Raimund Hoghe in „La Valse"

Place Raimund Hoghe

Montpellier hat seinen Platz vor der Kunstakademie zum Raimund Hoghe Platz ernannt

In Anwesenheit des Bürgermeisters, der Akademieleitung, eines sichtlich ergriffenen Jean-Paul Montanari von Montpellier Danse und vor allem der künstlerischen Mitstreiter*innen Hoghes eröffnete die Stadt den Platz in einer würdigen Zeremonie.

Man muss länger im Netz recherchieren bis man endlich eine kleine Pina-Bausch-Straße der großen Künstlerin – keinesfalls in Wuppertal, sondern ihrer Geburtsstadt Solingen - findet. Die Stadt Mannheim kann immerhin mit einer Mary-Wigman-Straße aufwarten. München hat es zu einer Konstanze-Vernon-Straße gebracht. Dann wird es aber bald schon dünn im großen Tanzland Deutschland.

Die Tanzstadt Montpellier greift da in die Vollen und benennt gleich den prominenten Vorplatz der Kunstakademie nach dem von ihr verehrten Choreografen Raimund Hoghe, der letztes Jahr  überraschend und voller künstlerischer Pläne am 14. Mai 2021 kurz nach seinem 72. Geburtstag in Düsseldorf verstarb.

Hoghe war sozusagen Dauergast als Resident und Choreograf auf dem Festival Montpellier Danse, das ihn seit 1999 regelmäßig zum Arbeiten und Präsentieren seiner Werke einlud. Der Autor, Dramaturg, Choreograf und Tänzer Hoghe war in Frankreich fast prominenter als in Deutschland, wo ihm aber wenige Monate vor seinem Tod noch der deutsche Tanzpreis verliehen wurde.

Der sichtlich ergriffene langjährige Leiter von Montpellier Danse, Jean-Paul Montanari, verlas zur feierlichen Einweihung in Anwesenheit des Bürgermeisters, der Akademieleitung und einem internationalen Publikum einen Text, den er nach dem überraschenden Tod Hoghes verfasste.

Die jahrelangen Mitstreiter*innen Luca Giacomo Schulte, Ornella Balestra, Marion Ballester, Astrid Bas, Ji Hye Chung, Adrien Dantou, Lorenzo De Brabandere, Emmanuel Eggermont, Kerstin Pohle, Takashi Ueno waren fast vollständig anwesend oder wurden durch eine Ansprache von Hoghes künstlerischem Partner Luca Schulte vertreten. Sie präsentieren am 26. und 27. Juni 2022 ihre Hommage „An Evening with Raimund“, die durch ein Filmprogramm gerahmt wird.

Was die Würdigung von Choreograf*innen und Tänzer*innen im öffentlichen Raum angeht, Deutschland darf nun nachziehen.

 

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