HOMEPAGE



Magdeburg

HERAUSFORDERUNG ZUM TANZ

Das diesjährige Tanzfest des Ballett Magdeburg stand unter dem Motto „10 Jahre Gonzalo Galguera und das Ballett Magdeburg“



Neben aktuellen Aufführungen aus dem Repertoire und den „Tanzbegegnungen 6“ wurde eine "Internationale Ballettgala" mit Ausschnitten aus den Arbeiten der letzten 10 Jahre zum umjubelten Höhepunkt des Magdeburger Tanzfestes 2016.


  • "Carmina Burana" von Gonzalo Galguera; Herren des Balletts Magdeburg Foto © Nilz Böhme
  • "Stürmische Höhen" von Gonzalo Galguera; Veronika Zemlyakova und Kirill Sofronov Foto © Nilz Böhme
  • "La Sylphide" von Gonzalo Galguera; Daniel Smith, Lou Beyne und Anastasia Gavrilenkova Foto © Andreas Lander
  • "Wir sind Geiseln unserer Gefühle" von Anastasia Gavrilenkova; Lou Beyne Foto © Nilz Böhme
  • "Burburinho" von Tatiana de Sousa; Audrey Becker, Cristina Salamon Lama, Leah Allen, Andrea Masotti, Laura Dominijanni und Sophie Allnatt Foto © Nilz Böhme
  • "Qua vadis" von Antanina Maksimovich; Cristina Salamon Lama und Sophie Allnatt Foto © Nilz Böhme

Die Kartennachfrage war enorm. Nicht nur die Aufführungen der „Tanzbegegnungen 6“ mit Choreografien der Tänzerinnen Anastasia Gavrilenkova, Tatiana de Sousa und Antanina Maksimovich waren ausverkauft. Die Ankündigung, dass zur Internationalen Ballettgala aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums von Gonzalo Galguera als Ballettdirektor und Chefchoreograf des Ballett Magdeburg mit Celia Milan, Veronika Zemlyakova und Kirill Safronov sowie Emma Hanley Jones, Jake Burden und Michael Blaszyk ehemalige Tänzer der Magdeburger Ballettkompanie aus aller Welt anreisen, um ein Galaprogramm mit Ausschnitten aus den Inszenierungen des vergangenen Jahrzehnts zu gestalten, äußerte sich in einem regelrechten ‚Run’ auf die Karten.

Mit insgesamt 12 Ausschnitten aus den insgesamt 25 Inszenierungen Gonzalo Galgueras zwischen Klassik, Neoklassik und Modern Dance wurde auf hohem tänzerischen Niveau die vielseitige choreografische Handschrift des charismatischen Künstlers, seine hohen tänzerischen Anforderungen an Solisten und Gruppe sowie seine Vielfarbigkeit in den ganz auf die Musik abgestimmten tänzerischen Arrangements deutlich. Dabei präsentierten sich nicht nur die Gäste in tänzerischer Höchstform. Lou Beyne und Daniel Smith zeigten technische Brillanz und Emotionen in den Pas de deuxs aus „La Sylphide“ und „Dornröschen“. Zu den umjubelten tänzerischen Höhepunkten des Programms gehörten die Ausschnitte aus dem Ballett „Debütantenball“, getanzt von Veronica Zemlyakova und Kirill Safronow sowie Emma Hanley Jones und Jake Burden, die eindrucksvoll auch das Pas de deux aus Galgueras Choreografie „Instante“ mit technischer Raffinesse tanzten. Besonders zu erwähnen sind „In Taberna“ aus dem Ballett „Carmina Burana“ mit den Herren der Kompanie, die die schwierigen Bewegungen in rasantem Tempo mit einer erstaunlichen Synchronität punktgenau zur Musik tanzten. Und mit den tänzerischen Performances zur Musik von „Schneewittchen“ aus dem Tanzabend „Keine Schmerzen“ brachte Gonzalo Galguera eine ganz besondere Farbe in das Galaprogramm. Zu dem Schneewittchen-Song „Du musst an Dich glauben“ tanzte Galguera selbst und bezog nach und nach seine Tänzerinnen und Tänzer und die Gäste mit ein. Gemeinsam mit den Gästen präsentierte sich an diesem Galaabend das Ballett Magdeburg in tänzerischer Hochform.

