Olga Smirnova und Christopher Evans in der Kameliendame, Hamburg Ballett, 20.05.2018 

Ralf Reck, 21.05.2018 00:13:26

Als Gast vom Moskauer Bolschoi-Ballett tanzte heute Olga Smirnova die Marguerite. Die dort zu den höchst eingestuften Ballerinen gehörende Tänzerin (Principal) überzeugte tänzerisch, wenngleich ihre Ausdruckskraft nicht die von Anna Laudere erreichte, zumindest anfangs wirkte sie noch leicht unterkühlt. Zusammen mit dem als Armand großartigen Christopher Evans gaben beide aber ein mustergültiges Liebespaar, und dass nach so wenig Vorbereitungszeit. Smirnova hatte Neumeiers Marguerite bereits in Moskau getanzt, für Evans war es erst der zweite Einsatz als Armand. Und das gelang ihm fulminant im großen Solo am Ende des zweiten Aktes und auch im anspruchsvollen Schwarzen Pas de deux im dritten Akt. Auch das dritte Sehen dieses langen, einschließlich von 2 Pausen dreistündigen Balletts ermüdete nicht. Diesmal saßen wir aber auch nicht in der leicht sichtbehinderten 1. Loge im 1. Rang, sondern im erhöhten Parkett in der 12. Reihe. Wie immer stolperte der Assistent des Auktionators (Borja Bermudez) im Prolog geschickt über die vordere Stufe des Proszeniums (mit Rolle vorwärts, wenn man darauf achtet), mehr oder weniger zum Erschrecken des Publikums, auch fielen die herausragenden tänzerischen und darstellerischen Leistungen von Madoka Sugai und Emilie Mazon als Prudence und Olympia stärker ins Auge, weil vieles der Haupthandlung noch im visuellen Gedächtnis gespeichert war. Jacopo Bellussi kam mit den die Körpermitte betonenden Bewegungen in seinem Solo im zweiten Akt bei Publikum gut an, wie schon bei den anderen Vorstellungen tanzten Marcelino Libao, David Rodriguez und Aleix Martinez die Verehrer Manons, wobei mir letzterer im Rokoko-Kostüm fehlbesetzt schien. Er ist eher ein moderner Tänzer mit großem tänzerischem Ausdruck (Nijinsky-Brüder oder Lewin), wirkt antik kostümiert aber wie nicht dazugehörig. In allen drei Vorstellungen überzeugte Maria Huguet als einerseits schüchterner, aber auch deswegen aufdringlicher Graf N. Alexandre Riabko (Des Grieux) gab diesmal Carolina Agüero als Manon sicheren Halt. Nicht vergessen werden darf der darstellerisch schwierige Auftritt von Ivan Urban als Monsieur Duval sowie von Patricia Friza als Nanina, Marguerites Kammerfrau, und von Dario Franconi als Herzog. Die reife und großartige Interpretation, zu der Anna Laudere vor vier Tagen fähig war, wurde heute insgesamt nicht geboten. Diesen direkten Vergleich beiseite schiebend, überzeugte aber auch Olga Smirnova als Marguerite, zumal ihr mit Christopher Evans ein bewunderungswürdiger Armand zur Seite stand. Ihr Pas de deux im dritten Akt erhielt, wenn ich es recht vergleiche, den meisten Beifall.


 

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