Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Traviata, 02.02.2016 09:38:57

Gestern konnte man in der "BZ" einen interessanten Artikel lesen, schaut hier den link:

Das total beknackte Aus für den "Nussknacker"

In der Papierausgabe der Zeitung schreibt die Journalistin zusätzlich noch folgendes:

"Im Grunde ist es normal, wenn ein Ballettchef ein Stück absetzt, um es selbst zu inszenieren. Bei Nacho Duato und dem 'Nussknacker' ist es dennoch fragwürdig. Weil man von dem Spanier erwartete, dass er neue, moderne Choreografien auf das Staatsballett zuschneidet, anstatt die Klassiker umzumodeln. Doch eine abendfüllende moderne Uraufführung bleibt Duato Berlin seit zwei Jahren schuldig. Ballett-Erneuerer wie Marco Goecke inszenieren in Stuttgart und anderswo. Zudem wirkt es wie Verschwendung, wenn man einen 1,5 Millionen Euro teueren Klassiker nach kurzer Zeit entsorgt. Und uns dann zu allem Überfluss eine aufgewärmte Inszenierung beschert."

Diesem Statement von Frau Hafner kann ich nur zustimmen!

Wo bleibt eigentlich der Rechnungshof? Das SBB ist hoch subventioniert. Es trägt sich keinesfalls selbst.
Wenn man von den "Klassikern" wie "Onegin", "Schwanensee", "Nussknacker", "Giselle" absieht, ist es immer recht schlecht verkauft. Will sagen: die Sachen von Herrn Duato, die er Berlin bisher beschert hat - und die bis auf eine Ausnahme alles aufgewärmte Uralt-Stücke waren - sind ausgesprochen unbeliebt, der Kartenverkauf geht gleich Null. In Vorstellungen in dem Schillertheater sind zu dem Ballettabend "Duato-Kylian" zuletzt nur noch so ungefähr 200 Leute gekommen!

Wie lange soll dieser Wahnsinn noch andauern?
.
. . . quanto piace al mondo è breve sogno.
(Francesco Petrarca)
Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Diane (moderator), 03.02.2016 12:23:10

Ich habe manchmal den Verdacht, und bei weitem nicht nur in Berlin, das "manche" verantwortlicher Politiker gerne einen Grund hätten, um eine Sparte am Theater zu kürzen/abzuschaffen.
Da wird ein person engagiert, um "aufzuräumen"; manchmal lassen diese neue direktoren (die ganz normale, künstlerische ein-jahres-) verträge auslaufen und sie werden nicht neu besetzt, manchmal schaffen sie es, die sparte so herunterzuwirtschaften, dass es ein leichtes ist, diese sparte in zukunft "einzusparen". Und welche wähler wollen nicht, dass politker sparen??? :P

-d-
Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Traviata, 03.02.2016 15:13:01

Ja, da hast du sicher recht!
Hoffen wir mal, dass es noch irgendwie eine Rettung für das SBB gibt - d.h. dass es einmal wieder auf dem hohen künstlerischen und technischen Standard sein wird, wie es unter V. Malakhov der Fall war!

Gestern war im übrigen wieder ein Artikel betreffend das SBB in der "BZ", siehe hier

Kulturpolitiker kritisiert Ballettchef Nacho Duato

Und auch heute schreibt die "BZ" wieder über das SBB bzw. über Duato - wieder äußerst kritisch.
Was geht hier vor? Was bereitet sich vor?

Ich erinnere hier nur noch einmal an den Artikel von Manuel Brug in der "Welt" vom 09. September 2015

Wie lange tut sich Berlin diesen Ballettchef noch an?..
.
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zuletzt geändert von Traviata, 03.02.2016 15:20:05


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Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Plie, 05.02.2016 10:47:24


Staatsballett hat doch einen Finanzdirektor, wie so lässt Herr Vierthaler zu dass ein Stück wie Nussknacker abgesetzt werden kann obwohl es viel Geld einbringt?? Duato's Ballette verkaufen sich doch nicht so gut. In Zeiten wie diesen sollte mit Steuergeldern verantwortlicher umgegangen werden, hoffe es melden sich mehr Politiker zu diesem Thema.
Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 19.02.2016 02:31:28

Diane (moderator) wrote:
Ich habe manchmal den Verdacht, und bei weitem nicht nur in Berlin, das "manche" verantwortlicher Politiker gerne einen Grund hätten, um eine Sparte am Theater zu kürzen/abzuschaffen.
(...)

