Bravouröses Schülerprojekt

„Move the Music“ am Theaterhaus

Stuttgart, 07/11/2009

„Haben Sie meine Puppe gesehen?“ - Auf der Suche nach Puppen und Plüschtieren klettern sechzehn tanzbegeisterte Teenager über Zuschauer, quetschen sich durch die Reihen, balgen und stolpern zu Aron Coplands „Dance Symphony“ auf die Bühne des großen Saals im Stuttgarter Theaterhaus. Das Publikum am Premierenabend von „Move the Music“ hat ebensoviel Spaß am ausgelassenen Treiben wie die Schülerinnen und Schüler. Was mit kindlicher Spielfreude beginnt, bekommt durch „Dundu“, eine riesige Stockpuppe (Tobias Husemann und Stefan Charisius), die von fünf professionellen Puppenspielern geführt wird, eine Wende ins Metaphorische. Es gab Bravorufe für „Greater than life…“, die letzte der vier kurzweiligen Choreografien von Lior Lev und viel berechtigter Beifall für ein grandioses Finale eines rundum gelungenen Tanz- und Musikprojekts.

Produziert von artconnexion (Lior Lev und Gereon Müller), erarbeitete der Choreograf gemeinsam mit Sonia Santiago zum vierten Mal einen unterhaltsamen Abend mit Stuttgarter Jugendlichen und Ballettprofis. Wie bei keinem der Vorläufer von „move the music“ sehen die Amateure gut aus, zeigen sich in tänzerisch rhythmischen Formationen und Aktionen von ihrer besten Seite. Selbst wenn sie, wie in „2 weeks later…“ oder „Estancia“ mit so wunderbaren Solisten wie Myriam Simon und Damiano Pettenella oder Isabela Maylart und Florian Modan (Cranko-Schule) auf der Bühne stehen, überzeugt ihr Zusammenspiel, ihre Musikalität und Bühnenpräsenz.
Neben den Choreografien zu Musik von Peteris Vasks, Alberto Ginastera und Aaron Copland brillieren Ekatarine Giorgadze und Christopher Basile im zeitgenössischen Duett „weren't you supposed to laugh“ zu barocker Virtuosität Giuseppe Tartinis. Der Erfolg des Programms verdankt sich nicht zuletzt den ausgezeichneten Instrumentalisten des Stuttgarter Ensembles Zementwerk unter Leitung von Gereon Müller sowie dem Überraschungsgast Timo Brunke, der in bester Slampoetenart vor der Pause ein Loblied auf den Tanz reimt und charmant auf die finanzielle Misere des Tanzes hinweist.

www.theaterhaus.com

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