Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 22:28:16

Kathy wrote:
Lies dir doch einfach die Petition durch, das ist NICHT die einzige Erklärung.

Hier ist sie im übrigen:
https://www.change.org/p/rettet-das-staatsballett-save-staatsballett



Mir kommt die gesamte Geschichte wie ein wahnsinniges Deja-Vu vor:

Da wollte man beim Staatsballett was neu machen. Also lud man einen modernen Choreographen ein Intendant zu werden. Dieser Choreograph war in der Vergangenheit erfolgreich, hat jedoch schon lange nichts wirklich bedeutendes mehr zu stande gebracht. Egal.
Der Name: Nacho Duato.

Oh hoppla, ging schief.

Also will man beim Staatsballett was neu machen. Also lädt man eine moderne Choreographin ein, um Intendantin zu werden. Diese Choreographin war in der Vergangenheit erfolgreich, hat jedoch schon lange nichts wirklich bedeutendes mehr zu stande gebracht. Egal.
Der Name : Sasha Waltz

Hmmm....

Warum kann die Politik nicht einfach zugeben, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden?
Es war vielleicht falsch damals zur Gründung des Staatsballetts das moderne Tanzensemble aus der Komischen Oper zu entfernen. Das waren Tänzer, die für eine Waltz geeignet gewesen wären! Mit denen hätte man sowas machen können!

Und ja, vielleicht war es falsch Malakhov wegzuschieben, nur weil er sich zu lang weigerte die Bühne zu verlassen.

Malakhov selbst hat ja wie gesagt seinen eigenen Fehler zugegeben. Fehler sind menschlich, das ist verzeihlich.

Aus Fehler nicht zu lernen, DAS ist wiederum nicht verzeihlich!


Und nein, man kann Öhman nicht als zukünftigen Intendanten betrachten, da sein Name unbekannt ist. Sasha Waltz Name hingegen nicht, ihr Name ist das Aushängeschild.
Eine klassische Compagnie mit dem Namen als Aushängeschild, das ist wie wenn ich Fisch verkaufen will, aber mit Fotos von Äpfeln Werbung dafür mache. Das geht nicht.

Das ist vieles richtig, aber nicht mehr zu ändern. Die Situation ist jetzt etwas anders als bei Duato, weil Sasha Waltz nur Co-Intendantin ist. Ich fände die Lösung auch sauberer, sie als feste Choreographin für eine Inszenierung pro Jahr zu engagieren, aber nun gut...

Sie ist im Moment das Aushängeschild, weil es nichts gibt außer Ankündigungen. Es wird, wenn alles so kommt, wie vom Senat angedacht, davon abhängen, wie Öhmann sich der Öffentlichkeit präsentiert, wenn er erstmal da ist. Wenn er so ein "Kommunikationsgenie" wie Nacho Duato ist, wird es natürlich schwierig. Ich für meinen Teil werde mich jetzt mal ein wenig über das Königlich-schwedische Ballett informieren...
Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Kathy, 14.09.2016 22:29:53

argusschlaeft wrote:
Jetzt hab ich erstmal das Jagodnik Interview gefunden:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61409

Nein, Waltz tanzen wird den Ruf nicht ruinieren. An der Pariser Oper wurde auch Waltz getanzt und zwar nicht unter Millepied sondern noch unter Lefevre (zu sehen im Doku-Film "La Danse"). Abgesehen davon: Welchen Ruf?

Sie zu tanzen nicht, nein.
Unter ihr zu arbeiten jedoch schon.
Oder, wenn man es so wie du formulieren möchte, dass es keinen gute Ruf mehr gibt: es wird nicht das kleinst bisschen dabei helfen, diesen Ruf wieder herzustellen.

Es ist nun einmal eine klassische Kompagnie.
Das bedeutet, dass die Leitung jemand übernehmen sollte, der SCHWERPUNKTmäßig daran arbeitet. Das heißt nicht, dass nicht auch etwas modernes getanzt werden kann, keinesfalls.
Aber es ist und bleibt (hoffentlich!!) ein klassisches Ensemble mit einer offenen Tür für die moderne. Und nicht umgekehrt.

