektive eröffnet das Gastspiel »cultus« der Compagnia Zappalà Danza, einem langjährigen Partner im gemeinsam mit der cie. toula limnaios gegründeten europäischen Ensemblenetzwerk EUtopia. Den Festivalabschluss bildet »if I was real« (2013), eine Choreographie inspiriert von Albert Camus: im Zwischenraum von Traum und Wirklichkeit.

Ergänzt wird das Tanzprogramm durch Konzerte und Filmabende. Ralf R. Ollertz präsentiert Kompositionen aus mehreren Jahrzehnten, das ensemble mosaik erinnert mit einem Gedenkkonzert an Bettina Junge. Tanzfilme wie »we are made« und die ZDF/ARTE-Koproduktion »atemzug« sowie Dokumentationen wie »outro país« und die Reihe »inmitten« geben Einblicke in künstlerische Prozesse und Biografien.

So entsteht ein Programm das nicht nur ein Jubiläum markiert, sondern ein künstlerisches Kontinuum sichtbar macht – ein Festival das zeigt, wie sich Vision, Kontinuität und Zusammenarbeit zu einer nachhaltigen Praxis verbinden.

Zur Homepage: https://toula.de/

 

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