Sommernachtstraum (Neumeier), die andere Besetzung, 12.09.2019 

Ralf Reck, 13.09.2019 00:06:38

Es war wie alles auf Anfang gesetzt, und es war gelöster, lockerer und auch überzeugender. Das lag zum einen an der Jugend von Lysander und Hermia (getanzt von dem gerade 19 Jahre alt gewordenen und aus der Ballettschule als Aspirant in das Ensemble übernommenen Italiener Alessandro Frola und der 21jährige Charlotte Larzelere aus Texas), zum anderen an der zur alten Form wieder erblühten Hélène Bouchet (Hippolyta/Titania). Bouchet beherrschte mit ihrer Ausstrahlung und darstellerischen Kraft von Anfang an die Bühne (sie wurde von Edvin Revazov, der die Rolle als Theseus/Oberon für den erkrankten Jacopo Bellussi übernommen hatte, gepartnert). Ihr Stand war sicher, dank Revazov auch in der Höhe (anders als mit Bellussi bei der Nijinsky Gala); ihre langgliedrigen Arme setzte Bouchet mit der ihr eigenen Eleganz zu ausdrucksstarken Figuren ein. Wie schön, dass sie wieder da ist. Charlotte Larzelere tanzte tadellos, legte die Rolle der Hermia (im Gegensatz zur Lebensfreude ausstrahlenden Madoka Sugai, die ich als Hermia in Kenntnis ihrer überragenden tänzerisch-technischen Fähigkeiten als Hermia etwas unterfordert fand) mit Schüchternheit an, die dem jungen Mädchen durchaus stand. Allessandro Frola überraschte mit hohen Sprüngen und, für sein Alter, mit bereits großer Ausdruckskraft. Er stand den Solisten des Ensembles als Lysander in Nichts nach. Neu besetzt war auch die Rolle des Demetrius mit dem neu als Solisten in das Ensemble aufgenommenen 25jährigen Kanadier Felix Paquet. Er scheint ein würdiger Nachfolger des aus Gesundheitsgründen ausgeschiedenen Karen Azatyan zu werden. Seine Helena war Xue Lin, der man diese komische Rolle vielleicht gar nicht zugetraut hätte, sie absolvierte sie überzeugend und tänzerisch mit Bravour. Leider fiel David Rodriguez erkrankungsbedingt als Philostrat/Puck aus. Diese Rolle übernahm wieder Alexandr Trusch, dem es gelang, neben seinen tänzerischen superben Fähigkeiten, das animalisch-erotische des Puck überzeugend zum Ausdruck zu bringen. Dafür wurde er auch entsprechend bejubelt. Die Handwerkertruppe wurde wieder von Marc Jubete angeführt, Thisbe war mit dem aus dem Bundesjugendballett in das Ensemble gewechselte 21jährigen Artem Prokopchuk überzeugend besetzt. Anders als bei der vorherigen Aufführung gab es diesmal zahlreichen Zwischenbeifall und am Ende auch den gerechtfertigten Jubel, der sich leider aber auch mit stadionmäßigem Pfeifen und ohrenbetäubendem Johlen äußerte. Es gab natürlich auch Blumen, für die Debütanten, aber auch für Hélène Bouchet.

zuletzt geändert von Ralf Reck, 13.09.2019 00:31:47



 

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