Dass man was innovatives und modernes in Berlin möchte, das ist ein ganz anderes Paar Schuhe.
Dann soll man doch Waltz` bereits vorhandenes Ensemble eben mehr unterstützen. Oder ein neues modernes Ensemble schaffen.

man sollte nebenher auch nicht vergessen, dass Karten verkauft werden SOLLEN.
Und das Publikum bevorzugt nun mal die Klassik.
Re: Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 22:31:59

Traviata wrote:
argusschlaeft wrote:
Jetzt hab ich erstmal das Jagodnik Interview gefunden:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61409

Nein, Waltz tanzen wird den Ruf nicht ruinieren. An der Pariser Oper wurde auch Waltz getanzt . . . . Abgesehen davon: Welchen Ruf?

Doch, es ruiniert den Ruf. Und natürlich - in den letzten zwei Jahren ist das auch schon reichlich bergab gegangen.
Was soll ein klassischer Ballettänzer oder -tänzerin denn vorweisen, wenn er oder sie mal in eine andre Compagnie wechseln will? Keine Erfahrung mit den echten Klassikern, aber Duato-Stücke reichlich getanzt oder - vlt später - Waltz-Tanztheater-Bewegungsspiele? Es ist doch jetzt schon zu bemerken, dass es keine guten Ersten Solisten mehr gibt, die bereit sind, hier in Berlin zu tanzen. Bei den Gruppentänzern mag das noch etwas anders sein, die kommen und gehen, und etwas moderne Erfahrung schadet sicher nicht der Karriere.
Aber such doch mal einen Ersten Solisten, der freiwillig nach Berlin kommt!
An das Royal Ballet in London oder die Pariser Oper gehen die alle gern. Warum eigentlich nur?

Warum habe ich das Gefühl, dass Du noch nie ein Sasha Waltz Stück gesehen hast? Mit Bewegunsspielen ist da nichts, das ist alles ziemlich durchchoreographiert, diszipliniert und im bürgerlichen Bildungskanon mit hübscher Musik aus dem Barock, von Mozart oder Schubert.

Wirklich gute Tänzer können beides. Guillem hat beides gemacht. Vishneva macht beides. Fachidioten, die nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen können oder wollen haben es eher schwer, weil jede Kompagnie, selbst das Bolschoi, mittlerweile auch zeitgenössische Sachen anbietet.
Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Kathy, 14.09.2016 22:33:57

Achja, und "ist nicht mehr zu ändern" ist nicht korrekt.

Auch wenn Verträge unterschrieben wurden, müssen sie nicht zwingend eingehalten werden!
Es ist wahr, dass es schwer ist da wieder heraus zu kommen, aber unmöglich ist es nicht.

Und aktuell ist ein Weg um das zu erreichen unter anderem das Unterzeichnen der Petition.

Im übrigen finde ich die Gesamtidee zwei Intendanten zu haben auch gänzlich daneben.
Schon mal das Sprichwort "zuviele Köche verderben den Brei" gehört?
Je mehr Leute da oben "rumfuchteln", umso weniger wird eine klare Linie deutlich. Es wird ein brei-artiges ungenaues irgendwas.
Re: Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 22:37:10

Kathy wrote:
argusschlaeft wrote:
Jetzt hab ich erstmal das Jagodnik Interview gefunden:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61409

Nein, Waltz tanzen wird den Ruf nicht ruinieren. An der Pariser Oper wurde auch Waltz getanzt und zwar nicht unter Millepied sondern noch unter Lefevre (zu sehen im Doku-Film "La Danse"). Abgesehen davon: Welchen Ruf?

Sie zu tanzen nicht, nein.
Unter ihr zu arbeiten jedoch schon.
Oder, wenn man es so wie du formulieren möchte, dass es keinen gute Ruf mehr gibt: es wird nicht das kleinst bisschen dabei helfen, diesen Ruf wieder herzustellen.

