Schwanensee (Neumeier), Hamburg Ballett, 25.05.2019 

Ralf Reck, 26.05.2019 15:40:05

Als Tänzer der Rolle des Königs bleiben Max Midinet und später Jiri Bubenicek unübertroffen in Erinnerung, Christopher Evans tanzte sehr gut, erreichte aber noch nicht die damalige Ausstrahlung von Jiri Bubenicek. Von der dramatischen Darstellung her war Hélène Bouchet als Natalia überragend, vor allem im letzten Pas de deux mit Evans, sie überzeugte auch mit der Linie ihrer langen Arme, blieb allerdings technisch unter den Möglichkeiten, so ließ sie die 32 Fouettés aus, die in vorherigen Aufführungen von Madoka Sugai und Alina Cojocaru perfekt geboten wurden (Sugai mit Mehrfachdrehungen, Cojocaru wie auf Neumeiers Schwanensee-DVD mit Elisabeth Loscvavio bei jeder Drehung gepeitscht). Die technisch anfordernden Fouettés wegzulassen ist bedauerlich, denn die psychische Beziehung zwischen Natalia und dem König erreicht gerade wegen der physisch steigenden Beanspruchung im Grand Pas de Deux ihren Höhepunkt (vergleichbar dem Knallen eines Sektkorkens). Den nachfolgenden Drehungen des Königs sowie den leicht rückwärts geneigten Arabesken Natalias fehlt damit auch die emotionale Basis. So sind die hohen technischen, manche sagen auch zirzensichen Anforderung in den Grand Pas de Deux in meinen Augen nicht nur Ausdruck der artistischen Fähigkeiten der jeweiligen Tänzerin bzw. des Tänzers, sondern auch der sich steigernden Intensität der Beziehung zwischen den Protagonisten.

Jacopo Bellussi machte seine Sache als Graf Alexander sehr gut, Xue Lin ebenfalls, wenngleich weniger ausdrucksstark als Emilie Mazon in einer vorhergehenden Aufführung. Patricia Friza blieb als Königinmutter etwas blass (anders als Carolina Agüero), allerdings hatte sie mit (dem für den erkrankten Dario Franconi eingesprungenen) Karen Azatyan, der sich in seiner wie aus der Oper Lucia di Lammermmoor entliehenen Verkleidung sichtlich unwohl fühlte, auch nicht den optimalen Partner. Als Mann im Schatten hinterließ Marc Jubete den größten Eindruck, Anna Laudere war als Odette tadellos. Yaiza Coll, Lucia Rios und Madoka Sugai sowie Mathieu Rouaux, Matias Oberlin und Lizhong Wang überzeugten mit der Quadrille sowie dem Bolero, ebenso Emilie Mazon als Schmetterling.

Insgesamt erschien mir diese zuletzt gesehene Aufführung die Beste (von drei Besetzungen) gewesen zu sein. Das wurde auch vom Publikum entsprechend honoriert. Vor allem die beiden letzten Bilder mit den beiden Pas de deux König/Natalie sowie König/Mann im Schatten gingen unter die Haut. Da gab es weder tänzerisch noch darstellerisch etwas zu bemängeln.


 

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