Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Chasseresse, 22.01.2016 13:01:07

Hallo ihr Lieben,

ich bin vorhin auf die Seite der Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz in Bielefeld gestoßen..

Das Angebot, dass man diese berufsbegleitend über 1 Jahr machen kann, hat mir auf Anhieb gefallen, da mir finanziell bei einer Vollzeit-Ausbildung die Hände gebunden wären.

Abgesehen von meinen eigenen bisherigen Qualifikationen und Kenntnissen, wollte ich einfach gerne mal in die Runde fragen, ob jemand von Euch Erfahrungen mit dieser Schule gemacht hat (selber oder auch durch Bekannte) oder etwas über diese Schule weiß, sie kennt, womöglich selber dort war..?

Womöglich könnt ihr mir ein paar Infos geben, etwas zur Reputation oder der Atmosphäre schreiben..


Ich würde mich sehr freuen und bin total neugierig :-)

Liebe Grüße und vielen Dank..

Chasseresse
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Lorniel, 18.03.2018 14:59:34

Hallo Chasseresse,

dein Eintrag ist schon über zwei Jahre alt. Ist deine Frage denn noch aktuell?
Hast du dich für oder gegen die Ausbildung in Bielefeld entschieden?
Falls du noch überlegst, teile ich dir gern meine Erfahrungen mit. Dazu würde ich dir aber eine Nachricht schreiben.
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Kaddy, 29.08.2018 21:24:58

Hallo Lorniel,
Ich bin froh, einen Eintrag zu diesem Thema gefunden zu haben, der noch nicht so veraltet ist. Könntest du mir ein paar Antworten zur genannten Frage geben ?

Liebe Grüße
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Sandy95, 08.09.2018 20:58:44

Hallo zusammen,
meine Freundin hat dort im letzten Jahr ihre Ausbildung absolviert und war nicht sonderlich glücklich.
Ich selbst schaue mich jetzt lieber nach einer anderen Tanzpädagogikausbildung um, die man auch nebenberuflich machen kann.
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Lorniel, 29.09.2018 06:37:32

Hi Kaddy,

klar, aber ich würde dir gern eine private Nachricht oder Mail schreiben, dann könnte ich mich ausführlicher äußern.
Anscheinend gibt es hier leider keine PN-Funktion?

Eine Erfahrung aus zweiter Hand wurde hier ja bereits angesprochen.

Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich diese Ausbildung ebenfalls nicht empfehlen, und ich wünschte, mir hätte vorher jemand davon erzählt oder ich hätte spätestens bei der Vortanzveranstaltung auf mein Bauchgefühl gehört.
Soviel kann ich an dieser Stelle dazu sagen.
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Diane (moderator), 03.10.2018 22:23:35

Das ist schade, dass du davon hier nicht berichten kannst. Du musst keine namen nennen oder so; und eine objektives Bericht ist ja keine verlumdung oder so was - es ist ein "review". Du kannst sagen, was du erlebt hast, usw, und dann können die Leser entscheiden, was sie mit dieser information anfangen. Oder??


-d-
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

tanzerbse, 05.10.2018 22:53:39

Hi zusammen,

ich habe dieses Jahr auch die Tanzpädagogik-Ausbildung bei Claudia gemacht und kann es ebenfalls keinem weiterempfehlen.
Die Stimmung wurde vor allem gegen Ende der Ausbildung immer schlechter. Ich fand das Verhalten der Dozentin sozial und pädagogisch sehr fragwürdig.
Die ganze Sache grenzt für mich eher an Abzocke und Schikane als eine wirkliche Ausbildung, die einen weiterbringt.

Ich find es sehr schade, da ich motiviert und optimistisch dort angefangen habe. Jetzt wünsche ich mir eher, dass mich vorher jemand gewarnt hätte oder ich mir vorher mal die anderen Kommentare dazu durchgelesen hätte.
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Lorniel, 06.10.2018 23:10:31

Gut. Wenn es durch die Moderation befürwortet wird, erzähle ich ein wenig. Ich versuche, mich auf das Wichtigste, v.a. die Prüfung am Ende, zu beschränken.
Vorweg: ich habe durchaus Dinge gelernt, die mir jetzt bei meiner tanzpädagogischen Tätigkeit helfen. Es wäre auch traurig, wenn das nach über zwei Jahren und über 5000 investierten Euro (plus Fahrtkosten, Unterbringung ... was eben noch so hinzukommt) nicht der Fall wäre.

Meine Meinung ist, dass dort alles sehr nach "Nasenfaktor" abläuft. Ich hatte von vornherein den Eindruck, als Person und als Tänzerin von der Dozentin abgelehnt zu werden. Dieser Eindruck wurde durch andere auch bestätigt.
Interessant war, dass sich später nicht wenige, auch von denjenigen, die am Ende bestanden, ebenfalls abgelehnt oder zumindest unwohl fühlten.
Die Kommunikation mit der Dozentin empfand ich dann auch als sehr anstrengend. Selbst wenn es nur um Bitten um Informationen ging, bekam ich oft Reaktionen, die ich unfreundlich, vorwurfsvoll und nicht hilfreich fand.

Didaktisch und methodisch fand ich ebenfalls vieles fragwürdig. Unterrichtsinhalte (Beispielsweise: "Wozu dienen Pliés im Jazz?") wurden zwecks individueller Aufzeichnungen lediglich abgelesen und diktiert, nicht visualisiert oder auf andere Art gesichert. Kann man sicherlich so machen. Ich weiß nicht, wie es anderswo gehalten wird, aber ich war etwas verwundert.
Die Exercises, die vorzubereiten waren, wurden während des Seminars mit dem Smartphone aufgenommen und in einer Whatsapp-Gruppe herumgeschickt. Vorgeschlagene Alternativen zur Bereitstellung des Materials wurden abgelehnt.
Ich nutze Whatsapp nicht und sollte mich wegen der Videos eben an meine Mittänzer wenden.
Überhaupt lief die hauptsächliche Kommunikation über Whatsapp. Es war an uns, über diesen Kanal nicht erhaltene Informationen bei Mitabsolventen einzuholen.