Während im vergangenen Jahr die drei Tänzer Adam Reist, Andreas Loos und Raul Pita Caballero Choreografien für ihre männlichen Kollegen erarbeitet hatten, standen in diesem Jahr in den drei Tanzstücken „Wir sind Geiseln unserer Gefühle“, „Burburinho“ und „Quo Vadis“ des Abends „Tanzbegegnungen 6“ die Tänzerinnen der Kompanie im Zentrum der ungemein spannenden und emotional berührenden Tanzstücke. Jede der drei jungen Choreografinnen entwickelte dabei eine ganz eigene tänzerische Sprache, die Elemente des klassischen Tanzes ebenso berücksichtigte, wie auch unterschiedliche Formen des Ausdrucktanzes und des Zeitgenössischen Tanzes. Besonders eindrucksvoll gelang dies Tatiana de Sosa, die sich vom portugiesischen Fado inspirieren ließ und eine Choreografie zwischen Melancholie und Fröhlichkeit entwickelte. Tänzerische Dominanz zeigt in „Wir sind Geiseln unserer Gefühle“ Lou Beyne, die im Widerstreit der Gefühle immer wieder mit unterschiedlichen Charakteren konfrontiert wird. Dieses Auf und Ab der Emotionen wird in einer Art Pas de quarte von Lou Beyne, Leah Allen, Andrea Masotti und Audrey Becker dargestellt. Mit „Quo Vadis“ widmet sich Antanina Maksimovich der Suche nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Identität. Ihr Tanzstil ist frei und ermöglicht das intensive Eingehen auf die Musik, die durch das armenische Instrument Dudek bestimmt wird. Die Performance mit schwarzen und weißen Bändern in einem furiosen Körperspiel steht in wirkungsvollem Kontrast zu den pantomimischen Schattenrissen. Viel Beifall für die Tänzerinnen und ihre überzeugenden Leistungen.

Mit „Coppélia“ und „Bluthochzeit/Lorca“, die im Rahmen des Tanzfestes zur Aufführung kamen, präsentierte sich das Ballett Magdeburg in sehr guter Form und zeigte sein hohes tänzerisches Niveau.

Veröffentlicht am 07.06.2016, von Herbert Henning in Homepage, Kritiken 2015/2016

Dieser Artikel wurde 2639 mal angesehen.



Kommentare zu "Herausforderung zum Tanz"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



     

    AKTUELLE KRITIKEN


    EINGEHEIZT IN NEUER MOVIMENTOS-SPIELSTÄTTE

    São Paulo Dance Company eröffnet das 17. Tanzfestival in Wolfsburg
    Veröffentlicht am 21.07.2019, von Kirsten Poetzke


    SPRUNGBRETT

    Junge Choreografen des Ballett am Theater Pforzheim
    Veröffentlicht am 14.07.2019, von Gastbeitrag


    BITTE ANSCHNALLEN UND DIE FANTASIE FLIEGEN LASSEN

    Das ARTORT-Festival des Heidelberger UnterwegsTheaters auf dem Airfield
    Veröffentlicht am 12.07.2019, von Isabelle von Neumann-Cosel



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    »IMPROMPTUS« VON SASHA WALTZ IM AUGUST 2019 WIEDER IM RADIALSYSTEM

    Die Choreographie »Impromptus« von Sasha Waltz zur Musik von Franz Schubert wird am 7., 8., 10. und 11. August 2019 nach vierjähriger Pause wieder im Berliner radialsystem gezeigt.

    Mit »Impromptus« schuf Sasha Waltz im Jahr 2004 zum ersten Mal eine Choreographie zu klassischer Musik – aus der Epoche der Romantik.

    Veröffentlicht am 17.07.2019, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    ENGAGEMENT VERLOREN

    Sergei Polunin nicht mehr im "Schwanensee" an der Pariser Oper
    Veröffentlicht am 15.01.2019, von tanznetz.de Redaktion


    RAUSCHEN VON SASHA WALTZ & GUESTS

    Uraufführung am 7. März 2019 in der Volksbühne Berlin
    Veröffentlicht am 01.02.2019, von Anzeige


    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

    Der Primaballerina Lynn Seymour zum 80. Geburtstag
    Veröffentlicht am 06.03.2019, von tanznetz.de Redaktion

    MEISTGELESEN (30 TAGE)


    EINS MIT SICH

    Solos von Urs Dietrich und Susanne Linke in der Heidelberger Hebelhalle

    Veröffentlicht am 02.07.2019, von Isabelle von Neumann-Cosel


    OPULENZ UND EMOTIONALE ABSCHIEDE

    Die 45. Nijinsky-Gala beim Hamburg Ballett

    Veröffentlicht am 02.07.2019, von Annette Bopp


    KOPFNOTE: TADELLOS

    Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden zeigt ihre jährliche Leistungsschau

    Veröffentlicht am 04.07.2019, von Rico Stehfest


    DANKE REGINE!

    Renate Killmann erinnert an Regine Popp

    Veröffentlicht am 12.07.2019, von Gastbeitrag


    PROF. BIRGIT KEIL MIT DEM GOLDENEN EHRENFÄCHER AUSGEZEICHNET

    Doppelte Ehrung für das Staatstheater Karlsruhe

    Veröffentlicht am 04.07.2019, von Pressetext



    BEI UNS IM SHOP