„Eclissi 143“ von Erica D´Amico

Wo die Sonne nicht hinkommt

Erica D´Amicos Debütproduktion „Eclissi 143“ in München

Wie begegnen sich Blinde und Sehende, auch wenn sie Vater und Tochter sind? Auf der Bühne steht ein imaginärer Leuchtturm, der zum Isolations- wie zum Begegnungsort taugt. Tänzerisch bekommt der Abend den Bogen nicht ganz, den in die Herzen des Publikums dagegen findet er mühelos.

München, 01/07/2026

Was für ein Applaus. Nach den 45 Minuten, die der Abend dauert, brandet er los. Frenetisch, persönlich, warm. Eine große italienische Community war zugegen, um zu sehen, wie Erica D´Amico ihrem Vater Giacomo ganz neu begegnet. Erica ist Tänzerin und Choreografin, Giacomo ist Ingenieur und seit rund 12 Jahren vollständig blind. Beim Einlass ins schwere reiter sitzt er in einem Sessel am Rand eines runden blauen Teppichs, über den Beinen ein Fischernetz, das er flickt, während er leise vor sich hinsingt. Als Leuchtturmwärter stellt ihn die Stimme vor, die alle Aktionen simultan beschreibt.

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