Zu einem ziemlich frühen Zeitpunkt der Ausbildung erfuhren wir, dass es in einem anderen Jahrgang große Probleme gegeben hätte, und dass deswegen auch mindestens ein Gerichtsverfahren stattgefunden hätte. Darauf sprachen wir die Dozentin auch an. Ihre Darstellung war die, dass die betreffenden Auszubildenden sich untereinander gemobbt hätten und deswegen die Ausbildung nicht nach Plan zuende durchgeführt worden wäre. Das Gerichtsverfahren hatte sie dann auch gewonnen.
Ich sprach später mit einigen Teilnehmern des Jahrganges, die es ganz anders darstellten.
Da ich nicht dabei war, kann ich nur sagen, dass hier Aussage gegen Aussage steht. Dennoch denke ich im Nachhinein, ich hätte hier sehr hellhörig werden sollen.

Die tanzpraktische Prüfung am Ende der zwei Jahre konnten dann vier von uns aus gesundheitlichen Gründen nicht zum eigentlichen Zeitpunkt absolvieren, da drei von uns schwanger waren.
Ich war lediglich akut krank und hatte eigentlich vor, die Prüfung dennoch wie geplant abzulegen. Mir wurde aber abgeraten, wegen meines Gesundheitszustandes und weil die Dozentin auch Zweifel an meinen Fertigkeiten zu diesem Zeitpunkt äußerte. Stattdessen wurde mir empfohlen, ein knappes Jahr später die Prüfung "ohne Extrakosten" mit den (ehemals) Schwangeren nachzuholen. Bis dahin sollten wir weiter die Handyvideos studieren und üben.

Als die Prüfung näherrückte, hieß es dann, wir sollten zur Nachprüfung jeweils einen dreistelligen Betrag bezahlen.
Daraufhin sprangen zwei von uns ab, die nach der vorherigen Info nicht davon ausgingen, es würden erneut Kosten anfallen.
Zwei von uns wollten es dennoch durchziehen.

Kurz vor dem Nachprüfungstermin (ca. zehn Tage vorher) wurde uns mitgeteilt, wir könnten nicht zu ihr ins Studio, wegen Reparaturmaßnahmen. Wir sollten innerhalb der folgenden Tage unsere Prüfungsexercises (Dauer: insgesamt ca. zwei bis zweieinhalb Stunden ... ich finde das einen enormen Umfang für jemanden, der berufstätig ist) aufnehmen und ihr zuschicken/ auf einer Videoplattform hochladen. Sie würde sich das zusammen mit der Ballettdozentin ansehen. Das sei dann die Form der Prüfung.
Es sei dann zwar auch keine Gruppenprüfung sondern jeweils eine Einzelprüfung, aber wir hätten schließlich auch deutlich mehr Vorbereitungszeit gehabt.

Wir mussten also kurzerhand für einen geeigneten Saal und eine geeignete Aufnahme sorgen.
Da ich in diesem Zeitraum nur einmal einen passenden Saal zur Verfügung hatte, musste ich das ganze Prüfungsprogramm an einem Stück aufnehmen. Es wären bis zu drei Aufnahmen - jeweils eine für Jazz, Ballett und Modern/ Contemporary - erlaubt gewesen.
Es wurde uns keine Möglichkeit gegeben, die Musik für die Ballettexercises zu besorgen. Die Namen der im Unterricht verwendeten Stücke wurde auf Nachfrage nicht verraten. Die Musik sollte von den Handyvideos aus dem Unterricht kommen, die wir im Hintergrund abspielen sollten. Von der Qualität abgesehen, waren mehrere Stücke nicht einmal komplett aufgenommen, sodass beispielsweise eine angemessene Preparation z.T. nicht möglich war.

Als die Videos durch uns hochgeladen/ zugeschickt waren, hieß es, man würde sich ca. fünf Wochen Zeit für die Auswertung nehmen.

Interessant war, dass unsere beiden Namen schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der gerade aktualisierten Seite der Absolventen (in Ausbildung) auftauchten.

Nach über fünf Wochen erhielten wir noch immer keine Nachricht. Wir fragten eine weitere Woche später nach und erhielten dann erst einmal eine Rechnung für die Nachprüfung (148 Euro).
Nachdem die Rechnung beglichen war, erhielten wir einige Tage später auf erneute Nachfrage die Nachricht, wir seien durchgefallen. Die Kritik war durchweg und für alle Stile vernichtend und im Wortlaut für uns beide in vielen Teilen sehr ähnlich, obwohl wir zwei völlig unterschiedliche Tänzerinnen waren.

Eine Wiederholung der Prüfung wurde uns nicht angeboten.
Ich hätte diese ehrlich gesagt aber auch nicht in Anspruch genommen, denn hier entschied letztendlich eine einzige Person - plus eine zweite für Ballett, mit der aber eine persönliche Kommunikation während des ganzen Vorfeldes und Zeitraumes der Nachprüfung nicht möglich war. Meine Fragen per Email wurden nicht beantwortet und die Hauptdozentin gab schließlich an, man solle sich bei Fragen in Gänze an sie wenden.
Viele der angeführten Kritikpunkte erschließen sich uns bis heute nicht, auch wenn wir generell selbstkritische Personen waren und sind.
Ich hatte sicherlich einige Patzer in meinen Exercises, meine Kraft, allein nach dem eineinhalbstündigen Ballettprüfungsprogramm hatte bei mir als jemand, der nur neben dem eigentlichen Beruf tanzt, schon deutlich nachgelassen. Da eine Leistung auf professionellem Niveau aber auch gar nicht der Anspruch war und uns grundsätzlich nahezu alle tänzerischen Fähigkeiten, ganz zu schweigen von irgendwelchen Stärken abgesprochen wurden, fand ich die Bewertung befremdlich.

Zum Vergleich: in der Gruppenprüfung war man mindestens zu dritt und man hatte jeweils Pausen, wenn die anderen drei Gruppen tanzten. Und die Prüfung war dort auf zwei Tage verteilt.

Auf meine Kritik am Prüfungsvorgehen wurde unsachlich und auf persönlicher Ebene reagiert und mir wurde nach meinem Empfinden das Wort im Munde verdreht. Sinngemäß wollte die Dozentin mir nun auch weitere (menschliche) Qualitäten absprechen, die zu dem Beruf gehören, den ich schon lange ausübe.

Da wir soviel Zeit, Arbeit und Geld investiert hatten - unter anderem hatten wir ja das erste Jahr der Vorausbildung erfolgreich absolviert, wir hatten unsere vorbereitenden Aufgaben gemacht und auch Klausuren geschrieben und bestanden ohne das jemals offiziell bescheinigt zu bekommen - baten wir um eine Teilnahmebestätigung für die Zeit am Dance Center Bielefeld.