Es ist nun einmal eine klassische Kompagnie.
Das bedeutet, dass die Leitung jemand übernehmen sollte, der SCHWERPUNKTmäßig daran arbeitet. Das heißt nicht, dass nicht auch etwas modernes getanzt werden kann, keinesfalls.
Aber es ist und bleibt (hoffentlich!!) ein klassisches Ensemble mit einer offenen Tür für die moderne. Und nicht umgekehrt.

Dass man was innovatives und modernes in Berlin möchte, das ist ein ganz anderes Paar Schuhe.
Dann soll man doch Waltz` bereits vorhandenes Ensemble eben mehr unterstützen. Oder ein neues modernes Ensemble schaffen.

man sollte nebenher auch nicht vergessen, dass Karten verkauft werden SOLLEN.
Und das Publikum bevorzugt nun mal die Klassik.

Ach, jetzt haben wir doch eine hübsche Diskussion.
Also: Sasha Waltz wird jetzt sicher keinen Alleinherrschaftsanspruch im Staatsballett erheben. Ich gebe dir sehr recht damit, dass man ihre Kompagnie mehr unterstützen sollte und für das Staatsballett eine andere Lösung finden. Das würde ich sofort unterschreiben. Ich bezweifle trotzdem, dass es für den Ruf des Staatsballetts von Nachteil ist, wenn Sasha Waltz drauf steht. Wenn es um den Kartenverkauf geht, muss man nur mal versuchen, für die Operninszenierungen von Sasha Waltz Karten zu bekommen (die eben auch Tanzinszenierungen sind). Gut, die werden auch selten gespielt, aber trotzdem. Für den Kartenverkauf ist Sasha Waltz mutmaßlich eher gut (was zu beweisen wäre - das Gegenteil aber auch).
Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Traviata, 14.09.2016 22:39:22

Doch, Waltz habe ich gesehen. Ihr Dido und Aeneas. Und dann noch irgendetwas von ihr, vor gefühlten 100 - na ja- sagen wir zehn- Jahren. Dido habe ich sogar dreimal angesehen, das war gut. Nur - dazu braucht es doch keine klassische Ballettcompagnie. Das bringt auch der Turnverein - Bewegungs- und musikalische Gymnastik - zustande, wenn Sasha Waltz mit denen das probt und einstudiert!
Da werden beim klassischen Ballett ganz andere Anforderungen gestellt, da kommen die Waltz-Tänzer nicht mit!

Und wenn du schreibst, dass wirklich gute Tänzer beides können (müssen), dann gebe ich dir recht. Nur: es müssen klassisch ausgebildete Tänzer sein, ohne diese Schulung ist das alles nichts.
Oder wann hätte man eine Tänzerin der Waltz-Compagnier mal gesehen, wie sie Odette/Odile oder Dornröschen oder Silvia tanzt? Wenn ich mir das vorstelle, dann krieg ich einen Lachanfall!

Eine Ballett-Truppe, der eine Sasha Waltz vorsteht, ist keine klassische Ballettcompagnie mehr und ihren dem entsprechenden Ruf verliert sie bzw. (leider in unsrem Fall hier in Berlin) wird sie ihn nie wieder zurückerobern.

zuletzt geändert von Traviata, 14.09.2016 22:40:40

Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 22:43:50

Kathy wrote:
Achja, und "ist nicht mehr zu ändern" ist nicht korrekt.

Auch wenn Verträge unterschrieben wurden, müssen sie nicht zwingend eingehalten werden!
Es ist wahr, dass es schwer ist da wieder heraus zu kommen, aber unmöglich ist es nicht.

Und aktuell ist ein Weg um das zu erreichen unter anderem das Unterzeichnen der Petition.

