REISESPLITTER



Peking

PINA UND DIE GROßE MAUER

Reisesplitter aus Peking


  • Platzierung der Exponate vor der Hängung Foto © Gert Weigelt
  • Die Ausstellungsgalerie im Iberia Center Foto © Gert Weigelt
  • Außenwerbung Foto © Gert Weigelt
  • Ein Porträt von Pina Bausch Foto © Gert Weigelt
  • Gert Weigelt beim Ausbessern von kleinen Transportschäden Foto © Goa Yi
  • Live-Tanzperformance im Ausstellungsraum Foto © Gert Weigelt
  • Live-Tanzperformance im Ausstellungsraum Foto © Gert Weigelt
  • Live-Tanzperformance im Ausstellungsraum Foto © Gert Weigelt
  • Sequenz aus "Agua" (mit Melanie Maurin) und chinesischem Model Foto © Gert Weigelt
  • Sequenz aus "Agua" (mit Melanie Maurin) und chinesischem Model Foto © Gert Weigelt
  • Foto © Gert Weigelt
  • ABSOLUT PINA Foto © Gert Weigelt

Meine Ausstellung "Absolut Pina", 2008 für das Tanzmuseum Stockholm konzipiert und in der Folge auch in Kopenhagen, Luxemburg und Santiago de Chile zu sehen, wurde nolens volens nach dem überraschenden Tod von Pina Bausch zu einer Gedächtnisausstellung. Das Goethe-Institut Peking wollte der großen Choreografin und Theatererneuerin mit einer Filmreihe und meiner Ausstellung "Absolut Pina" zum ersten Todestag Tribut zollen. Drei Tage nachdem sich ihr Todestag zum ersten Mal gejährt hatte, wurde die Ausstellung am 3.7.2010 im I Iberia Center for Contemporary Art eröffnet. Zieht man in Betracht, dass das Tanztheater Wuppertal bis dahin nur ein Mal im Jahr 2007 in Peking gastiert hatte, so muss einen die große Resonanz erstaunen.
Als Fotograf, der sich eine Legende zum Thema wählt, muss man natürlich damit rechnen, dass das Sujet mehr Aufmerksamkeit heischt als die mediale Interpretation desselben. Und dennoch bezog sich die Neugierde, die der Ausstellung entgegengebracht wurde, mehr auf das Medium Fotografie als auf die Person Pina Bausch. (Klar musste ich eins ums andere Mal den Hinweis geben: "Das kann ich leider nicht für Pina Bausch beantworten, da ich nicht ihr Stellvertreter auf Erden bin.") Mein Vergleich mit dem René-Magritte-Gemälde "Ceci n'est pas une pipe" wurde allerdings immer gleich verstanden. Die so naturgetreu gemalte Pfeife ist eben keine Pfeife, sondern das Abbild einer Pfeife. Und ein Foto von einem Stück von Pina Bausch ist eben nun mal nicht das Stück selbst, sondern dessen Transformation in ein anderes Medium. Die Veranstalter (das Spanische Kulturinstitut zusammen mit "Goethe") hatten sich für die Vernissage eine Live- Tanzperformance im Ausstellungsraum ausgedacht. Ein paar Tänzer improvisierten also entlang der Fotos (molto espressivo) und da konnte es auch schon mal vorkommen, dass einer, selbstvergessen und von der eigenen Inspiration davongetragen, mit seinen feuchten Schwitzehänden Halt an den Bildern suchte. Mein kräftiges Räuspern war zum Glück Signal genug, die verantwortliche Choreografin zu alarmieren, um den Tänzer aus seiner kreativen Trance zu befreien.
Die Ausstellung musste auch als Inspirationsquell für einen Modefotografen und sein hübsches Modell herhalten. Die Sequenz aus "Agua" (mit Melanie Maurin) hatte es den beiden besonders angetan. Immer wieder versuchte die hübsch gestylte Chinesin, Melanie nachzueifern.
Ansonsten begegnete ich während meiner Zeit in Peking wenig, was mit Tanz zu tun hatte. Das "Grand Jeté" in einer Kunstgalerie war da fast schon fette Beute.
Ehe ich dann, nach getaner Arbeit, ins Landesinnere aufbrach, blieb zum Glück noch ein wenig Zeit, einige Sehenswürdigkeiten in und bei Peking zu besichtigen. Auf dem Ausflug zur Chinesischen Mauer nahm ich Pina mit. Welch geglückte Kombination, zwei Monumente: Pina und die Große Mauer.
Iberia Center for Contemporary Art: www.iberiart.org

Veröffentlicht am 23.07.2010, von gert weigelt in Reisesplitter

Dieser Artikel wurde 5772 mal angesehen.