Diese zu bekommen, war ein weiterer langer Kampf. Ich war kurz davor, einen Anwalt einzuschalten. Die Teilnahmebescheinigung, die dann schließlich kam, ist für mich letztendlich nicht zu gebrauchen, da sie die absolvierten Prüfungen benennt und am Ende darin steht, das Ausbildungziel sei nicht erreicht worden.
Zudem steht mein Mädchenname in der Bescheinigung, den ich während der ersten Monate der Ausbildung noch hatte, aber noch während des ersten Jahres abgelegt hatte. Die Begründung für den Fehler war, dass meine Emailadresse den alten Namen noch enthielte; daran hätte sie sich orientiert. Ich finde das verwunderlich, denn mein jetziger Nachname war der Dozentin lange bekannt. Unter anderem in der Rechnung, die sie mir kurz zuvor zugeschickt hatte, war er korrekt. Auch in meiner Adresse, die ich ihr zuvor noch einmal in Gänze geben sollte, stand er richtig drin. Und auf ihrer Seite (vor der erwähnten Aktualisierung) stand er ebenfalls korrekt drin.
Der Name in der Bescheinigung meiner Mitteilnehmerin war ebenfalls falsch geschrieben.
Uns wurde zugesichert, wir würden eine korrigierte Version der Bescheinigung bekommen. Diese ist bis heute nicht eingetroffen. Mir ist es inzwischen aber egal. Ich möchte an das Ganze nur einen Haken machen.

Ich weiß nicht, was aus einer anderen Mitabsolventin meines Jahrganges geworden ist, die zwar die praktische Prüfung bestanden hatte, jedoch nicht die Lehrprobe.
Vor einigen Monaten telefonierten wir zuletzt. Sie sollte ihre Lehrprobe nachholen. Auch sie sollte dann ein Video ihrer Lehrprobe schicken und nicht persönlich kommen. Ihr Unterrichtsentwurf sollte zudem noch ganz andere Inhalte aufweisen als die Entwürfe der anderen Teilnehmer, und es wurde unüblicherweise ein Nachweis ihrer momentanen Unterrichtstätigkeit verlangt.
Mein letzter Stand war, dass sie sich auch überlegt hatte, ob sie die Lehrprobe unter den Bedingungen und aufgrund ihrer Erfahrungen überhaupt wiederholen wollte.

So lang das nun doch geworden ist, das war in etwa die Kurzversion meiner Erfahrungen.
So wie ich die Dozentin erlebt habe, würde sie das alles sicherlich ganz anders darstellen.

zuletzt geändert von Lorniel, 07.10.2018 20:47:06

Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Lorniel, 07.10.2018 00:24:40

Einen Aspekt sollte ich vielleicht noch erwähnen, da der für eine TPA generell bedeutsam ist und weil ich da einfach andere Erwartungen hatte.

Für mich mangelte es an der Vermittlung einiger theoretischer Kenntnisse, die man als Tanzpädagoge sicherlich benötigt.
Es wurde beispielsweise nicht explizit vermittelt, welche Takte es gibt und woran man diese erkennt.
Ich habe in Sachen Musiktheorie mitgenommen, dass es in der Regel acht Zählzeiten und verschiedene Tempi gibt, und dass ein Song auf bestimmte Art und Weise strukturiert ist. Und das war's hier auch schon im Wesentlichen.
Die generelle Herangehensweise ans Choreographieren wurde meinem Eindruck nach nicht angemessen vermittelt (m.E. reicht es nicht, im Wesentlichen einfach zu diktieren, welche Bewegungselemente jeweils in einem Warm-up, einem Exercise für Füße, für Pliés etc. vorkommen und punktuell zu erwähnen, was diese bewirken).

Wenn ich die Bereiche "Anatomie" und "Tanzgeschichte" außen vor lasse, dann haben wir grob geschätzt drei Viertel der Zeit mit Praxis verbracht bzw. Exercises einstudiert, und somit im Prinzip einfach Tanzstunden gehabt.
Korrekturen gab es zwar reichlich, aber die bekomme ich in regulären Tanzstunden auch und zwar üblicherweise in einer Art und Weise, dass ich mich dadurch nicht grundsätzlich als Tänzerin in Frage gestellt fühle.

Es wurden allgemein oft Aufgaben gestellt, bei denen ich das Empfinden hatte, dass mir das Handwerkszeug und das Hintergrundwissen zur Erledigung dieser nicht oder nur rudimentär mitgegeben wurde. Offenbar wurde vorausgesetzt, dass man das schon mitbrachte oder irgendwie nebenbei mitbekam oder sich selbst erschloss.

Wie gesagt, das kann jetzt auch mit meinen persönlichen Erwartungen zusammenhängen.
Ich weiß wie erwähnt nicht, wie das in anderen Ausbildungen abläuft, und da sollten sich vielleicht andere noch äußern, ob sie das auch so erlebt haben.

Abschließend möchte ich sagen, dass ein Erfahrungsbericht natürlich immer subjektiv ist.
Es gab sicherlich auch Teilnehmerinnen, für die diese TPA zumindest zwischenmenschlich nicht derart problematisch war.

zuletzt geändert von Lorniel, 07.10.2018 09:47:27

Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Diane (moderator), 07.10.2018 14:57:04

Lorniel, vielen Dank für deinen Bericht!
Das wird sicherlich hilfreich sein für jemand, der ein bisschen nähere Infos sucht.
Darf ich fragen, wie viele "vorkenntnisse" du - und auch den anderen Teilnehmer*innen - hattest, als du da anfingst?
Haben alle leute vorher viele jahre getanzt- ballett, modern und jazz, oder waren alle unterschiedlich in ihre vor-erfahrungen?
-d-
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Lorniel, 07.10.2018 15:28:39

Hallo Diane,

die Vorkenntnisse und Fertigkeiten der Teilnehmerinnen waren insgesamt sehr unterschiedlich.

Die meisten von uns hatten die zweijährige Ausbildung absolviert. Diese beinhaltet eine einjährige Vorausbildung, die fast nur aus Tanzpraxis bestand, und diese richtete sich an Tänzerinnen, die Grundkenntnisse in mindestens einem der künstlerischen Tanzstile Ballett, Jazz oder Modern/ Contemporary hatten.

Als ich damals in Bielefeld anfing, hatte ich seit etwa zweieinhalb Jahren regelmäßig Ballettunterricht (als Kind hatte ich erste Erfahrungen gesammelt, aber auch früh wieder aufgehört). Darin hatte ich dann also jene Grundkenntnisse. In die Stile Jazz und Modern hatte ich bis dato nur hineingeschnuppert.
Viele Teilnehmer dieser Ausbildung waren auf einem änhlichen Stand. Einige hatten nie Ballettunterricht, andere erst seit einem Jahr Stunden im Jazz etc.
Die meisten tanzten noch nicht seit frühester Kindheit.