Im übrigen finde ich die Gesamtidee zwei Intendanten zu haben auch gänzlich daneben.
Schon mal das Sprichwort "zuviele Köche verderben den Brei" gehört?
Je mehr Leute da oben "rumfuchteln", umso weniger wird eine klare Linie deutlich. Es wird ein brei-artiges ungenaues irgendwas.

Naja, zwei Köche sind jetzt nicht sooo viele, vor allem wenn sie sich ihre Kompetenzbereiche trennscharf aufteilen. Ich stelle mir das so vor: Öhmann: Klassik, die gut 70 Prozent des Spielplans ausmachen sollte. Jeder Tänzer, ob er will oder nicht, wird verdonnert da mitzumachen. Waltz: Zeitgenössisch: 30 Prozent des Spielplans maximal, für Tänzer, die das mögen und wollen, die es auch am Staatsballett gibt - Petition hin oder her (Carillo-Cabrerra, Xenia Wiest, ein paar andere, Nadja Saidakova hätte dazu vielleicht auch was zu sagen, wenn sie noch da wäre, weil immer offen für modernere Sachen).
Ich erinnere nur an das Marco Goecke Stück, das, glaube ich, auch von Leuten getanzt wurde, die sich dafür interessiert haben. Ich glaube auch schon, dass Sasha Waltz die Fähigkeiten der Tänzer nutzen würde, also vielleicht kommen da ja auch wirklich ungewöhnliche und interessante Stücke raus, die tänzerisch anspruchsvoll sind. Nicht alles was nicht auf Spitze getanzt wird, ist "Rumgehopse". Das zu behaupten ist Polemik auf FAZ Niveau (kleiner Seitenhieb auf Traviata zu später Stunde, aber sie nimmt das ja mit Humor). :sing:
Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Traviata, 14.09.2016 22:50:04

Nadja Saidakova stand bei den Protest-Demos in der ersten Reihe, ist auf den Fotos gut zu erkennen!

Wie kommst du auch auf das Verhältnis 70 zu 30 Prozent? In dieser ominösen Pressekonferenz am Mittwoch haben die beiden doch schon erklärt, dass das Programm 50 zu 50 Prozent sein soll - Waltz-Stücke und Klassik!
Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 22:50:42

Traviata wrote:
Doch, Waltz habe ich gesehen. Ihr Dido und Aeneas. Und dann noch irgendetwas von ihr, vor gefühlten 100 - na ja- sagen wir zehn- Jahren. Dido habe ich sogar dreimal angesehen, das war gut. Nur - dazu braucht es doch keine klassische Ballettcompagnie. Das bringt auch der Turnverein - Bewegungs- und musikalische Gymnastik - zustande, wenn Sasha Waltz mit denen das probt und einstudiert!
Da werden beim klassischen Ballett ganz andere Anforderungen gestellt, da kommen die Waltz-Tänzer nicht mit!

Und wenn du schreibst, dass wirklich gute Tänzer beides können (müssen), dann gebe ich dir recht. Nur: es müssen klassisch ausgebildete Tänzer sein, ohne diese Schulung ist das alles nichts.
Oder wann hätte man eine Tänzerin der Waltz-Compagnier mal gesehen, wie sie Odette/Odile oder Dornröschen oder Silvia tanzt? Wenn ich mir das vorstelle, dann krieg ich einen Lachanfall!

Eine Ballett-Truppe, der eine Sasha Waltz vorsteht, ist keine klassische Ballettcompagnie mehr und ihren dem entsprechenden Ruf verliert sie bzw. (leider in unsrem Fall hier in Berlin) wird sie ihn nie wieder zurückerobern.

Da gebe ich dir in den meisten Punkten recht. Niemand in der freien Szene kommt mit den Staatsballett Tänzern im Klassischen mit und das ist auch ganz gut so - na gut, vielleicht gibt es ein oder zwei Tänzer, die auch beim Staatsballett tanzen könnten, aber das wären absolute Ausnahmen, die meisten wollen das auch gar nicht. (bevor gefragt wird: Brit Rodemund war eine sehr gute klassische Tänzerin, bevor sie freischaffen wurde).

