Kameliendame (Neumeier), Bayerisches Staatsballett, 26.01.2019 

Ralf Reck, 27.01.2019 00:23:38

Wenn man sich die Ensembleliste des Bayerischen Staatsballetts anschaut, fällt schon auf, dass trotz der Größe der Truppe nur drei Erste Solistinnen und vier Erste Solisten, dagegen insgesamt neun weltweit bekannte Gasttänzer/-innen genannt werden. Eine einheitliche Ensemblepräsenz dürfte da schwierig zu entwickeln sein, wenn die Hauptpartien so häufig mit Gästen besetzt werden (müssen). Eigentlich hatten wir uns auf Ksenia Ryzhkova und Jonah Cook als Marguerite und Armand gefreut, wegen Erkrankung ersterer übernahmen allerding als Gäste Anna Laudere und Edvin Revazov deren Rollen. Eigentlich sollte eine so große Truppe wie die des Bayerischen Staatsballetts schon mehr als ein Tänzerpaar für ein Ballett aufbieten können, welches heute in München bereits zum 103. Mal gegeben wurde.

Dem ist aber offenbar nicht so. Der ersehnte Ensemblegeist mit einer spezifischen Aura wollte daher auch nicht recht aufkommen. Laudere und Revazov, die wir schon häufiger mit diesen Partien in Hamburg erlebt hatten, überspielten dieses professionell mit großer Intensität und Ausdruckskraft, vor allem überzeugten ihre drei Pas de deux. Auch die anderen Tänzerinnen und Tänzer waren, gemessen an dem Gesamteindruck, natürlich gut; etwas enttäuscht war ich allerdings von Osiel Gouneo (Gaston), den wir vor einigen Jahren beim Osloer Ballett mit einem beeindruckenden Escamillo (in einem Carmen-Ballett) erlebt hatten. Heute fielen (im zweiten Akt) eher seine ihn sprungtechnisch gleichwertigen, fast überlegenen männlichen Kollegen auf, auch Gouneos Solo hätte ausdruckstärker sein können. In meinen Augen sind besonders an die Rollenvertreter der Manon und von Des Grieux hohe Anforderungen zu stellen, sie sind darstellerisch schwierig und müssten den beiden Protagonisten (im Sinne einer empathischen Spiegelfunkton) zumindest gleichwertig vom Ausdrucksvermögen her besetzt sein. Die heutigen Solisten Kristina Lind und Emilio Pavan machten ihre Sache gut, erreichten aber (noch) nicht die erforderliche technische Perfektion (letzte Hebung) und den notwendigen Ausdruck. Séverine Ferrolier überzeugte als energisch auftretende und die Zusammenhänge durchschauende Nanina, Elvina Ebraimova als Prudence, Norbert Graf in der schwierigen Rolle als Monsieur Duval im zweiten Akt sowie Javier Amo als Herzog. Der Schlussbeifall des Publikums war freundlich, zunächst nicht überschäumend, aber dafür langanhaltend und sich im Laufe der zahlreichen Vorhänge steigernd, vor allem auch für Anna Laudere und Edvin Revazov.


 

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