Nachdem wir das erste Jahr beendet hatten, wurden wir zugelassen für das zweite Jahr bzw. die eigentliche einjährige berufsbegleitende TPA. An der konnte man teilnehmen, wenn man - wie gesagt - die Vorausbildung "erfolgreich" durchlaufen hatte oder bereits länger/ auf fortgeschrittenerem Niveau tanzte und durch eine Audition dafür ausgewählt wurde.
An diesem Jahr kamen dann auch Tänzerinnen auf halbprofessionellem Niveau hinzu. Berufstänzer/ Bühnentänzer war aber, soweit ich weiß, niemand von uns.
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Diane (moderator), 09.10.2018 11:41:35

:] Danke für die Erklärungen.

Ich denke, es ist sicher immer eine Herausforderung fpr jede schule, erstmal alle Teilnehmer*innen auf eine ähnliche Niveau zu bringen.

Es gibt mittlerweile in Deutschland (soweit ich weiß) keine staatliche ausbildung mehr für tanzpädagogen, die nicht eine professionelle ausbildung/karriere hinter sich haben. Somit sind private ausbildungsschulen gefragt, und die sind anscheinend sehr unterschiedlich in der qualität und ergebnisse.

Nochmals vielen Dank für deine Kommentare! :)) :))

-d-
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

J-LIA, 02.11.2018 13:30:54

Hallo zusammen!
Immer wieder bestätigt es sich leider, dass gerade diejenigen, die bei der Ausbildung keinen Erfolg erzielen konnten diese negativen Bewertungen in den Raum schmeißen und damit so vielen Menschen schaden! Nur weil Sie nicht genug persönlicher Stärke besitzen, sich selbst für Ihren Misserfolg verantwortlich zu machen.

Ich war in dem selben Jahrgang wie "Lorniel" und habe daher einen direkten Bezug zu ihrem so anschaulich und detailliert beschriebenen Erfahrungen...
...Und dazu kann ich nur sagen: ...Was für ein geschickt formulierter Schwachsinn!!! So dermaßen und in jeder Einzelheit verdreht und überdreht, dass mir schon schwindelig wurde!

Liebe Tanzfreunde, hinter Claudia und Ihrem Team stehen so viele zufriedene Absolventen. Tänzerinnen und Tänzer, die offen waren für konstruktive Korrekturen, weil sie daraus ein Nutzen ziehen konnten. Daher unterrichten diese jetzt auch glücklich und erfolgreich Ihre eigenen Klassen , statt verbitterte Romane zu schreiben.


Wenn Ihr also von Herzen ein Tanzpädagoge werden wollt, und euch bewusst ist, dass das eine gewisse Disziplin und Engagement erfordern, (das Zertifikat gibt es nicht nur fürs Teilnehmen), dann seid ihr bei der TPA Claudia Lorenz an der richtigen Adresse!
Claudia ist so ein toleranter und herzlicher Mensch! Sie motiviert Ihre Schüler und ist eine hervorragende Dozentin, pädagogisch stets korrekt. Sie korrigiert schonend und niemals wertend. Ich finde das so ungerecht, dass hier das Gegenteil behauptet wird!

Ich stehe voll und ganz mit reinem Gewissen und reinem Herzen hinter dieser Ausbildung und den Dozenten und muss daher auch weder meinem noch andere Namen verbergen!

Viele Grüße an alle Tanzbegeisterte,

Julia Barsegian
(eine der vielen erfolgreichen, zufriedenen und dankbaren Absolventen der Tanzpädagogik Ausbildung Claudia Lorenz)

Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Lorniel, 03.11.2018 07:14:21

Liebe Julia,

ich finde es verständlich, dass du das anders empfindest und auch anders darstellst; insbesondere, da du für diese Tanzschule arbeitest.
Das macht die Erfahrungen, die zahlreiche andere Teilnehmer und eben auch ich gemacht und geschildert haben, jedoch nicht unwahr.

Persönliche Empfindungen und Ansichten können unterschiedlich ausfallen, und das habe ich auch deutlich gemacht.
Was das betrifft, habe ich übrigens erlebt, dass auch "erfolgreiche" Absolventinnen vor allem im weiteren Verlauf der TPA ihren Unmut geäußert haben. Natürlich geschah das nicht in erster Linie direkt der Dozentin gegenüber, denn man wollte nicht unbedingt einen nachhaltigen Konflikt oder sein Bestehen riskieren.
Negative Stimmen lediglich als Retourkutsche der Erfolglosen zu werten, finde ich in jedem Fall ein bisschen schlicht. Und ich sehe das auch als Doppelmoral, wurde mir selbst doch fortwährend nahegelegt, mich durch Kritik weiterzuentwickeln.

Auch grundsätzlich die Teilnehmer dafür verantwortlich zu machen, dass man sie dort nicht bestehen lässt, ergo ihnen zu unterstellen, sie hätten dann ungeachtet der Einzelfälle einfach nicht genug für die Prüfung getan, ist so eine Sache.

Das mag in bestimmten Fällen so sein. In einem seriösen Betrieb würde ich auch davon ausgehen, dass das so läuft.
Was mich und meine Mittänzerin betrifft, ist es eine Unterstellung.

Wenn Prüflinge zuvor problemlos alle Prüfungsteile hinter sich gebracht haben, weil sie sich gewissenhaft darauf vorbereitet haben, dann ist es ein Widerspruch, beim Ergebnis der Nachholprüfung auf einmal auf mangelnde Vorbereitung zu verweisen, die der Prüfer in der vorangegangenen Zeit auch gar nicht mitverfolgt hat.
Was mich betrifft, war meine Vorbereitung sehr gewissenhaft; so gewissenhaft, wie sie eben sein kann, wenn man nebenbei voll berufstätig ist (was ja laut Angaben dieser Ausbildungsstätte kein Problem darstellen sollte). Das beinhaltete unter anderem diverse Privatstunden - ich wurde von meiner heimischen Tanzschule großartig unterstützt, wofür ich ihr ungeachtet des Ergebnisses unheimlich dankbar bin - und das Nutzen jeder noch so kleinen Lücke im Arbeitsplan, als es in die heiße Phase ging.
Es resultierte dann auch in einem völligen Übertraining, welches mich schon vorher zum Dauerkunden beim Physiotherapeuten gemacht hat und mich nach der Prüfung dazu zwang, eine mehrwöchige Pause vom richtigen Training einzulegen.
Vielleicht ist es der Dozentin damals nicht wirklich aufgefallen, aber ich mache meine Hausaufgaben und bin prinzipiell in allem, was ich aus aufrichtigem Interesse heraus tue, sehr gewissenhaft.