Kommentare zu "Pina und die Große Mauer"



Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



 

AKTUELLE KRITIKEN


TALENTSCHMIEDE GÄRTNERPLATZ

Uraufführung von „Heimat“ als Auftaktveranstaltung der neuen Reihe „Gasteig moves – Zeitgenössischer Tanz im Gasteig“
Veröffentlicht am 24.09.2020, von Anna Beke


GEGEN ALLE WIDERSTÄNDE

Wiederaufnahmepremiere von "Giselle" beim Bayerischen Staatsballett im Münchner Nationaltheater
Veröffentlicht am 23.09.2020, von Vesna Mlakar


MARKANTER SAISONAUFTAKT IN MÜNCHEN

"Schwanensee" am Bayerischen Staatsballett
Veröffentlicht am 22.09.2020, von Vesna Mlakar



AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



BILDER EINER AUSSTELLUNG (URAUFFÜHRUNG)

TANZABEND VON MEI HONG LIN MIT MUSIK VON MODEST MUSSORGSKI UND SOUND VON CHRISTIAN DÜCHTEL IN LINZ

Mei Hong Lin erfindet mit Hilfe eines interagierenden Sounddesigns und dem DJ Christian Düchtel LIVE ON STAGE den Klavierzyklus neu: Modest Mussorgski und Mei Hong Lin - reframed.

Veröffentlicht am 14.09.2020, von Pressetext

LETZTE KOMMENTARE


VORWÜRFE GEGEN TANZAUSBILDUNG

Verdacht auf Missstände an der Staatlichen Ballettschule Berlin
Veröffentlicht am 25.01.2020, von tanznetz.de Redaktion


STAATLICHE BALLETTSCHULE BERLIN– KEIN ENDE IN SICHT

Seyffert geht gegen Freistellung und Hausverbot vor. Bisher ohne Erfolg.
Veröffentlicht am 19.05.2020, von tanznetz.de Redaktion


STABEL WILL SCHULLEITER AN DER STAATLICHEN BALLETTSCHULE BERLIN BLEIBEN

Der Gütetermin um freigestellten Ballettschuldirektor scheitert. Der Zwischenbericht der Untersuchungskommission sorgte vorab für kontroverse mediale Resonanz.
Veröffentlicht am 12.05.2020, von tanznetz.de Redaktion

MEISTGELESEN (7 TAGE)


NACHTMAHR BEI TAGE

Maria Chiara de’Nobili macht mit „Almost nothing“ in Dresden Alzheimer sichtbar

Veröffentlicht am 20.09.2020, von Rico Stehfest


TANZENDE HÜHNER

„Bildzerstörer“ von Bodytalk und Teatr Rozbark im Pumpenhaus Münster

Veröffentlicht am 20.09.2020, von Gastbeitrag


EIN RAUM FÜR ALLE

Ein Studio für die freie Tanzszene in Heidelberg

Veröffentlicht am 19.09.2020, von Alexandra Karabelas


TALENTSCHMIEDE GÄRTNERPLATZ

Uraufführung von „Heimat“ als Auftaktveranstaltung der neuen Reihe „Gasteig moves – Zeitgenössischer Tanz im Gasteig“

Veröffentlicht am 24.09.2020, von Anna Beke


MOZARTS EROTIK AUF DER SPUR

„Ohne Giovanni. Aber mit Mozart“ von Katja Erdmann-Rajski in Stuttgart

Veröffentlicht am 19.09.2020, von Gastbeitrag



BEI UNS IM SHOP