Der Nussknacker (J. Neumeier), Hamburg Ballett, 18.12.2019 

Ralf Reck, 19.12.2019 00:43:20

Es war die 319. Vorstellung seit der Premiere im Oktober 1974, und die Aufführung wirkte wie frisch und unverbraucht. Der Nussknacker wird in mehreren Besetzungen gegeben, wir hatten uns für die Marie von Emilie Mazon entschieden (sie spielte und tanzte sie mit großer Ausdruckskraft), außerdem war es das Debut des jungen mexikanischen Tänzers Ricardo Urbina als Fritz, Maries Bruder. Allein neun Erste Solisten/-innen standen auf der Bühne: Hélène Bouchet überzeugte als Maries Schwester Louise, Madoka Sugai zeigte als Freundin Maries sowie später als „Chinesischer Vogel“ ihr überragendes Können, Leslie Heylmann war „die Schöne von Granada“, Silvia Azzoni ließ sich als Esmeralda von ihren Begleitern heben und tragen und Anna Laudere beeindruckte mit Edvin Revazov als „Tochter des Pharao“. Christopher Evans, der an anderen Tagen den Günther tanzt, war im „Lebenden Gartern“ eingesetzt; Alexandr Trusch war Günther, Alexandre Riabko Drosselmeier. Das tänzerische Niveau war damit sehr hoch. Besonders Alexandr Trusch beeindruckte mit Ausdruck, Charisma und zahlreichen, die Erdanziehung hinter sich lassenden Sprüngen. Seine Bodenkontakte blieben unhörbar. Alexandre Riabko hat mittlerweile die Erfahrung, um den Part des genialen Sonderlings nicht in die Nähe des Lächerlichen zu führen, was auch an seinem immer noch bewunderungswürdigem physischen Lesitungsvermögen liegt. Ricardo Urbina war in der Verkleidung als Fritz überhaupt nicht zu erkennen, meine Frau bestand aber darauf, dass er es sei. Schließlich glaubte ich ihr, denn wem gelingen schon solche Spagatsprünge von deutlich mehr als 180 Grad (Madoka Sugai zeigte sie heute auch). Es war ein gelungenes Debut Urbinas als Fritz, auch die beiden anderen Leutnants Artem Prokopchuk und Illia Zakrevsky überzeugten. Das ausverkaufte Haus spendete jubelnden Beifall, der allerdings nicht, wie sonst bei Neumeiers mehr tiefenpsychologisch grundierten Werken, übermäßig lang anhielt.


 

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