Es war schon ein Ding, dass ausgerechnet meine stärkste Disziplin (Ballett) am Ende in Form von zwei sehr allgemein formulierten Sätzen im Gutachten verissen wurde.
Eine meiner Dozentinnen hier, die deutlich länger tanzt als du auf der Welt bist, hat die Leistung schließlich ausführlich mit mir analysiert und mir dabei keinen Honig um den Mund geschmiert.
Sie hat mir einiges an Korrekturen nahegelegt, auf Schwächen hingewiesen, jedoch - man glaubt es kaum - auch einiges an gut Gelungenem und entscheidenderweise akademisch Korrektem gesehen. Vor allem aber war sie deswegen verwundert über mein Ergebnis, da sie mitbekommen hatte, dass mehrere aus unserer Gruppe keinen wirklichen Plan vom klassischen Tanz hatten. Und mit derartigen Kenntnissen konnte man ihrer Einschätzung nach auch nach mehreren Monaten Training realistischerweise nicht den Maßstäben entsprechen, die dann für mich offenbar angelegt wurden.
Zusammen mit anderen Dingen, die ich hier schon zu dieser Prüfung schrieb, mutete das ziemlich merkwürdig an, gelinde gesagt.
Meine Dozentin fragte mich dann auch, ob ich diese Prüfung aufgrund des ganzen Prozederes anfechten wolle. Ich entschied mich aber dagegen, und ich schrieb auch, warum ich auf eine Wiederholung dieser Sache keinen Wert legte.

Soviel dazu.

Ambitioniert, mit Inspiration und meistens - ich hab es nicht so mit Extremen, für mich gibt es gute und weniger gute Stunden ... für mich gibt es übrigens auch bei Menschen mehr als schwarz-weiß - glücklich und erfolgreich eigene Klassen zu unterrichten einerseits und andererseits dennoch ausführlich bestimmte Erfahrungen mit der TPA darzustellen, ist übrigens kein Widerspruch.

Aber wie ihr auf Kritik und Erfahrungsberichte reagiert, müsst ihr selbst wissen. Es ist ja euer Betrieb.

Keinen Diskussionsspielraum gibt es allerdings bezüglich entscheidender erwähnter Aspekte, welche nicht persönliche Ansichten sondern Fakten sind. Diese lassen sich unter anderem durch gespeicherte Email-Kommunikation belegen.

Angesichts dessen finde ich es sehr gewagt von dir, diese pauschal als "Schwachsinn" zu bezeichnen.

Ausführlich habe ich mich in erster Linie zu unserer Nachholprüfung geäußert. Mit dieser Prüfung und der gesamten Kommunikation rund um das Geschehen dürftest du als Unbeteiligte gar nicht befasst gewesen und damit auch gar nicht qualifiziert sein, den - wie gesagt, belegbaren - Wahrheitsgehalt meiner Schilderungen zu beurteilen.
Oder ist mir hier gerade etwas entgangen?

Letztendlich möchte ich niemanden davon abhalten, an der TPA teilzunehmen. Es muss eh jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

Ich schrieb das hier alles, weil ich mir selbst möglichst viele Informationen gewünscht hätte, bevor ich dort hinging, um dann spätestens nach der Audition zu schauen, wie das mit meinem Bauchgefühl zusammenpasst.

Herzliche Grüße
Lorniel

zuletzt geändert von Lorniel, 05.11.2018 10:30:50

Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Diane (moderator), 05.11.2018 16:38:39

Natürlich werden verschiedene Menschen verschiedene Erfahrungen machen; auch wenn sie die ganze Zeit nebeneinander im gleichen Raum sind!

Deswegen gibt es solche "Erfahrungsberichte"; da kann dann jeder selbst entscheiden, ob er/sie das ausprobieren oder näher anschauen will oder nicht.

Das passiert mit jedem Kauf von etwas (lese ein paar "Reviews" bei Amazon, zum Beispiel), und natürlich bei jede Ausbildung, ob staatlich oder privat.

Peace.

-d-
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

tanzerbse, 05.11.2018 17:02:18

Liebe Tanzgemeinde,

auch ich möchte noch ein paar meiner Erfahrungen aus der TPA Claudia Lorenz teilen. Vor allem, da ich vor kurzem wieder unhöfliche Nachrichten und Drohungen von Claudia aufgrund einer facebook-Bewertung erhielt.
Ich war in einem späteren Jahrgang wie Lorniel, habe jedoch ganz ähnliche Erfahrungen gemacht.

Kurz zu mir:

Ich tanze seit 18 Jahren Jazz, zwischenzeitlich auch HipHop, seit 5 Jahren Ballett und Contemporary. Als ich mich in Bielefeld anmeldete, hatte ich gerade das erste Jahr der Vollzeit-Tanzpädagogik-Ausbildung an der IWANSON International Schule in München absolviert. Ich bestand dort alle Prüfungen und entschied mich nach dem ersten Jahr freiwillig zum Ausstieg, da die 7/8 Stunden Training pro Tag für mich auf Dauer einfach zu viel waren. Ich war zu dem Zeitpunkt bereits Ende 20 und arbeitete bereits (so wie auch jetzt noch) als Software-Entwicklerin. Tanzen ist für mich eigentlich "nur" ein Hobby. Allerdings mein größtes und eines, das ich mit sehr viel Leidenschaft auslebe. Nachdem ich bei IWANSON aufhörte, begann ich Vollzeit als Software-Entwicklerin zu arbeiten und übernahm eine Anfänger Jazztanz Stunde bei mir zu Hause im Studio. Ich trainierte weiterhin in verschiedenen Studios nahe meines Wohnorts und nahm bzw. nehme 2-3 Tanzstunden pro Woche selbst (als Schülerin). Zusätzlich schrieb ich mich dann im Oktober 2017 in Bielefeld bei der TPA Claudia Lorenz ein - ein großer Fehler und eine große Verschwendung meines Geldes und vor allem meiner Zeit, wie ich später feststellen musste.

