Re: Polina Semionova #

Dulcinea, 10.02.2015 20:24:18

Ein paar neue Erste Solisten wären schon nötig!
Traviata du kennst dich ja besser mit den Insiderinfos aus, als ich.
Warum ist Dudek gegangen?

Es ist wirklich schade, dass durch oder wegen Duato so viele gut Tänzer die Compagnie verlassen.
Ich hoffe ja, dass er das Staatsballett nicht zu einer kompletten Regionalcompagnie verkommen lässt.
Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 10.02.2015 20:28:30

Dulcinea wrote:
Warum ist Dudek gegangen?

Na ja, Insiderwissen habe ich auf keinen Fall, ich kann auch nur Gerüchte weitergeben, die mir in den Pausen zu Ohren kommen - und weil ich oft ins Ballett gehe, höre ich vlt öfter mal etwas... :-)

Die Gründe für Dudeks Weggang kenne ich nicht. Aber was sollte er auch noch in Berlin? Frau und Kind in Budapest - schließlich ist Shoko Nakamura seit vergangenem Jahr beim Ungarischen Nationalballett - und er allein hier?
Re: Polina Semionova #

Dulcinea, 10.02.2015 20:35:14

Für mich ist das quasi Insiderwissen :)
Naja Polinas Mann ist auch noch hier.
Dann ist er also wenigstens nicht auf irgendeine unschöne Art rausgeekelt worden.
Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 10.02.2015 20:42:05

Dulcinea wrote:
Naja Polinas Mann ist auch noch hier.

Ja, und am 06. Februar hat er (Ps Mann, Mehmet Yümak) den Hilarion in "Giselle" tanzen dürfen, also diesen Jägerburschen.
Obwohl er "nur" Mitglied des Corps de Ballet ist. Und er hat es richtig schön gemacht, auch die Pantomime-Szenen im 1. Akt nicht allzu sehr übertrieben, und im 2. Akt hat er sich fabelhaft "zu Tode getanzt".
Aus dem könnte noch ein guter Solist werden, vor allem hat er eine schöne Statur (so gut sie sind, aber von der Körpergröße her sind weder Dinu noch Marian echte Prinzen).
Re: Polina Semionova #

argusschlaeft, 19.02.2015 04:57:37

Ja, personell waren die letzten Jahre eine Katastrophe. Ich freue mich ja schon darüber, dass Sarah Mestrovic noch da ist, Krasina Pavlova und Nadja Saidakova und Iana Salenko, die den Laden am Leben halten. Und natürlich Dinu Tamazlacaru (und Arshak Ghalmyan). Aber die, die gegangen sind, waren nicht schlecht und die, die neu dazu kamen, müssen sich noch beweisen... Ein paar Gastauftritte von Polina Semionova, obwohl (zumindest von mir) geschätzt, werde der tänzerischen Qualität der Kompagnie nicht helfen.
Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 19.02.2015 09:05:09

argusschlaeft wrote:
. . . Ein paar Gastauftritte von Polina Semionova, obwohl (zumindest von mir) geschätzt, werde der tänzerischen Qualität der Kompagnie nicht helfen.

So ist es.
Den Finanzen des SBB werden sie (Gastauftritte jeglicher Art!) mit Sicherheit eher schaden.

Der künstlerische Gewinn - insbesondere bei Polina - ist ohnehin fragwürdig. Wie ich schon mal hier irgendwo schrieb: den Charme und die Herzlichkeit ihrer ersten Jahre in Berlin hat sie verloren, jetzt schaut sie doch immer sehr verbissen aus der Wäsche . . . !