-d-

Das ist die Angst. Die andere Angst, die hoffentlich mehr stimmt: es ist einfach Ignoranz. Man dachte: Duato hat doch in St. Petersburg schon ein großes Ballettensemble geleitet, und was für St. Petersburg balletttechnisch recht ist, kann für Berlin nur billig sein. Andererseits heißt es ja oft, dass Frau Theobald hinter dem Duato Engagement steckt. Die müsste eigentlich gewusst haben, worauf sie sich einlässt, sie müsste außerdem keinerlei Interesse daran haben, dass das Staatsballet weggekürzt wird. Aber natürlich - die Möglichkeit besteht jetzt eher als zu Malakhovs Zeiten. Die einzige Hoffnung ist, dass Berlin sich die Blöße gegenüber kleineren Städten (Hamburg, Stuttgart, München, Dresden, Wiebaden und so weiter) nicht geben wird, hier kein Ballett mehr anzubieten.
Wenn ich mich recht erinnere wurde das Staatsballett ja schon Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet (nochmal gecheckt: laut Wikipedia 1742) 8) - das abzuschaffen wäre eine historische, kulturpolitische Bankrotterklärung, die hoffentlich niemand so ohne weiteres auf seinem Konto haben will.

zuletzt geändert von argusschlaeft, 19.02.2016 02:48:12

Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 19.02.2016 02:42:54

Plie wrote:
Staatsballett hat doch einen Finanzdirektor, wie so lässt Herr Vierthaler zu dass ein Stück wie Nussknacker abgesetzt werden kann obwohl es viel Geld einbringt??

Herrn Vierthalers Rolle ist für mich völlig undurchsichtig. Für mich wirkt er wie ein Bürokrat aus den finstersten Kafka-Alpträumen. Ich hoffe aber, dass ich ihm damit Unrecht tue, und er in Wirklichkeit jemand ist, der versucht, Ballett in Berlin in seiner bestmöglichen Form zu ermöglichen.... :D

zuletzt geändert von argusschlaeft, 19.02.2016 02:44:29

Re: Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Traviata, 19.02.2016 09:33:35

argusschlaeft wrote:
. . . heißt es ja oft, dass Frau Theobald hinter dem Duato Engagement steckt. Die müsste eigentlich gewusst haben, worauf sie sich einlässt, sie müsste außerdem keinerlei Interesse daran haben, dass das Staatsballet weggekürzt wird. . . .
. . . . . .
Wenn ich mich recht erinnere wurde das Staatsballett ja schon Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet (nochmal gecheckt: laut Wikipedia 1742) - das abzuschaffen wäre eine historische, kulturpolitische Bankrotterklärung, .


Ich könnte mir vorstellen, dass Frau Dr. Theobald gewisse andere Vorstellungen hatte, als sie half, Herrn Duato ins Amt zu heben - wie das Gerücht geht während das SBB mit V.M. auf Gastspielreise auswärts war.
Nur leider hat sich der neue Intendant wohl ziemlich selbstbewusst gezeigt und setzt seinen Willen einfach durch . . .
Hier in Berlin gibt es ja für fehlgeschlagene Projekte bzw. Geschäfte, die anders und zum Teil gegenteilig ablaufen, als man es sich vorgestellt hat, die Bemerkung "da hat er mit Zitronen gehandelt". Frau Dr. Th. womöglich auch!

Hach, und argusschlaeft, du kokettierst ja manchmal mit deinem Alter. Aber dass du schon über 250 Jahre alt bist, will ich denn doch nicht glauben. Auch wenn du schreibst "wenn ich mich recht erinnere ... 1742 ..." ! ;)

Ja es war der Alte Fritz, der das Opernhaus Unter den Linden bauen ließ und natürlich ein Ballett dazu brauchte.
Sicher kennst du auch die Geschichte der Primaballerina Barbarina Campanin, die zu jener Zeit etwas über 20 Jahre alt und schon sehr berühmt war. Friedrich II. wollte sie für das Ballett in Berlin haben, und das gelang ihm auf eine recht spektakuläre Weise. Ich kopiere mal den Absatz aus Wikipedia hier hinein, dann muss ich nicht selber schreiben:

" Ihr Weg führte sie über London und Venedig 1743 nach Paris.Der junge Preußenkönig Friedrich II. hörte von ihr und wollte sie sogleich in Berlin engagieren. Es wurde ein Vertrag für die nächste Saison an der Berliner Oper vereinbart. Auf Grund einer Liebschaft mit dem Lord Stuart de Mackenzie trat sie jedoch ihr Engagement in Berlin nicht an, sondern reiste mit ihrem Geliebten nach Venedig. Der König reagierte höchst verärgert. Als sein Auslieferungsersuchen an die Republik Venedig abschlägig beschieden wurde, ließ er kurzerhand den venezianischen Gesandten für London, der auf einer Reise preußisches Staatsgebiet durchquerte, festsetzen, worauf die Tänzerin unter militärischer Bewachung nach Berlin überstellt wurde."

Leider stehen diese Möglichkeiten den heutigen Ballettdirektoren nicht mehr zur Verfügung . . .
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Re: Re: Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 26.02.2016 19:53:03

Traviata wrote:
argusschlaeft wrote:
. . .

Leider stehen diese Möglichkeiten den heutigen Ballettdirektoren nicht mehr zur Verfügung . . .
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Wer weiß, wozu Tim Renner in der Lage ist. Den Intendanten nach Spanien ausweisen? Iana Salenko mit Waffengewalt zwingen, nicht mit der Familie nach London zu ziehen? :pirate: Na, wohl eher nicht. Ach ja, das waren noch Zeiten...

Dass Nacho Duato seinen eigenen Willen durchsetzt finde ich ja irgendwie wieder sympathisch. Aber: auch wenn der Kerl mir sympathisch ist, für das Staatsballet ist er als Intendant nun leider völlig ungeeignet. Sein "eigener Wille" scheint da vor allem zu sein, seine alten Schinken tantiementrächtig ins Programm zu befördern, egal wie irrelevant die Werke aus heutiger Sicht erscheinen. Bei einer kleinen Ballettkompagnie wäre er gut aufgehoben. Aber in Berlin ein zwölf jahre altes, bestenfalls mittelmäßiges Stück als sensationelle Saisonpremiere zu verkaufen... Puh, dass er damit durchkommt kann er doch nicht ernsthaft gedacht haben.

Die Erinnerung bezog sich eher auf eine alte Recherche über das Staatsballett. Aber ja, gelegentlich fühle ich mich mindestens 250 Jahre alt.

zuletzt geändert von argusschlaeft, 26.02.2016 20:20:10

Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Traviata, 26.02.2016 22:40:31

Schauen wir mal, wie die nächste Spielzeit wird. Am 02. März wird den Mitgliedern des Ballett-Freundeskreises das neue Jahresprogramm vorgestellt. Wir befürchten alle schon das Schlimmste. Es gehen ja Gerüchte um, dass N.D. auch den "Schwanensee" (Einrichtung Patrice Bart) aus dem Programm nehmen will. Ob er irgendwann in der Vergangenheit einen eigenen "Schwanensee" gemacht hat, ist mir nicht bekannt. Vielleicht gibt es so ein Stück, das kann ja dann hier in Berlin aufgewärmt werden, wäre noch ein Tantiemenbringer für ihn. :banghead:

Na, am kommenden Mittwoch abend wissen wir mehr . . .
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Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Tanzkritik, 02.03.2016 14:25:54

Traviata wrote:
...... Vielleicht gibt es so ein Stück, das kann ja dann hier in Berlin aufgewärmt werden, wäre noch ein Tantiemenbringer für ihn.

Endlich fällt das Schlüsselwort! ND greift soviel wie möglich private Kohle aus dem Budget ab. That's the arts business! Und es wird nicht das Ende sein. Jede alte Kamelle wird da noch mal für die Rente vorgekramt. Der "Rechnungshof"? Naja, der merkt jedenfalls noch eher was als Renner (dem das im Übrigen egal ist).
Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 12.03.2016 01:48:36

Ja, leider verliert das SBB dadurch Zuschauer. Mich interessiert das alles im Moment nicht mehr. Und vermutlich bin ich nicht der einzige.
Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Traviata, 12.03.2016 08:59:16

argusschlaeft wrote:
. . . Mich interessiert das alles im Moment nicht mehr. Und vermutlich bin ich nicht der einzige.