Meine Erfahrungen:

Bereits bei der Aufnahmeprüfung war ich irritiert: Wir sollten ein Solo vortanzen, für dessen Vorbereitung ich mir recht viel Zeit genommen hatte. Ich erwartete Feedback nach dem Vortanzen, doch es kam lediglich ein einziger Satz.
Generell hatte ich mich deswegen in Bielefeld eingeschrieben, da ich mir von so einer kleinen und unbekannten Schule mit so kleinen Ausbildungsklassen erhoffte, sehr viel persönliches und individuelles Fedback zu bekommen. Dies war allerdings nicht der Fall. Während der gesamten Ausbildung war Feedback dünn gesäht und vor allem widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und verwirrend. So weit so gut. Im weiteren Verlauf des Ausbildungsjahres wurde das Feedback dann auch zunehmend persönlich angreifend und demotivierend.

Den Jazzunterricht fand ich eigentlich die meiste Zeit ganz gut. Ich habe dort sicherlich auch einiges gelernt - sowohl von der Dozentin als auch von meinen Mittänzerinnen. Rückblickend muss ich jedoch sagen, dass der Unterricht kaum vorbereitend auf die Abschluss-Lehrprobe war - aber dazu später mehr.

Ich erinnere mich noch bei der Audition gefragt zu haben, ob der Unterricht wirklich immer auf Pädagogik ausgerichtet sei oder ob es schlichtweg normales Training wäre (denn das könnte ich auch zu Hause haben und müsste dafür keine 400km fahren). Mir wurde bestätigt, dass der Unterricht größtenteils auf Pädagogik fokussiert sei. Dies stimmte allerdings nicht. Zunächst hatten wir ca. 8 Monate lang Contemporary Unterricht, der überhaupt keinen Pädagogik-Unterricht umfasste. Es war lediglich ganz normales Training. Dann hatten wir zu Beginn auch an zwei Seminaren mehrere Stunden HipHop Unterricht, was quasi überhaupt nichts brachte, da wir dort nicht einmal eine Unterrichtsstruktur aufgezeigt bekamen, sondern nur wahllos irgendwelche Übungen und Schrittkombis machten. Das kann ja sinnvoll sein, wenn man sein HipHop Schritt-Repertoire ergänzen möchte, hat aber mit Tanzpädagogik-Ausbildung in Jazz und Ballett recht wenig zu tun.

Der Ballettunterricht, der über alle 10 Seminare hinweg stattfindet bestand ebenfalls nur aus ganz normalen Training. Noch dazu war das Training sehr trocken und langweilig. Die Ballettdozentin strahlte selbst keinerlei Energie oder Freunde am Tanzen aus, sodass auch wir Teilnehmer kaum von der Leidenschaft gepackt wurden. Ab und zu wurden auch in Ballett Hausaufgaben präsentiert (d.h. Schüler unterrichten ein, zwei Übungen) aber hier gab es wieder nur karges Feedback wie 'OK' oder 'zu schnell'.
Es wurde von uns erwartet, dass wir alle Übungen, die wir in Ballett lernten (Stange und Mitte) auswendig kannten. Jedoch wurde uns die Musik nicht zur Verfügung gestellt. Wir bekamen lediglich Whatsapp Videos, die teilweise abgeschnitten und in schlechter Qualität waren. Ich fand es wirklich suboptimal damit zu trainieren. Man muss ständig sein Handy in der Hand haben während man tanzt.

Den Jazzunterricht und auch die Dozentin fand ich wie gesagt zunächst ganz gut und das war für mich auch der Hauptgrund, warum ich mich jeden Monat aufraffte und nach Bielefeld fuhr.

Nun ging es aber ca. nach der Hälfte der Seminare los, dass die Dozentin einfach komisch auf mich reagierte und vor allem meine Fragen, die ich im Unterricht stellte, oft überhaupt nicht verstand. Manchmal widersprach sie sich im Unterricht selbst, sagte auf einmal etwas ganz anderes als ein paar Seminare zuvor und wenn man sie darauf ansprach, reagierte sie zickig und angegriffen. Dieses Verhalten bekam ich auch während und nach der Prüfung vermehrt zu spüren. Auch durch meine negative facebook-Bewertung fühlte sie sich direkt angegriffen und eskalierte völlig.

Nun ein paar konkrete Beispiele:

Nach einem Seminar sollten wir jeder eine Plié-Übung vorbereiten und einige von uns mussten diese dann im nächsten Seminar vorzeigen. Ich fragte die Dozentin vorher, ob wir im Chorus einen Tanzteil einbauen sollten/durften - die Dozentin verneinte: In der Plié-Übung hat ein Tanzteil nichts zu suchen. Daraufhin erstellte unsere gesamte Klasse Plié-Übungen ohne Tanzteil. Dies war auch OK so.
Ein paar Seminare später jedoch kam eine ehemalige Schülerin vorbei, um ihre Abschluss-Lehrprobe beispielhaft zu präsentieren. Die Lehrprobe war wirklich gut, was ich der Dozentin gegenüber auch zum Ausdruck brachte. Jedoch war ich verwirrt, da alle Exercise-Übungen einen Tanzteil enthielten - auch die Pliés. Ich sprach die Dozentin später darauf an, da auch andere Mittänzer/innen verwirrt waren. Daraufhin reagierte die Dozentin sehr gereizt und versuchte sich zu verteidigen, indem sie mir sinnlose, sich widersprechende Aussagen um die Ohren haute. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich bei ihr 'unten durch' und kam auf ihre Blacklist (Lorniels "Nasenfaktor"). Bis heute finde ich meine Rückfrage bzgl. des Aufbaus einer Plié-Exercise gerechtfertigt.

Nun zu den Prüfungen:

Zuerst die Praktische. Ich bestand, jedoch wurde mir in Ballett gesagt, ich dürfe keine Abschluss-Lehrprobe ablegen, da ich technisch zu schlecht wäre. Dagegen erhebe ich prinzipiell keinen Einspruch, da ich selbst der Meinung bin, dass Ballett nur von Profis unterrichtet werden sollte. Es war nicht schlimm für mich, die Lehrprobe in Ballett nicht machen zu dürfen aber einen komischen Beigeschmack hatte dieses Resultat doch, zumal andere Tänzerinnen mit subjektiv empfunden schlechterer oder gleichwertiger Leistung bevorzugt wurden.