zuletzt geändert von Traviata, 23.02.2015 09:19:56

Re: Polina Semionova #

argusschlaeft, 01.03.2015 17:01:12

Nun gut, sie sorgt jedenfalls für ausverkaufte Vorstellungen und ich persönlich finde ja auch, dass sie durchaus einen gewissen Glamour mitbringt, aber als ich zum Ballett gekommen ist, war sie schon ein Star und hatte den entsprechenden Nimbus. Technisch finde ich, dass Iana Salenko ihr mindestens ebenbürtig ist, die anderen beiden (Elisa CC und Elena Pris) müssen sich noch in den großen Rollen beweisen - und nein, "Aurora" in Dornröschen ist keine große Rolle, in meinen Kategorien ist Odette/Odile eine große Rolle, Giselle, Tajana in Onegin. Im Solistinnenbereich sind ja mene Tipps für Beförderungen in der nächsten Spielzeit Krasina Pavolova und Iana Balenko. Die verehrte Sarah Mestrovic als Wildcard und vielleicht zukünfitges Mädchen für alles (was im Moment Krasina Pavlova ist), aber vermutlich weiterhin als Solistin. Mal sehen, was die Buchmacher dazu sagen. Im Moment ist es auch noch nicht einzuschätzen, was Nacho Duato bei einer Tänzerin mag und förderungswürdig findet.

Finanziell muss sich das Staatsballett, glaube ich, nicht viele Sorgen machen, aber ich vergleiche das dann auch eher mit der finanziellen Ausstattung der freien Szene und das Staatsballett allein hat glaube ich mehr, als die gesamte freie Szene. Das ist ausdrücklich kein Plädoyer dafür, dem Staatsballett weniger Geld zu geben, nach meinen Informationen, war das Ensemble im 18. Jahrhundert größer und finanziell vermutlich vergleichsweise besser ausgestattet als heute - und damals war Ballett noch hauptsächlich Nebenprogramm für die Oper. Vielleicht könnte man hierzulande - zukünftige Krisen vorraussehend - ein paar Reformen machen - Bürokratie abbauen, Steuerausnahmeregeln abbauen, Leute die mehr als 200.000 im Jahr allein durch Dividenden und Bonuszahlungen machen stärker zur Kasse bitten und das so frei werdende Kapital in Bildung und Kultur stecken... Nur ein Vorschlag :pirate:

zuletzt geändert von argusschlaeft, 01.03.2015 17:20:49

Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 01.03.2015 17:16:09

argusschlaeft wrote:
Nun gut, sie sorgt jedenfalls für ausverkaufte Vorstellungen . . . als ich zum Ballett gekommen ist, war sie schon ein Star und hatte den entsprechenden Nimbus.

Siehst du, ich habe sie seit Beginn ihres Hierseins immer wieder und wieder gesehen. D.h. seit der Spielzeit 2002/2003, da war sie am Anfang noch nicht einmal 18 und durfte nicht nach 22 Uhr auf der Bühne stehen!!! :-)
So ging es immer weiter mit ihr, eine sehr schöne Entwicklung war das. Cinderella - das ihr ihr Mentor Malakhov förmlich auf den Leib choreographiert hat - , Bajadere usw. usf.

Und dann plötzlich ihr Abgang . . . welche Rosinen hatte sie nur im Kopf? Zum ABT?! da ist ja nun gerade ausreichend weibliche Konkurrenz gewesen! Tjaa - und ich finde ganz wirklich, dass sie alt, verbissen und abgekämpft aussah auf der Bühne, zumindest in Giselle und Schwanensee. Onegin war das erste Mal, wo sie wirklich rollenentsprechend ausschaute (ich meine natürlich die Mimik, nicht das Kostüm . . . ;-) ).