Du hast auch recht damit, dass man sicher nicht bei anderen Kompagnien viele Punkte macht, wenn man Duato und nur Duato mit ein bisschen Kylian getanzt hat (Balanchine unterschlage ich mal fieserweise). Aber nehmen wir an, Öhmann stellt ein solides klassisches Repertoire auf (Staatsballett hat ja sehr gute Varianten von Schwanensee, Giselle, Onegin, Romeo und Julia - Dornröschen lasse ich mal außen vor), dann ist es doch für die Tänzer gut, wenn sie sagen können: außerdem noch Sasha Waltz Uraufführungen oder meinetwegen Wiederaufnahme von "Körper", wobei ich irgendwie nicht glaube, dass Sasha Waltz mit dem SBB Wiederaufnahmen machen wird - sie ist nicht Nacho Duato.

zuletzt geändert von argusschlaeft, 14.09.2016 22:57:05

Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 22:58:22

Traviata wrote:
Nadja Saidakova stand bei den Protest-Demos in der ersten Reihe, ist auf den Fotos gut zu erkennen!

Wie kommst du auch auf das Verhältnis 70 zu 30 Prozent? In dieser ominösen Pressekonferenz am Mittwoch haben die beiden doch schon erklärt, dass das Programm 50 zu 50 Prozent sein soll - Waltz-Stücke und Klassik!

Ah,das wusste ich nicht. Finde ich keine gute Idee. 70:30 wäre besser.

Nach kurzem Stutzen: 50 Prozent Waltz Stücke? Haben sie das so gesagt? Das sind ja Duatosche Ausmaße, dann würde ich die Petition vielleicht doch unterschreiben...

Nach längerem Stutzen: und ich müsste meinen Blogbeitrag ändern... :banghead:

zuletzt geändert von argusschlaeft, 14.09.2016 23:04:22

Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 23:07:08

Aber ohne Antwort unterschreibe ich nicht. Klar ist: 50 Prozent Waltz Stücke geht nicht, eigentlich geht auch nicht 50 Prozent zeitgenössisch, Klassik sollte (vor allem in Berlin, wo es eben viele andere Angebote gibt) deutlich überwiegen.
Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Traviata, 14.09.2016 23:12:16

Genau, da hast du recht, die Klassik sollte überwiegen. Aber die beiden designierten Intendanten wollen es eben anders.
Hier in dem Artikel steht, dass sie zur Hälfte Klassik und zur Hälfte modern tanzen lassen wollen:

Sasha Waltz wird Ko-Intendantin

Und was kann das "modern" denn anderes sein als Waltz-Stücke? Genau wie Herr Duato wird Frau Waltz vor allen Dingen eines wollen: Geld machen! Und da hilft es ungemein, eigene Stücke aufzuführen, da kann man dann noch einmal kassieren.
Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 23:18:48

Traviata wrote:
Genau, da hast du recht, die Klassik sollte überwiegen. Aber die beiden designierten Intendanten wollen es eben anders.
Hier in dem Artikel steht, dass sie zur Hälfte Klassik und zur Hälfte modern tanzen lassen wollen:

Sasha Waltz wird Ko-Intendantin

Und was kann das "modern" denn anderes sein als Waltz-Stücke? Genau wie Herr Duato wird Frau Waltz vor allen Dingen eines wollen: Geld machen! Und da hilft es ungemein, eigene Stücke aufzuführen, da kann man dann noch einmal kassieren.

naja, "modern" kann vieles sein, Sasha Waltz fällt da streng genommen nicht drunter (wenn man Gattungstechnisch genau sein will). Trotzdem unterschrieben, das Ganze klingt nicht so gut, wie ich gehofft hatte.

