KRITIKEN 2012/2013



Münster

BENEFIZ-TANZGALA ZUM AIDS-TAG

Kaleidoskop von Tanz heute begeistert in Münster



Zwischen der Uraufführung von „Macbeth“ und der Neueinstudierung seines „Sommernachtstraums“ mit dem neu formierten Tanztheater Münster lancierte Hans Henning Paar eine hinreißende Demonstration seiner choreografischen Handschrift und der Vielseitigkeit seiner 12-köpfigen Truppe. Für seine Benefiz-Tanzgala zum Aids-Tag bot er mit vier von zwölf Beiträgen den geeigneten Rahmen: zum Auftakt die Uraufführung des thematisch besonders passenden Pas de trois „In Memory of…“ mit Priscilla Fiuza, Cornelius Mickel und Marcelo Moraes, am Beginn des 2. Teils das Duett zweier verschlungener Männerkörper „Twin Shadow“ mit Erik Constantin und Vladimir De Freitas Rosa. Stürmisch gefeierte Rausschmeißer waren vor der Pause der 3. Satz von „B(r)achland“ und als Finale des über dreistündigen Tanzfests das Schneeflockenensemble aus dem „Nußknacker“.

Solisten aus ganz Europa boten Kostproben unterschiedlichster Tanztechniken und Stile von der Klassik (Pas de deux aus dem 3. Schwanensee-Akt mit Anu Viheriäranta und Alexander Zhembrovskyy von Het Nationale Ballet Amsterdam) bis zu Modern Dance („Cor Perdut“ von Nacho Duato mit Anna Calvo Gómez und Rashaen Arts von Introdans) und Neoklassik (Händel Pas de deux 2 von Wiliam Forsythe mit Sarah Hay und Francesco Poi Ricci vom Semperoper Ballett sowie „Barocco“ von Renato Zanella mit Rainer Krenstetter vom Staatsballett Berlin).
Fetzig modern kam Burak Kahiyan vom Ballett der Staatsoper Ankara als Businessman aus Young Soon Hues „This is your Life“ daher. Rätselhaft witzig tanzten Ludmila Komkova und Ayumi Sagawa vom Staatstheater Wiesbaden Stephan Thoss‘ Hotelzimmer-Gag „Do not Disturb“. Einsame Spitze war Bridget Breiner (neue Ballettdirektorin vom Ballett im Revier) mit Marco Goeckes Körperkunststück „Tué“ - allenfalls vom Unterhaltungswert her getoppt von dem stilistisch überraschend ähnlichen (acht Jahre früher entstandenen) Picasso-Pantomime auf einen surrealen Text von Gertrude Stein „Shutters Shut“ von SolLéon mit Rosario Guerra und Florian Lochner (Gauthier Dance, Stuttgart).

Die Ovationen des Publikums im restlos ausverkauften Großen Haus des Theaters Münster signalisierten deutlich den Hunger auf die Vielfalt zeitgenössischen und klassischen Tanzes.

www.theater-muenster.de

Veröffentlicht am 03.12.2012, von Marieluise Jeitschko in Kritiken 2012/2013

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