Im übrigen habe ich auch die Entwicklung von Sarah Mestrovic genauso miterleben dürfen, auch das war eine Freude zu sehen! Immerhin hat sie es zur Solistin geschafft. Eingetreten in die Compagnie ist sie im September 2003, wenn ich mich nicht irre, direkt nach Abschluß ihrer Ausbildung in der Staatlichen Ballettschule Berlin.
Re: Polina Semionova #

argusschlaeft, 01.03.2015 17:34:12

Naja, ich konnte ihren Wunsch, auch woanders zu tanzen schon verstehen, war aber enttäuscht, weil ich dann eben die weitere Entwicklung nicht so recht verfolgen konnte. Meiner Meinung nach ist ihre Tajana perfekt, da gibt es nichts zu verbessern. Bei Odette/Odile gab und gibt es Luft nach oben, bei Giselle, was man so hört, ja auch. Wobei es möglich ist, dass es keine Odette/Odile gibt, die der Plisetskaya Version irgendetwas von Belang hinzufügen kann - die Armarbeit hat ja jede Ballerina übernommen und sieht auch immer toll aus. Polinas Odette hat sich aber nach meinem Dafürhalten verbessert in den letzten zwei Jahren. Aber es ist natürlich immer schön, wenn man die Entwicklung von Tänzern verfolgen kann, deshalb bin ich immer genervt, wenn Tänzer, die mich interessiert habe gehen, angefangen bei Dmitry Semionov über Krenstetter (der meiner Meinung nach in den vier Jahren, die ich verfolgen konnte, eine Riesenentwicklung gemacht hat, auch weil man - also Malakhov - ihm die Chance dazu gegeben hat). Jakovina hätte mich weiter interessiert, ein paar sind ja auch geblieben und ich hoffe, dass Nacho Duato sich überwinden kann, weniger über sich selbst nachzudenken und sich den Tänzern zu öffnen (die Doku auf Arte gab da ja nicht sehr viel Anlass zu Optimismus) und mit ihnen zu arbeiten - in der Arte Doku fand ich es gelegentlich etwas, hm, irritierend, wie er über die Tänzer in St. Petersburg und Tanz im allgemeinen gesprochen hat. - Ein Intendant, der Tanz irgendwie doof findet (und der gleichzeitig ziemlich gut tanzen kann), wirkt dann doch ein wenig zu zerrissen für eine Führungsposition, obwohl er das ja in Spanien gut hingekriegt hat.

zuletzt geändert von argusschlaeft, 01.03.2015 17:37:04

Re: Polina Semionova #

Dulcinea, 01.03.2015 17:40:23

Die Doku über Duato fand ich sehr interessant.
Ich fand es aber nicht besonders schön, dass es meiner Ansicht nach so herüber kam, wie als wäre Berlin gerade gut genug endlich Sankt Petersburg zu entkommen.
Hoffentlich ist es nicht so!
Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 01.03.2015 18:03:59

argusschlaeft wrote:
. . . in der Arte Doku fand ich es gelegentlich etwas, hm, irritierend, wie er (N.D.) über die Tänzer in St. Petersburg und Tanz im allgemeinen gesprochen hat. - Ein Intendant, der Tanz irgendwie doof findet (und der gleichzeitig ziemlich gut tanzen kann), wirkt dann doch ein wenig zu zerrissen für eine Führungsposition, obwohl er das ja in Spanien gut hingekriegt hat.

Was hat der denn gut hingekriegt in Spanien? Ist die Compania irgendwie bekannt oder "berühmt" geworden?
Überwiegend haben die 20 Jahre lang seine abgestandenen "Choreographien" (wie z.B. "Arenal" oder "Duende"...) tanzen müssen.
Hier in Berlin kaum angekommen hat er im Interview gleich geäußert, dass er klassische Ballette "langweilig" findet.
Und was beschert er uns? Fade alte aufgewärmte Konserven. Ein Dornröschen, das den Namen nicht mehr verdient. Da hat er ja auch nur das Material von Petipa genommen und - hhhmmm - "vermurkst" sage ich.
Eigene Ideen hat er doch noch nicht gezeigt. Etwas verändern und verschlechtern, das es schon gibt, ohne von Anfang an neu zu denken und zu choreographieren, das ist doch keine Leistung!
Re: Polina Semionova #