Erläuterung: die Äußerung, dass die Idee der Zusammenarbeit mit Öhmann von Sasha Waltz stammt, fand ich irritierend. Ist Sasha Waltz an dem Punkt die Retterin des Klassischen Balletts, weil sie ihn ins Spiel gebracht hat? Hatte die Kulturpolitik vor, die Aufgabe Sasha Waltz allein zu übertragen? Das gefällt mir alles gar nicht...

zuletzt geändert von argusschlaeft, 14.09.2016 23:23:05

Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 14.09.2016 23:59:49

Traviata wrote:
Nadja Saidakova stand bei den Protest-Demos in der ersten Reihe, ist auf den Fotos gut zu erkennen!

Ja, die dritte von rechts! Wie süß! Die soll wieder tanzen! :heartbeat: Oder INTENDANTIN werden!!! :irked:

zuletzt geändert von argusschlaeft, 15.09.2016 00:02:46

Re: Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Kathy, 15.09.2016 06:48:47

argusschlaeft wrote:
Traviata wrote:
Nadja Saidakova stand bei den Protest-Demos in der ersten Reihe, ist auf den Fotos gut zu erkennen!

Wie kommst du auch auf das Verhältnis 70 zu 30 Prozent? In dieser ominösen Pressekonferenz am Mittwoch haben die beiden doch schon erklärt, dass das Programm 50 zu 50 Prozent sein soll - Waltz-Stücke und Klassik!

Ah,das wusste ich nicht. Finde ich keine gute Idee. 70:30 wäre besser.

Nach kurzem Stutzen: 50 Prozent Waltz Stücke? Haben sie das so gesagt? Das sind ja Duatosche Ausmaße, dann würde ich die Petition vielleicht doch unterschreiben...

Nach längerem Stutzen: und ich müsste meinen Blogbeitrag ändern... :banghead:

Es ist sogar noch ein bisschen schlimmer als 50/50.

Es soll 50% Waltz sein, und 50% Öhmann, der sich für Klassik UND Neoklassik hergibt.
Neoklassik kann dann auch irgendwas verhunztes aus den 60er Jahren sein, was zufällig Spitzenschuhe und Tutus verwendet.

Oder so ein Schrott wie unser aktuell vermurkstes Dornröschen (und der demnächst vermurkste Nussknacker).

Einen Schwerpunkt auf die Klassik gibt es gar nicht mehr, je nachdem was unter Neoklassik verstanden wird, kann es sogar eher zu einem Schwerpunkt Richtung Moderne verstanden werden.


Soeben habe ich das hier gehört:
http://mediathek.rbb-online.de/radio/Kulturradio-am-Morgen/Protest-der-T%C3%A4nzer-gegen-Shasha-Waltz-al/kulturradio/Audio?documentId=37684744&topRessort=radio&bcastId=9839110

Entsetzlich, Waltz hat ihren ersten Schwanensee vor wenigen Jahren gesehen? Und soll dann demnächst bei Vortanzen eine zukünftige Odette/ Odile auswählen?

zuletzt geändert von Kathy, 15.09.2016 06:50:25

Re: Re: Re: Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Traviata, 16.09.2016 22:00:34

Kathy wrote:
. . .

Entsetzlich, Waltz hat ihren ersten Schwanensee vor wenigen Jahren gesehen? Und soll dann demnächst bei Vortanzen eine zukünftige Odette/ Odile auswählen?

Nö nö nö, dazu wird es nicht kommen! Weil Odette/Odile nur von einer "gestandenen" (Prima-)Ballerina, also doch eigentlich einer Ersten Solistin, getanzt werden kann.
Und Tänzerinnen (auch Tänzer!) diesen Kalibers bewerben sich ja jetzt schon nicht mehr beim Staatsballett Berlin. Wer will denn dahin, wo er seinen in vielen Jahren erworbenen Ruf nur ruinieren kann?
Und das wird unter S. Waltz nicht anders sein, sondern noch schlimmer. Welcher klassische Tänzer bzw. welche klassische Tänzerin, die es irgendwo schon mal zur Solistin bzw. Ersten Solistin/Solisten gebracht hat, würde sich bei einem "Tanztheater" á la Waltz bewerben. Vortanzen beurteilen wird sie also nicht müssen - - - mangels Masse!

