Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Traviata, 09.04.2011 11:56:09

Zu der heutigen Premiere des Staatsballetts Berlin mit "La Esmeralda" hier ein Artikel aus der "BZ":

Das feurige Federchen

Na, warten wir mal ab, wie es wird . . .

zuletzt geändert von Traviata, 10.04.2011 19:42:33


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(Francesco Petrarca)
Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Traviata, 10.04.2011 19:43:05

Nachtrag am 10.04.2011
Es wurde.
Hier die erste "Frühkritik" (aus der Pause) von Herrn Geitel
in der "Berliner Morgenpost"

"Esmeralda" als Tanzklamotte an der Deutschen Oper

Und hier die von Frau Hafner in der "BZ"
Ballett bombastisch

So, und hier ist der "Tagesspiegel"
Zigeunerinnenschnitzel

Nun auch die Kritik von Geitel in der "Berliner Morgenpost".
(Mir scheint allerdings, daß da irgendwie ein Absatz im Text verloren gegangen ist, der auf die Rolle des Pierre Gringoire hinweist... - mal schaun, wie die Papierausgabe das morgen bringt!)

"La Esmeralda" feiert den Gutmenschen
.

zuletzt geändert von Traviata, 10.04.2011 22:06:41


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Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Traviata, 11.04.2011 21:08:57

Komische Sache mit der "Kritik" von Herrn Geitel.
Ich zitiere mal

"...die Tamburin schlagende Zigeunerin. Iana Salenko tanzt sie mit Lust. Mit Gutmütigkeit, mit Verzweiflung. Sie, ausgerechnet sie, die wandelnde Unschuld in Spitzenschuhen, sieht sich als Mörderin verdächtigt. Außerdem aber wird sie Opfer eines Liebesverrats. Der hochwohlgeborene Phoebus (Mikhail Kaninskin) hintergeht ihre Liebe mit Fleur de Lys (Beatrice Knop), Besitzerin des Riesenpalastes, in dessen Prunkraum die komplette Compagnie nun wundervollen Tanzauslauf findet.

?( ?( ?(

Esmeralda hat ihn in ihrer Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft, kurz gesagt: ihrem Gutmenschentum im Zigeunerröckchen vom Schafott herunter geheiratet. Manchmal schlägt selbst das finsterste Schicksal mit der Streichelhand zu. Das erhöht den Ballettgenuss. Er hält über anderthalb Stunden unerschöpft an. "

Da, wo ich die drei Smilies gesetzt habe, da müsste doch noch ein Absatz stehen über die Person/Rolle des Pierre Gringoire. Steht aber nicht da, fehlt. Hat die Redaktion das gestrichen? Hat Herr Geitel es vergessen zu schreiben? So jedenfalls ist das irgendwie unvollständig.
Im übrigen hat eben nicht Bea Knop die Fleur de Lys getanzt, sondern Elena Pris. Da hat der liebe Herr Geitel sein vermutlich schon vor Tagen vorgefertigtes Manuskript an dieser Stelle vergessen zu aktualisieren! :laughing:
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(Francesco Petrarca)
Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

einberliner, 12.04.2011 09:44:13

e

zuletzt geändert von einberliner, 12.04.2011 09:45:09

Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Angela Reinhardt, 12.04.2011 09:51:58

Liebe Traviata,
das ist eine sehr unhöfliche Unterstellung, dass Klaus Geitel sein Manuskript vorab geschrieben hat. Ich vermute, er hat die Ansagen von Frau Theobald über Beatrice Knop einfach akustisch nicht verstanden.
Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Angela Reinhardt, 12.04.2011 14:40:42

hier kommt der fehlende Absatz in Klaus Geitels Kritik, der wurde wohl von der Redaktion gestrichen:


Denn außer dem geliebten Phoebus, dem selbst die katastrophalsten Ereignisse das Ewigkeitslächeln des Ballerinos nicht eine Sekunde lang aus dem Gesicht wischen, gibt es ja auch noch den Dichter, der ausnahmsweise nicht Victor Hugo heißt, sondern Pierre Gringoire. Er wird von Rainer Krenstetter liebenswürdig getanzt.
Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Traviata, 12.04.2011 17:50:25

Angela Reinhardt wrote:
Liebe Traviata,
das ist eine sehr unhöfliche Unterstellung, dass Klaus Geitel sein Manuskript vorab geschrieben hat...
Tut mir ja leid, unhöflich? Nun ja . . .
Immerhin hat Herr Geitel geschrieben - ich zitiere -

"Nach der Pause teilte sich der Vorhang zunächst nur zu einer bitteren Ansage: eine Ballerina habe sich einen Muskelfaserriss zugezogen und werde von der Zweitbesetzung vertreten. Das machte auch nicht gerade Appetit auf die Fortsetzung."

Also wußte er doch von der Umbesetzung?
Was liegt da näher, als zu vermuten, daß er zwar am Anfang das erwähnt hat, dann am Ende aber vergaß, seinen vorbereiteten Text zu aktualisieren.
Wenn es nicht so sein sollte, sorry, aber wie gesagt, der Gedanke liegt wirklich sehr sehr nahe...