argusschlaeft, 01.03.2015 18:22:10

Einverstanden. Aber uns bleibt nichts anderes übrig, als ihm ein wenig Zeit zu geben, bis er ganz in Berlin ist und dann vielleicht sein "Ich wurde in Spanien gefeuert"-Trauma überwindet und stattdessen in Berlin etwas Gutes aufbaut (ohne die Klassik zu vernachlässigen, ich glaube, es wäre eine katastrophale Fehlentscheidung, Schwanensee oder Giselle aus dem Programm zu nehmen - wobei ich auf die Rekonstruktion von Nussknacker durchaus verzichten kann). Die Doku im Fernsehen hat zumindest gezeigt, dass er die Entlassung in Spanien nicht so richtig verkraftet hat und danach sofort nach St. Petersburg gegangen ist. Das ist wie jemand, der eine langjährige Beziehung verlässt und sich gleich mal jemand Neues sucht - selten erfolgreich. Von seiner Arbeit in Spanien kenne ich nur Videos und das sind schon gute Sachen. Diese Bachgeschichte, die jetzt wieder aufgenommen wird, habe ich in München gesehen und ich bin da sehr zwiespätlig, es gibt Momente, von denen der Zuschauer, der in München hinter mir saß, zu recht sagte: "das ist ein künstlerischer Offenbarungseid", aber im zweiten Teil auch sehr gute Passagen. Ich habe keine Ahnung, was man von dem Mann erwarten kann. Klar ist: kein Zuschauer in Berlin vertraut ihm, er muss sich beweisen, jede Personalentscheidung wird kritisch betrachtet, jede eigene Choreographie überkritisch beäugt, damit muss er leben. Ob es ihm wie John Neumeier in Hamburg gelingt, das Publikum für sich zu gewinnen wird von ihm abhängen und nicht nur von den Choreographien, die er auf der Bühne zeigt. Wenn die Haltung die ist, die in der Doku zum Ausdruck kommt: eigentlich saufe ich lieber und Tanz interessiert mich nicht, wird das sehr, sehr schwer. (aber ich gehe davon aus, das die Doku da nur die halbe Wahrheit gesagt hat - er tanzt sehr gut, also muss er das auch mögen - John Cranko war ein Säufer und trotzdem ein brillanter Choreograph, aber auf dem Level ist der Nacho Duato meiner Meinung nach noch Lange nicht, es ist aber das Level, das man sich für Berlin wünschen würde)

zuletzt geändert von argusschlaeft, 01.03.2015 18:27:28

Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 14.04.2015 16:27:01

argusschlaeft wrote:
. . . John Cranko war ein Säufer und trotzdem ein brillanter Choreograph, aber auf dem Level ist der Nacho Duato meiner Meinung nach noch Lange nicht, es ist aber das Level, das man sich für Berlin wünschen würde)

Es glaubt ja wohl niemand ernstlich, dass ein N.D. es jemals auf das "Level von John Cranko" hinaufschaffen wird.
Zu einer solchen Annahme geben seine bisherigen "Werke" überhaupt keinen Anlass.
Offensichtlich befindet er sich derzeit in einer schöpferischen Krise, von Kreativität ist jedenfalls nichts zu spüren.
Ich verstehe darunter nämlich, dass jemand wirklich "eigene" Werke schafft und nicht, wie z.B. in "Dornröschen" geschehen, ein vorhandenes (Meister-)Werk sich greift und kürzt und verfälscht und ruiniert.

Ein Beispiel nur: das Ballett "Tschaikowsky" von Boris Eifman.
Das gab es zuvor nicht, Eifman konnte also nicht auf einen vorhandenen "Rahmen" zurückgreifen.
Er hat sich die 5. Symphonie und das Capriccio Italien und zwei Sätze aus der Streicherserenade und am Ende den Schlußsatz aus der 6. Symphonie genommen und dazu ein Ballett "erfunden". Und was für eines!
Ergreifend, spannend, tänzerisch wirklich fesselnd und sehenswert.
Du meine Güte, von dem Ballett habe ich seit seiner Premiere vor rund 10 Jahren höchstens fünf Vorstellungen "versäumt", die anderen alle gesehen - mit Malakhov, mit Krenstetter, mit Banzhaf usw. usf.
Das ist Kreativität!