(Abgesehen davon, dass Erste Solisten wohl kaum noch im üblichen Sinne "vortanzen" müssen!!!!)
Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

argusschlaeft, 17.09.2016 01:10:35

Ich hoffe auch, dass die nicht vortanzen müssen. Aber da ich ja gestern die Petition etwas halbherzig unterschrieben habe, merke ich, wie meine Überzeugung diesbezüglich steigt. Beim Kaffeeholen habe ich heute ein Interview mit Tim Renner in der Taz gelesen und war doch ziemlich entsetzt, als er meinte, der Fehler, der bei der Volksbühnen-Entscheidung passiert sei, wäre, dass die Öffentlichkeit zu früh informiert wurde.
(Über Staatsballett äußerte er sich nur soweit: es sei unglücklich, dass das Ensemble von der Personalie aus der Presse erfahren habe, die Schuld daran gab er der Stiftung Deutsch Oper... Ich meine... Ich will gar nicht sagen was ich meine. Wie kann man sich hinstellen und so tun, als hätte man mit dem ganzen Sch... nichts zu tun?).
Irgendwie verstehe ich das alles nur sehr wenig. Wie kann jemand, der politisch tätig ist nach Stuttgart 21, nach Nacho Duato nach allen möglichen Fehlentscheidungen, die hinter verschlossenen Türen stattfanden, der Meinung sein, man muss die Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen stellen. Hätte eine Diskussion über die Duato Nachfolge geschadet? Nie im Leben, ganz im Gegenteil. Das Ensemble hätte sich beteiligen können, Publikationen wie das tanzraumberlin Heft hätten sich dazu äußern können (die nun nicht im Verdacht stehen, polemischen Krawalljournalismus zu betreiben).
Ich verstehe diese Hybris nicht, ich verstehe nicht, wie man es gut finden kann, denjenigen, die unmittelbar von der Entscheidung betroffen sind (SBB Ensemble und Publikum) NICHT zuzuhören. Ich verstehe es nicht und es ärgert mich. Es ärgert mich sehr. Und wenn ich mich zu später Stunde jetzt dazu weiter äußere, würde ich unflätig.

PS.: Deshalb alles, was ich danach geschrieben habe, obwohl nicht unvernünftig, gelöscht. Ich empfehle: TAZ Interview mit Renner lesen und überprüfen welche Haltung zum Publikum, dessen kulturelle Grundversorgung auf dem Spiel steht, und zum Ensemble, dessen berufliche Zukunft auf dem Spiel steht, dahinter steckt. Ich meine: eine Hybris, die zum Himmel stinkt. Was wählen, damit weiter ein breites Spektrum an Tanz in Berlin gewährleistet bleibt? Was wählen, damit eine breite Diskussion über Fragen von öffentlichem Interesse stattfindet, statt Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, die alle, die betroffen sind, doof finden? Ich weiß es nicht. Tendiere zu den Piraten, da ist Planlosigkeit wenigstens Programm, aber eine gewisse demokratische Grundgesinnung gegeben...

zuletzt geändert von argusschlaeft, 17.09.2016 02:35:07

Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Kathy, 17.09.2016 19:14:37

Aktuell ist die bitte Wahrheit, dass das Staatsballett mit Duato erheblich besser dran ist.
Der kommt wenigstens aus der Fachrichtung Ballett.

Dass ich jemals so eine Äußerung machen muss, finde ich sehr sehr bedenklich und traurig....
Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Traviata, 17.09.2016 20:17:44

Und was können wir tun? GAR NICHTS !

zuletzt geändert von Traviata, 17.09.2016 21:18:59

Re: Staatsballett-Compagnie organisiert Widerstand gegen Waltz/Öhman #

Kathy, 18.09.2016 20:58:33

Für den Moment bleibt nicht viel mehr als die Petition zu unterschreiben, leider.




 

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