Und wie ich doch recht hatte mit der Vermutung, daß die Kritik gekürzt worden ist! Um ehrlich zu sein- das ist auch nicht sehr schön! Kürzungen ja, aber doch keine sinnentstellenden!
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(Francesco Petrarca)
Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Angela Reinhardt, 12.04.2011 18:35:21

Und welchen Grund sollte es geben, eine Kritik vorab zu schreiben, ohne die Aufführung gesehen zu haben? Verstehe ich wirklich nicht. Herr Geitel kennt die Fassung nicht, es gibt auch keine Aufnahme aus Moskau, an die er sich halten könnte, er war nicht in der Generalprobe, er KANN gar keine Kritik schreiben, ohne die Aufführung gesehen zu haben. Und warum sollte ein Kritiker seine Kritik vor der Aufführung schreiben? Er hat genügend Zeit am nächsten Tag. Das sind einfach dumme - entschuldige, jetzt bin ich mal unhöflich :) - Vorurteile. Vielleicht hat Geitel den Namen von Beatrice Knop nicht verstanden, meinte ich.

Kürzungen sind leider völlig normal bei einer Tageszeitung, mal ist ein anderer Artikel wichtiger (wenn zum Beispiel jemand gestorben ist), mal kommt plötzlich eine Werbeanzeige auf die Seite oder die neueste Kunstausstellung ist wichtiger als das Ballett oder sonstwas. Dagegen kann ein Autor gar nichts machen, das regelt der Redakteur des betreffenden Zeitungsteils. Der sollte allerdings so kürzen, dass der Sinnzusammenhang erhalten bleibt, was hier offensichtlich nicht geklappt hat.

zuletzt geändert von Angela Reinhardt, 12.04.2011 18:37:16

Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Traviata, 12.04.2011 19:28:34

Also - zu dem Thema "Vorabwissen" und "Voranfertigen von Texten" verweise ich nur auf das, was Herr Koegler vor einem Jahr hier im Tanznetz zu der geplanten Einstudierung von "Esmeralda" geschrieben hat:

koeglerjournal 09/10

koeglerjournal 2009/2010

Stuttgart, 13.04.2010

Das ist das Berliner Ballett, Ballett, Ballett!

Die Vorschau des Staatsballetts Berlin für die Spielzeit 2010/11

"...als Premiere (wird angekündigt) „Esmeralda“, der Perrot-Klassiker von 1850, in der „Inszenierung von Yuri Burlaka und Vasily Medvedev“ mit der Musik von Pugni, am 9. April 2011 in der Deutschen Oper.
Schade, dass sich die Direktion die Gelegenheit entgehen lässt, in dieser ersten von vermutlich drei Übergangsspielzeiten außerhalb des zu renovierenden Stamhauses Unter den Linden dem Repertoire den so schmerzlich vermissten Berliner Eigenakzent zu geben. Aber vermutlich sehen das Malakov und sein Stab anders, indem sie auf die Berliner Produktionen von „La Péri“ und demnächst Esmeralda“ verweisen, die es im Westen nur in Berlin zu sehen gibt. „Esmeralda“ lässt allerdings nach Kenntnis des Moskauer Originals von Burlaka/Medvedev via eines DVD-Mitschnitts das Schlimmste befürchten; ein altbacken-schwergewichtiger pantomimischer Bolschoi-Schinken, der an die unseligen Zeiten des sozialistischen Realismus erinnert. Wundern würde es danach nicht, wenn in der darauf folgenden Spielzeit 2011/12 für Berlin als weitere Malakhov-Caprice eine Einstudierung von „Paquita“ oder „La Fille du Pharaon“ angekündigt würde! "

Woher hat er denn sein Wissen über "Esmeralda"?
Er schreibt "nach Kenntnis des Moskauer Originals" und berichtet von einem DVD-Mitschnitt - den er offenbar auch schon gesehen hat. Und der "das Schlimmste befürchten" lässt.
(Na, die überwiegende Meinung der Kritiker nach der Premiere war ja dann doch eine andere.)
Und wer sagt denn, daß nicht auch Herr Geitel über entsprechende (Vorab-)Informationen (man kann es auch Vorurteile nennen) verfügte?
Dann ist es doch leicht, sich etwas vorzubereiten und am Tag nach der Premiere nur noch zu ergänzen.

Wie gesagt, es sind nur Vermutungen. Aber nach alledem ist doch solch eine Vermutung nicht wirklich von der Hand zu weisen?
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(Francesco Petrarca)
Re: Premiere "La Esmeralda" heute abend #

Angela Reinhardt, 13.04.2011 10:20:32

Die Beurteilung einer Bolschoi-Aufführung nach einer DVD-Aufnahme ist kein Vorurteil, sondern ein Urteil. Natürlich schaut sich jeder deutsche Kritiker die Berliner Fassung nochmal an, bevor er sein endgültiges Urteil abgibt. Aber wenn es Dich glücklich macht, dann sind wir Kritiker eben schlimme Hallodris, die morgens lieber ausschlafen und Kaffee trinken und sich deshalb zwei Tage vorher hinsetzen und mal eben ins Blaue rein ihre Kritik schreiben... ja, das würde vieles erklären... :D



 

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