Weiteres Beispiel natürlich der Herr Neumeier in Hamburg. Lauter eigene Erfindungen.
Ob es mir allerdings gefallen würde, nur und immerzu Werke eines einzigen Choreographen zu sehen, also da bin ich nicht sicher . . .


---- Irgendwie läuft das hier etwas aus dem Ruder, aber ich wollte das doch auch sagen/schreiben, obwohl es nun wirklich nichts mit Polina zu tun hat!


.

zuletzt geändert von Traviata, 14.04.2015 16:32:14


. . . quanto piace al mondo è breve sogno.
(Francesco Petrarca)
Re: Polina Semionova #

argusschlaeft, 15.04.2015 02:59:06

ja, es ist schwierig und erst zu beurteilen, wenn wir wirklich eigene Werke von Nacho Duato gesehen haben, also welche, die er selbst auch wirklich gut findet.

zuletzt geändert von argusschlaeft, 15.04.2015 09:19:13

Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 24.04.2015 18:16:47

argusschlaeft wrote:
. . . ich gehe davon aus, . . . . . . . . . - er tanzt sehr gut, also muss er das auch mögen . . .

Das ist mir jetzt bei nochmaligem Lesen erst aufgefallen, was du da schreibst.
N.D. tanzt sehr gut???
Woher willst du das wissen? Kann man ihn irgendwo sehen? Wo tritt er auf?

Eines steht ja mal fest: als Vladimir Malakhov 2002 seine Tätigkeit als Ballettdirektor des Staatsopernballetts (und ab 2004 dann als Intendant des Staatsballetts Berlin) begann, da konnte er wirklich tanzen! Ja, ganz außerordentlich! Da habe ich noch sehr schöne Erinnerungen an ihn, z.B. als Solor in der "Bajadere", als Prinz Desiré in der Nurejew!!!-Version des "Dornröschen", als Albrecht in "Giselle" und als Lenski in "Onegin". Und - Krönung von allem meiner Meinung nach - seine Vorstellungen als "Tschaikowsky" in dem gleichnamigen Ballett von Boris Eifman.
Dieser Balletchef konnte (zumindest damals!) wirklich tanzen, gut tanzen!

Leider hat ihm dann später sein Körper (und wohl das für einen Ballerino "biblische" Alter von ca. 40 Jahren) einen bösen Streich gespielt, und es ging eben nicht mehr so flott und federleicht wie anfangs. Aber - V.M. hat wirklich einmal "sehr gut getanzt" !

Also noch einmal die Frage: wo ist eigentlich der Beweis, dass N.D. "sehr gut tanzt" ?

.
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(Francesco Petrarca)
Re: Polina Semionova #

argusschlaeft, 09.05.2015 02:23:33

Ups, sorry, liebe Traviata, ich bin wieder spät dran... Ich bezog mich tatsächlich auf die Arte Nacho Duato Doku. Das meiste daran finde ich seltsam, aber man kann da ja doch Nacho Duato tanzen sehen und ich fand's nicht schlecht. Es gibt da einen seltsamen Widerspruch zwischen dem, was er gelegentlich von sich gibt "klassisches Ballett ist langweilig", "modern dance mag ich nicht" und dem, was dann zu sehen ist, wenn er tatsächlich tanzt. Im klassischen Bereich ist er, was ich so höre, sicher nicht vergleichbar mit der tänzerischen Qualität von Vladimir Malakhov, der ja zu seiner besten Zeit wirklich ein Gigant gewesen sein muss. Leider habe ich mich zu der Zeit nicht für Tanz interessiert, was ich im Nachhinein natürlich sehr bedaure, aber leider kann ich ja die Zeit nicht zurück drehen, um VM in seiner Glanzzeit zu erleben.
Aber die Stellen in der Arte Doku, in denen ND tanzt sind die Stellen, die mir dann doch ein wenig Hoffnung geben, wo ich denke: wurscht, was er erzählt, entschieden wird das auf der Bühne und irgendwie scheint er ja ein irgendwie komisch ambivalentes Verhältnis zu Tanz zu haben, da er allerlei komisches Zeug davon erzählt, dass er offenbar wenig auf die Traditionen gibt, auf die er sich bezieht, dann aber doch irgendwie an Tanz zu glauben scheint. Alles ein bisschen verwirrend.

