Eyal/Goecke

Zweiteiliger Ballettabend mit ‹Bedroom Folk› von Sharon Eyal & Gai Behar sowie ‹Le Sacre du printemps› von Marco Goecke

Zwei stilprägende Stimmen der Gegenwart, ein gemeinsamer Abend: Mit Sharon Eyal & Gai Behar und Marco Goecke treffen im Ballett Basel zwei choreographische Handschriften aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und sich gerade darin auf faszinierende Weise ergänzen. ‹Bedroom Folk› und ‹Le Sacre du printemps› sind beide erstmals in der Schweiz zu sehen.

Basel, 02/09/2026

Zwei stilprägende Stimmen der Gegenwart, ein gemeinsamer Abend: Mit Sharon Eyal & Gai Behar und Marco Goecke treffen im Ballett Basel zwei choreographische Handschriften aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und sich gerade darin auf faszinierende Weise ergänzen. ‹Bedroom Folk› und ‹Le Sacre du printemps› sind beide erstmals in der Schweiz zu sehen.

Den Anfang macht Sharon Eyals und Gai Behars Kultstück ‹Bedroom Folk›, entstanden 2015 für Nederlands Dans Theater 1. Zu den elektronischen Klangwelten von Ori Lichtik, dessen treibende Beats von Einflüssen lateinamerikanischer Rhythmen durchzogen sind, bewegt sich die Compagnie wie ein einziger Organismus. Aus kleinsten Gesten, präziser Synchronität und individuellen Verschiebungen entsteht ein pulsierender Bewegungsstrom, der zwischen technoider Ekstase und archaischer Kraft oszilliert. Eyals charakteristische Bewegungssprache lässt aus minimalistischen Formen soghafte, gemeinschaftliche Bildwelten entstehen: filigran, körperlich, obsessiv. Tanz wird dabei zum unmittelbaren, intuitiven Prozess – getragen von Rhythmus, Emotion und der Energie des Augenblicks.

Nach dieser hypnotischen Verdichtung eröffnet Marco Goecke mit ‹Le Sacre du printemps› einen radikal eigenen Blick auf Strawinskys legendäres Meisterwerk. Anders als im ursprünglichen Szenario rückt nicht das einzelne Opfer ins Zentrum, sondern die Gruppe selbst: ihr Zusammenhalt, ihre inneren Konflikte, Machtverhältnisse und die Frage nach individueller Verantwortung. Goecke verschiebt den Fokus vom Ritual auf die Dynamik einer Gemeinschaft, in der sich die Rollen von Opfer und Täter, Individuum und Kollektiv jederzeit verändern können. Seine unverwechselbare, hochverdichtete Bewegungssprache – flirrend, blitzschnell und nervös – übersetzt psychologische Spannungen unmittelbar in Körperlichkeit. Dazu entfaltet sich Strawinskys Partitur in ihrer ganzen Wucht, live gespielt vom Sinfonieorchester Basel.

Was beide Choreographien verbindet, ist die kompromisslose Konzentration auf Körper, Rhythmus und kollektive Zustände. Doch wo Eyal den Körper in einen hypnotischen Sog aus Synchronität und Energie führt, legt Goecke die Bruchlinien innerhalb der Gemeinschaft frei. Zwei choreographische Ikonen der aktuellen Tanzszene begegnen sich in einem Abend, der einen Bogen zwischen Rausch und Ritual, Ekstase und Konflikt, kollektiver Energie und individueller Verantwortung spannt.

 

Premiere: 11. September 2026, 19:30 Uhr, Grosse Bühne , Theater Basel

 

‹Bedroom Folk› von Sharon Eyal, (2015 am NDT 1)

Uraufführung: 2015 vom Nederlands Dans Theater 1

Musik von Ori Lichtik

Choreographie – Sharon Eyal, Gai Behar

Einstudierung – Leo Lerus

Probenleitung Ballett Basel – Takako Nishi

Kostüme – Rebecca Hytting

Sounddesign – Ori Lichtik

Lichtdesign – Alon Cohen

 

‹Le Sacre du printemps› von Marco Goecke

Uraufführung: 2025 am Gärtnerplatztheater

Musik von Igor Strawinsky

Musikalische Leitung – Thomas Herzog, Dr. Martin Georgiev

Choreographie und Bühne – Marco Goecke

Einstudierung Ballett Basel – Marco Goecke, Ralitza Malehounova

Kostüme – Marvin Ott

Lichtdesign – Udo Haberland

Dramaturgie UA – Andräs Borbély T.

Choreographische Assistenz UA – Patrick Teschner

Licht – Christian Foskett, Patrick Gysin

 

‹Eyal/Goecke› ist bis zum 21. Februar 2027 am Theater Basel zu sehen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.theater-basel.ch/de/eyalgoecke

Medien

Work in Progress-Clips

BEDROOM FOLK: https://youtu.be/0WcCuKed7o0?si=lXCcWll42JsEzj7n

LE SACRE DU PRINTEMPS: https://youtu.be/zeMyxoxk8h8?si=_x0Vnb7RulIX2PNW

 

Tickets sind erhältlich über den Webshop oder die Billettkasse

+41 (0)61 295 11 33

billettkasse@theater-basel.ch

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