Ich konzentrierte mich jetzt voll auf die Jazz Lehrprobe. Ich erstellte eine schriftliche Ausarbeitung von über 50 Seiten, was überdurchschnittlich viel war. Ich schlug mir neben meines Vollzeit-Jobs und des normalen Trainings die Nächte um die Ohren, war teilweise bis um 3 Uhr Nachts wach und schrieb an der Ausarbeitung.
Die Dozentin vergab Themen und Ziele für die Unterrichtsstunde, die wir als Lehrprobe unterrichten sollten. Dazu bekam man ein Leistungsniveau. Ich hatte das Leistungsniveau Anfänger mit Vorkenntnissen und als Thema erhielt ich
    die Preparation aus der vierten Position
    2 Drehungen meiner Wahl in Fortbewegung

Hinzu kamen die folgenden Ziele:
    Optimierung des Spottings
    Bewusstmachung der Ausführung der Prirouette mit verschiedenen Positionen des Spielbeins

Wir durften der Dozentin dann per E-Mail Fragen zu unserem Thema stellen, was ich auch tat. Ich fragte sie, ob ich bei den unterschiedlichen Positionen des Spielbeins Passé auswärts und parallel wählen könnte oder ob andere Haltungen des Spielbeins wie z.B. Coup-de-pied gemeint waren. Die Dozentin ging auf meine Fragen nicht ein. Sie antwortete mir lediglich, ich solle mir die Aufgabenstellung nochmals durchlesen und sie könne die Arbeit ja nicht für mich machen. Auch das fand ich schon ungerecht, denn andere Teilnehmer/innen bekamen sehr detaillierte und konkrete Antworten auf ihre Fragen.
Bei der Lehrprobe dann kam der große Hammer. Unmittelbar bevor ich mit meiner Lehrprobe beginnen sollte, rief die Dozentin mich rein und verpasste mir erstmal einen riesen Einlauf. Sie zerriss förmlich meine ganze Arbeit in der Luft und sagte mir, ich habe es komplett falsch gemacht. Sie sagte mir dann, dass Spielbein im Passé auswärts und parallel komplett falsch sei und, dass ich Pencil-Turn, Coup-de-pied und Passé Drehung hätte machen sollen. Ich fragte sie, warum sie nicht einfach auf meine E-Mail geantwortet hätte aber sie blaffte mich nur an ich solle nicht mit ihr diskutieren. Ich hätte ihr diese Fragen nie per Mail gestellt etc. Sie verdrehte mir einfach die Worte im Mund und es war unmöglich, mit ihr zu diskutieren.
Nachdem in meinem Kopf bereits alles schwamm, lächelte sie mich scheinheilig an und verkündete mir, ich könne jetzt meine Teilnehmer reinholen und anfangen. Ich zog die Lehrprobe dennoch ohne Probleme durch und bekam danach sehr viel Lob von meinen Mittänzern. Die Dozentin gab überhaupt kein Feedback.

Das Feedback kam eine Woche später per Mail und war, wie bei Lorniel, vernichtend. Ich bekam rein negatives Feedback, das noch dazu unfreundlich war. Zu meiner umfangreichen schriftlichen Ausarbeitung kein Wort. Natürlich war ich durchgefallen. Aber nach Claudia's Verhalten mir gegenüber war mir das auch bevor ich die E-Mail las bereits klar.

Ich würde jedem davon abraten, diese Schule zu besuchen, da es dort einfach total wahllos und unprofessionell zugeht und man evtl. ohne eigenes Verschulden zum Opfer von Schikane wird.

Selbstverständlich hätte ich nicht in diesem Maße Motivation gehabt, negative Bewertungen zu schreiben, wenn ich die Prüfung bestanden hätte. Aber die Leute, die schlechte Bewertungen schreiben fertig zu machen von wegen 'ihr seid einfach schlechte Tänzerinnen und seid nicht offen für Neues' ist schlichtweg falsch. Diesen Vorwurf erheben Claudia und ihre Vorzeigeschüler/Kollegen regelmäßig - den eigenen Umgang mit Kritik habe ich am eigenen Leib erfahren und Beispiele dessen können u.a. auf Google nachgelesen werden.

Letztendlich habe ich nur eine negative Bewertung auf facebook und auf Google geschrieben und musste sofort beleidigende Kommentare von Claudia einstecken, die sie dann nach wenigen Minuten selbst wieder löschte. Als sie nichts mehr zu kommentieren wusste, löschte sie kurzerhand ihre facebook page. Als nach ein paar Wochen dann eine neue Seite online war, schrieb ich meinen Kommentar auf Neue und bekam sofort wieder beleidigende Kommentare und die Drohung mit rechtlichen Schritten etc. Lächerlich. Claudia's Umgang mit Kritik ist höchst unprofessionell und legt offen, dass sie selbst nicht offen für Neues ist - was sie uns ja offenbar vorwirft.

Ich brauche das Zertifikat nicht. Ich bezweifle auch, dass es viel wert ist, denn diese Zertifikate sind immer direkt abhängig von der Reputation der Schule. Und diese Reputation mag ich angesichts der vielen, stark polarisierten Rezensionen in Frage stellen.

Ich werde genauso weiter tanzen wie bisher und meine Jazz-Klasse genauso weiter unterrichten wie immer. Es ärgert mich einfach, so viel investiert zu haben und dann so behandelt zu werden und ich möchte andere, denen in Bielefeld potentiell das gleiche widerfahren könnte, warnen.

//edit: kleinere Korrekturen

zuletzt geändert von /profile/30530, 05.11.2018 22:49:50

Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Diane (moderator), 05.11.2018 19:39:20

Danke auch dir, tanzerbse, für deine Beschilderungen.

Es braucht Mut und ein gesundes Selbstbewusstsein, mit Kritik umzugehen und davon zu lernen.

-d-
Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Lorniel, 06.11.2018 05:38:52

Kurz noch zu diesem Teil:

"aber sie blaffte mich nur an ich solle nicht mit ihr diskutieren. Ich hätte ihr diese Fragen nie per Mail gestellt etc. Sie verdrehte mir einfach die Worte im Mund und es war unmöglich, mit ihr zu diskutieren."

Diese Aussage finde ich sehr bezeichnend. Du bist bei weitem nicht die Einzige, die das so oder so ähnlich geäußert hat, und das fand ich auch sehr problematisch.
Wie soll man mit jemandem umgehen, der die Realität und unter anderem auch selbst getätigte Aussagen abstreitet, auf Rückfragen und Anmerkungen dicht macht und aggressiv, mit Schuldzuweisungen und auf persönlicher Ebene reagiert?

Vielleicht wäre hier auch eher Mitgefühl angebracht, denn solche Reaktionen können einfach zeigen, dass jemand merkt, er steht an der Wand und kann nur noch gewaltsam um sich schlagen. In diesem Fall hat dieser jemand allerdings eine große Verantwortung. Das ist das Problem.