zuletzt geändert von argusschlaeft, 09.05.2015 12:11:40

Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 09.05.2015 13:26:25

argusschlaeft wrote:
... Ich bezog mich tatsächlich auf die Arte Nacho Duato Doku. Das meiste daran finde ich seltsam, aber man kann da ja doch Nacho Duato tanzen sehen und ich fand's nicht schlecht. . . .
Aber die Stellen in der Arte Doku, in denen ND tanzt sind die Stellen, die mir dann doch ein wenig Hoffnung geben, wo ich denke: wurscht, was er erzählt, entschieden wird das auf der Bühne . . .

Ja. Genau.
Und auf der Bühne hast du ihn also auch noch nicht gesehen!!!!!!!
Das in dem Fernsehfilm war doch nur im Ballettsaal, als er seinen Tänzern zeigte, wie die es machen sollen.
Einen ganzen langen Abend lang - ach nein - viele wiederholte Male immer eine komplette Abendvorstellung - hast du sicher noch nicht von ihm gesehen. Ich auch nicht. Habe ihn überhaupt noch nicht tanzen gesehen, denn in dem Filmchen, das war doch auch nur schieres Herumgehample. Kein wirklicher Tanz!

Bevor ich aber von jemandem erzähle "der tanzt doch gut", da muss ich ihn doch wirklich erst einmal, besser noch mehrere oder gar viele Male erlebt haben!
.
. . . quanto piace al mondo è breve sogno.
(Francesco Petrarca)
Re: Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 09.05.2015 14:59:07

argusschlaeft wrote:
... Ich bezog mich tatsächlich auf die Arte Nacho Duato Doku. Das meiste daran finde ich seltsam, aber man kann da ja doch Nacho Duato tanzen sehen und ich fand's nicht schlecht. . . .
Aber die Stellen in der Arte Doku, in denen ND tanzt sind die Stellen, die mir dann doch ein wenig Hoffnung geben, wo ich denke: wurscht, was er erzählt, entschieden wird das auf der Bühne . . .

Ja. Genau.
Und auf der Bühne hast du ihn also auch noch nicht gesehen!!!!!!!
Das in dem Fernsehfilm war doch nur im Ballettsaal, als er seinen Tänzern zeigte, wie die es machen sollen.
Einen ganzen langen Abend lang - ach nein - viele wiederholte Male immer eine komplette Abendvorstellung - hast du sicher noch nicht von ihm gesehen. Ich auch nicht. Habe ihn überhaupt noch nicht tanzen gesehen, denn in dem Filmchen, das war doch auch nur schieres Herumgehample. Kein wirklicher Tanz!

Bevor ich aber von jemandem erzähle "der tanzt doch gut", da muss ich ihn doch wirklich erst einmal, besser noch mehrere oder gar viele Male erlebt haben!
.

argusschlaeft wrote:
... Im klassischen Bereich ist er (Nacho Duato), was ich so höre, sicher nicht vergleichbar mit der tänzerischen Qualität von Vladimir Malakhov, der ja zu seiner besten Zeit wirklich ein Gigant gewesen sein muss. Leider habe ich mich zu der Zeit nicht für Tanz interessiert, was ich im Nachhinein natürlich sehr bedaure, aber leider kann ich ja die Zeit nicht zurück drehen, um VM in seiner Glanzzeit zu erleben.