Nööö, da gibt es mindestens noch EINEN, den das alles (das SBB ) nicht interessiert: den derzeitigen Intendanten Nacho Duato!
:banghead:
Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 18.03.2016 00:14:12

:dance: Manchmal bringst du es dann doch sehr gut auf den Punkt, liebe Traviata...
Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 19.03.2016 00:14:23

Aber es gibt ja mittlerweile eine Antwort auf die Frage, was nächste Spielzeit passiert:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/staatsballett-berlin-das-schweigen-des-herrn-duato/13058628.html

Nun gut, ich habe kene Lust, einen lustlosen Staatsballett Intendanten zu unterstützen, aber das Staatsballett tanzt Hofesh Shechter ist ziiiiiemlich cool. Das werde ich mir definitiv anschauen, auch wenn ich denke, dass das Staatsballett andere Aufgaben hat und Hofesh Shechter eher im Original von Tanz im August und Foreign Affais betreut werden sollte. Und wenn Nacho Duaot sich selbst endlich mal eine Chance gibt und anfängt zu choreographieren, verzeihe ich schlechte Stücke schon leichter.
Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Traviata, 19.03.2016 13:37:05

Hahahaha, ja, "das Schweigen des Herrn Duato" !!!!!
Einen Pressetermin bzw. eine Pressekonferenz gab es dieses Mal nicht zur Vorstellung des neuen Spielplanes 2016/2017.
Da sind wir Mitglieder des Fördervereins vom SBB regelrecht bevorzugt worden (von uns gibt es ja auch GELD!): N.D. hat tatsächlich am 02. März 2016 eine Dreiviertelstunde seiner kostbaren Zeit für uns geopfert, um uns höchstpersönlich auf Englisch den Plan für die neue Saison vorzustellen. Frau Dr. Theobald (stellvertretende Intendantin) musste übersetzen.

Na ja, der Name "Hofesch Schechter" (oder so ähnlich, ist eh egal) war mir bisher nicht bekannt. Und wird es auch nicht werden. Für diesen (Tanz?? Ballett??)-Abend bestelle ich mir keine Karten. Wäre schade ums Geld.

Aber , lieber argusschlaeft, du bist doch erklärtermaßen ein Polina S.-Fan? Am 30. März tanzt sie mit Jason Reilly in "Romeo und Julia"! Ist das denn nicht ein Pflichttermin für alle Polinafans? Also - hin!
.
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(Francesco Petrarca)
Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 26.03.2016 01:49:12

Ja, ich mag Romeo und Julia nicht besonders. Für meinen Geschmack wird da zu wenig getanzt. Komisch, ich weiß (ich bin im klassischen Bereich eher der Schwanensee/Giselle/Onegin Typ, wo einfach exzessiv und sinnvoll getanzt wird - großartig). Nein, Hofesh Schechter (bin nicht sicher, ob mit "Sch" oder "Sh" korrekt ist), ist definitiv nicht Ballett, auch kein "modern dance", sondern zeitgenössischer Tanz, eben nicht das, wofür die SB Tänzer ausgebildet sind. Im zeitgenössischen Bereich choreographiert Hofesh Shechter teilweise ziemlich anspruchsvoll ("Barbarians" z.B. und "Political Mother" war sicher eine der beeindruckendsten Tanzaufführungen, die ich gesehen habe, was aber nicht unbedingt am Tanz lag, vor ein paar Tagen habe ich mir sogar den Soundtrack gekauft), bin nicht sicher, wie sich das gewählte Stück da einordnet. Ich werde mir das sicher anschauen, aber Hofesh Shechter kann sicher nicht das Kernstück der nächsten Spielzeit sein. Für die Tänzer ist es vermutlich interessant, sich daran zu versuchen und neue Techniken zu lernen. Ballettfans werden es hassen. Solotänzer/innen oder gar erste Solotänzer/innen werden für Hofesh Shechter nicht gebraucht, auch wenn er in seiner Gruppe sehr gute Tänzer hat. Aber beim Staatsballett stelle ich mir das eher so vor, dass gefragt wird, wer Lust hat, Hofesh Shechter zu tanzen und ein paar Spezialisten/innen aus dem Corps werden sich melden. ich hoffe jedenfalls, da mal wieder Xenia Wiest und andere glänzen zu sehen.