Und so traurig das ist, und so leid es mir tut, dass du das auch so erleben musstest, es tut wenigstens ein bisschen gut, anhand solcher Beispiele zu sehen, dass man nicht selbst diejenige war, mit der etwas nicht stimmte.

An dieser Stelle ein sehr persönliches Beispiel: Sie rief mich einmal nach einer durch mich vorgestellten Unterrichtssequenz - ich hatte vor Aufregung viel geschwitzt und es war am Ende des Tages - in den Raum zurück und sagte ohne Umschweife zu mir, ich solle mir mal ein Deo besorgen.

Ich sprach sie später meinerseits recht vorsichtig an, dass ich mir von ihr einen sensibleren Umgang mit so einem Thema gewünscht hätte. Inhaltlich hätte ich mit so einem Rat sonst nicht unbedingt ein Problem, auch wenn der Hinweis, man würde riechen, einen natürlich erst einmal trifft.
Auch da stritt sie ab, die Aussage zur Besorgung eines Deos getätigt zu haben und machte mir Vorwürfe, die auch wieder in Richtung Kritikunfähigkeit gingen.

Und selbst wenn man einfach eine Frage - selbst sachlicher, rein tanzpädagogischer, inhaltlicher Art, aus aufrichtigem Interesse heraus - stellte, musste zumindest ich mit einer unberechenbaren Reaktion rechnen.

Auf meine Kritik an unserem Prüfungsvorgehen hin ging sie dann richtig unter die Gürtellinie, von wegen, ich projiziere mein Verhalten auf sie und sie fände es beunruhigend, dass so jemand wie ich in meinem Beruf arbeite.

Und ja, ich glaube auch, dass andere so etwas in der Ausbildung nie erlebt haben. Die Richtigen konnten nachhaltig nichts falsch, die Falschen auf lange Sicht nichts richtig machen. Meine Ansicht.

Ich kann nur sagen, dass ich die zuvor erwähnte "Herzlichkeit" - ich finde den Begriff "Überschwänglichkeit" in dem Fall passender, und diese ist mir als solche suspekt, da nach meiner Erfahrung ein Extrem selten ohne das andere auskommt und für mich eigentlich nur die Substanz dahinter zählt - als Fassade empfand, die mir gegenüber sehr schnell zerfiel.

edit: Ich habe gerade erstmals einen Blick auf die Bewertungen bei google geworfen, die zu meiner Zeit noch nicht vorlagen. Es scheinen in den letzten Tagen plötzlich alle möglichen Absolventen den Drang zu verspüren, ihre Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Und die Tanzschule ist ihrerseits voll des Lobes.
Lassen wir das mal so stehen.

Nun aber noch eine positive Sache am Ende: den Dozenten für Tanzgeschichte fand ich sehr korrekt.
Er hat auch auf etliche Nachfragen hin noch produktiv reagiert und Unterstützung geliefert, und ich habe aus dieser Unterrichtseinheit viel mitgenommen. Er hat uns am Ende auch um ausführliches Feedback gebeten (und da war er auch der Einzige, meine ich mich zu erinnern), was bedeutet, da ist jemand ernsthaft daran interessiert, sein Vorgehen weiterhin zu optimieren.
Nützte mir zwar nichts, da trotz "hervorragender" Leistung in diesem Bereich mein Endergebnis ja nachher für die Tonne war, aber ich wollte es trotzdem erwähnt haben.

Und letztendlich habe ich noch eine weitere Sache aus der Ausbildung positiv für mich nutzen können, nämlich die Erkenntnis, wie motivierender Umgang mit unterschiedlichen Charakteren und die Vermittlung von menschlicher Gleichwertigkeit genau nicht geht.

Seitdem achte ich in meinen Stunden neben den üblichen Korrekturen noch mehr darauf, bei Tänzern, die sich insgesamt schwerer tun, so konstant wie möglich Dinge zu finden und lobend zu erwähnen, die klappen und gut aussehen, während ich bei Tänzern, denen alles in den Schoß zu fallen scheint darauf bedacht bin, Dinge zu finden und zu erwähnen, die sie immer noch verbessern können.

Um das nun wirklich zuende zu bringen, möchte ich noch kurz schreiben, wie es nach der Prüfung bei mir weiterging.
Ich mache nun eine einjährige tanzpädagogische Ausbildung in Hannover, die aus sieben Pflicht- und mindestens fünf Wahlseminaren besteht. Der Hauptdozent kommt aus dem zeitgenössischen Tanz, und der Schwerpunkt liegt hier wirklich auf Pädagogik und dem Tanz als kreativem Prozess.
Hier habe ich auch erfahren, wie wertfrei und gleichzeitig wertschätzend für alle Beteiligten so etwas wirklich ablaufen kann und was für tolle Ergebnisse gerade deswegen erzielt werden. Dazu war es auch nicht notwendig, von den Teilnehmern vorab zu verlangen, sie mögen bitte keine schlechte Laune und Launenhaftigkeit in den Tanzsaal mitnehmen.

Am Ende eines jeden Seminars bekommen wir ein mehrseitiges Protokoll/ Skript zu den jeweiligen Inhalten zugemailt, welches wir nur noch um unsere eigenen Aufzeichnungen ergänzen müssen.

Da bei dieser Ausbildung die Technik nicht so sehr im Vordergrund steht, diese aber natürlich dennoch wichtig für meine Lerngruppen ist, nehme ich weiterhin Stunden in klassischem und zeitgenössischen Tanz und Jazz.
Die Dozenten an der Schule, wo ich Schülerin bin, sind zum Großteil ehemalige und aktuelle Tänzer der Staatsoper Hannover und haben auch sonst sehr gute Referenzen.

zuletzt geändert von Lorniel, 09.11.2018 05:38:41

Re: Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Ausbildung Claudia Lorenz Bielefeld #

Claudi Lorenz, 06.11.2018 16:14:51

Dass Sie unsere Abschlussprüfung nicht bestanden haben und sich schlecht behandelt fühlen, tut mir Leid.
Es gibt sehr viele, sehr zufriedene und erfolgreiche Absolventinnen, deren Bewertungen unter diesen Link nachzulesen sind. Keine anonymen Namen, sondern reale Personen."
http://www.tanzpaedagogik-ausbildung.de/feedback/

Claudia Louise-Ambroisine / ehemals Lorenz
Gründer und Leitung der Tanzpädagogik Ausbildung Claudia Lorenz



 

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