Haha, na ja, argusschlaeft, also V.M. mir als "Giganten" vorzustellen, das fällt mir echt schwer . . . :ballett:

Er war auf jeden Fall ein großartiger Künstler, seine Sprünge (ach wie hoch, ach wie weit, ihm ist der Kampf gegen die Schwerkraft, den jeder Tänzer tagtäglich zu bestehen hat, wirklich gelungen!) und seine Tours (Drehungen, Pirouetten) und vor allem sein Ausdruck, seine Präsenz auf der Bühne waren sagenhaft! Aber einen Giganten stelle ich mir doch etwas groß und riesenhaft vor, das war V.M. zwar, aber nur in einem übertragenen Sinn zu verstehen.

Da fällt mir die Anekdote von Napoleon Buonaparte und seinem Marschall Ney ein. Napoleon war ja auch von kleiner Statur, ca. 1,50 m oder so. Als er einmal nach einem Buch in einem Regal in einer der obersten Reihen greifen wollte, da soll Marschall Ney zu ihm gesagt haben "Sire, lassen Sie mich Ihnen das Buch reichen, ich bin doch größer als Sie". Die Antwort Napoleons: "Lieber Marschall, nicht größer, nur länger!"

Ich glaube, das ist auch bei V.M. so. Keine überragende Körperlänge, aber groß groß groß auf der Bühne!

.

zuletzt geändert von Traviata, 09.05.2015 15:00:20


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(Francesco Petrarca)
Re: Polina Semionova #

argusschlaeft, 13.05.2015 23:26:44

Schnief, leider hab ich VMs große Tänzerzeit ja verpasst. ;(
Was ND betrifft, glaube ich nicht, dass wir ihn auf der Bühne sehen werden. In der Arte Deko gab es aber, wenn ich mich recht erinnere, Stellen, wo er nicht nur etwas vorgetanzt hat, sondern wo er tatsächlich kurz allein tanzend zu sehen war. Hoffnung macht mir das vor allem, weil ich denke: ganz egal, was er sagt und wie man das dann auffasst, offenkundig glaubt er daran, dass man durch Tanz Dinge ausdrücken kann, die man anders eben nicht ausdrücken kann, sonst würde er in der Doku gar nicht tanzen. Und das Ungesagte wiegt dann vielleicht schwerer als das Gesagte. Also jemand, der Tanz so ein bisschen skeptisch beäugt, aber gleichzeitig dann auf Tanz als Ausdrucksform zurückgreift, hängt ja irgendwie daran, ähnlich wie ein Autor, der Sprache (durchaus zu Recht) misstraut, aber eben kein besseres Mittel hat.
Kurz gesagt: ich habe beschlossen, optimistisch zu sein, was ND betrifft, auf die Gefahr hin, enttäuscht zu werden, obwohl ich meistens besser damit fahre, pessimistisch zu sein und dann positiv überrascht zu werden...
Re: Re: Polina Semionova #

Traviata, 14.05.2015 10:19:43

argusschlaeft wrote:
. . . leider hab ich VMs große Tänzerzeit ja verpasst. ;(
Was ND betrifft, . . . er tatsächlich kurz allein tanzend zu sehen war. ..

Ja, das ist eben der Unterschied zwischen den beiden - VM und ND!
VM hatte wahrhaftig eine große Tänzerzeit, er war rund um die Welt - und schlussendlich auch hier in Berlin - häufig auf der Bühne zu sehen, in kompletten Abendvorstellungen!

Von ND hast du -wie du selber zugibst - nur ein winziges Schnipselchen in der TV-Dokumentation zu sehen bekommen.
Auf der Bühne, live, unter voller Beanspruchung durch ein langes Stück (nicht nur so 20 Minuten oder ähnlich) , haben wir ihn beide noch nicht gesehen.

Wie kann man dann so vermessen sein zu sagen, dass ND "gut tanzt"?
Den Beweis ist er bisher schuldig geblieben. Und auf Grund seines fortgeschrittenen Alters wird er ihn auch weiter schuldig bleiben!
.
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