zuletzt geändert von argusschlaeft, 26.03.2016 02:10:00

Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 26.03.2016 02:17:48

Nachtrag: einen Eindruck vom gewählten Hofesh Shechter Stück findet man hier:

https://www.youtube.com/watch?v=4f_pXCUOrmM

Ich mag das Zeug ja. Aber wie gesagt: Für Ballettfans ist das nichts. Und für das Staatsballett: wenn man die Infrastruktur und über 80 begabte und tanzwillige Tänzer/innen hat, dann sollte man sie benutzen und groß denken. Ein altes Hofesh Shechter Stück aufzuführen wäre ein interessanter Schachzug, wenn man die Tanzsparte im Stadttheater Gießen leitet, in Berlin.... die größte Ballettkompagnie im Land....... :( eher nicht. Es tut mir leid, aber Nacho Duato muss da einfach die Dimensionen, in denen er anscheinend plant, ändern, schon um den Etat zu erhalten. Ein Stück wie "Peer Gynt" ist zwar tänzerisch und ballettmäßig eine ziemliche Nullnummer (Heinz Spörli eben :devil: ), aber von den Dimensionen und vom Aufwand her dem Ensemble eher angemessen.

Mit dem entsprechenden Training ist es für Amateurtänzer sehr wohl möglich, Hofesh Shechter Stücke zu tanzen (einige Ausnahmen - z.B. in "Barbarians" bestätigen die Regel), dafür braucht man nicht unbedingt ein hochspezialisiertes Ballettensemble.

Und was wird das für die Zuschauer? Wieder ein Tanzabend für den man 70 Euro blecht und der im Radialsystem, im HAU oder in den Sophiensälen 25 kosten würde? Oder sagen wir maximal 40 wenn man die Original Hofesh Shechter Kompagnie mit aktuellen Stücken bei "Foreign Affairs" sehen will...

zuletzt geändert von argusschlaeft, 26.03.2016 03:16:15

Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Traviata, 26.03.2016 12:51:55

argusschlaeft wrote:
Mit dem entsprechenden Training ist es für Amateurtänzer sehr wohl möglich, Hofesh Shechter Stücke zu tanzen (einige Ausnahmen - z.B. in "Barbarians" bestätigen die Regel), dafür braucht man nicht unbedingt ein hochspezialisiertes Ballettensemble.

Und was wird das für die Zuschauer? Wieder ein Tanzabend für den man 70 Euro blecht und der im Radialsystem, im HAU oder in den Sophiensälen 25 kosten würde? Oder sagen wir maximal 40 wenn man die Original Hofesh Shechter Kompagnie mit aktuellen Stücken bei "Foreign Affairs" sehen will...

Hhhmmmmm - ja. Also die Premiere im April 2017 für diesen Abend "Duato / Schechter" in der Komischen Oper kostet 69 Euro (teuerste Kategorie). Und die folgenden Vorstellungen dann 49 Euro.
Mag da hingehen, wer will. Ich garantiert nicht!
Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

Tanzkritik, 29.03.2016 16:14:54

Wenn ich mich nicht verlesen habe, tritt das Staatsballett im Mai nur 5 mal auf. Warum? Sind die Gehälter gekürzt worden? Ist einer der populär gewordenen Streiks eingeplant?
Re: Re: Re: Was wird aus dem Staatsballett Berlin? #

argusschlaeft, 31.03.2016 01:58:52


Hhhmmmmm - ja. Also die Premiere im April 2017 für diesen Abend "Duato / Schechter" in der Komischen Oper kostet 69 Euro (teuerste Kategorie). Und die folgenden Vorstellungen dann 49 Euro.
Mag da hingehen, wer will. Ich garantiert nicht![/quote]

Hm, 49 für die teuerste Kategorie ist nicht so schlimm wie ich erwartet hätte. Also die Premiere besser aussparen. Bin auch nicht sicher, ob es dafür die teuersten Plätze sein müssen. Ich mag die vorderen Plätze, wenn ich Details einzelner Tänzer sehen will - es gibt andere Leute, die das Glück haben, lieber so einen geometrischen Gesamteindruck zu bekommen, und die besser mit weniger teuren Plätzen bedient sind. Aber in dem Fall sind, glaube oder fürchte ich, die individuellen Tänzerleistungen nicht sonderlich bedeutsam. Wie gesagt: ein Ensemble mit Startänzern oder sehr guten Tänzern, die vielleicht an entsprechenden Aufgaben zu Stars wachsen könnten, ist damit unterfordert. Nun gut, vielleicht bieten die anderen geplanten Premieren den Tänzern und Tänzerinnen mehr Gelegenheit, zu glänzen.



 

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