„Naharin/Clug/Montero“ am Staatstheater Nürnberg

Naharin / Clug / Montero

Dreiteiliger Ballettabend mit Choreografien von Ohad Naharin ("Secus"), Edward Clug („Handman“) und Goyo Montero („Submerge“) im Opernhaus Nürnberg

Im Rahmen der Gastchoreografen-Reihe heißt das Staatstheater Nürnberg Ballett mit Ohad Naharin und Edward Clug erneut zwei Künstler in Nürnberg willkommen, die zur internationalen Top-Riege zählen.

Nürnberg, 07/04/2022

Premiere des Ballett-Dreiteilers „Naharin/Clug/Montero“

Ab 23. April sind wieder die Arbeiten international renommierter Meisterchoreografen im Nürnberger Opernhaus zu erleben

Der dreiteilige Ballettabend „Naharin/Clug/Montero“, der am 23. April am Staatstheater Nürnberg Premiere feiert, präsentiert ausgewählte Tanzstücke zweier international renommierter Gastchoreografen, Ohad Naharin und Edward Clug, sowie eine neubearbeitete Choreografie von Goyo Montero.

Der israelische Meisterchoreograf Ohad Naharin zeigt mit „Secus“ nach dem großen Erfolg von „Minus 16“ zum zweiten Mal eine seiner Kreationen in Nürnberg. Getanzt wird geordnetes Chaos, leidenschaftlich und extrem. Der rumänische Choreograf Edward Clug kreiert seine Stücke für die ersten Compagnien weltweit, darunter das Nederlands Dans Theater, das Ballett Zürich und das Royal Ballet Flanders. In „Handman“ reflektiert er flüchtige zwischenmenschliche Begegnungen. Die Kreation „Submerge“ von Ballettdirektor Goyo Montero zur Musik von Owen Belton entführt in die Welt des Tiefseetauchens und zelebriert die Faszination des Meeres. „Submerge“ ist die Weiterentwicklung seines gleichnamigen Stückes, das 2018 für die Junior Compagnie des Balletts Zürich entstanden ist.

In der von Goyo Montero konzipierten Reihe der Dreierabende ist es dem Ballettchef erneut gelungen, internationale Meisterchoreografen als Gäste nach Nürnberg zu verpflichten, die das aktuelle Tanzgeschehen prägen. Der israelische Choreograf Ohad Naharin hat in Nürnberg bereits seine Arbeit „Minus 16“ präsentiert und vertraut dem Staatstheater Nürnberg Ballett nun seine Kreation „Secus“ an. „Secus“ wurde 2005 mit der Batsheva Dance Company uraufgeführt und wurde seitdem von führenden Ballettensembles als auch zeitgenössischen Compagnien umgesetzt. Die abstrakte Choreografie ist ein Schlüsselwerk im Oeuvre Naharins und thematisiert die eigene Grenzüberschreitung.

Ohad Naharin ist insbesondere für seine Gaga-Methode bekannt, eine komplexe Körper- und Bewegungssprache, in der auch die Nürnberger Compagnie für die Einstudierung von Naharins Werk mit Batsheva-Ballettmeister Matan David trainiert und probt: Ohad Naharin hat mit seinem Gaga-Stil ganz neue Bewegungsqualitäten in den zeitgenössischen Tanz gebracht. Grundlage seiner Philosophie ist die frühe persönliche Erfahrung, wie viel Spaß Bewegung macht. Daraus leitet er eine ursprüngliche Bewegungsfreude ab, die allen Menschen gemein ist und eine heilende Kraft entfalten kann. Für ihn ist nicht die Perfektion entscheidend, sondern der Ausdruck. Die Tänzerinnen und Tänzer sollen darstellen, was sie bewegt, und dafür Bewegungen finden. „Verwendet keine Spiegel, wenn ihr tanzt“ sagt Ohad Naharin. „Sie grenzen euch nur ein.“

Der rumänische Choreograf Edward Clug ist einer der derzeit gefragtesten Künstler der internationalen Tanzszene. In Nürnberg präsentiert er sein abstraktes Stück „Handman“, das er 2016 in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Ballettkomponisten, dem slowenischen Klangkünstler Milko Lazar, für das Nederlands Dans Theater 2 kreiert hat. „Das Schwierigste beim Tanzen ist es, die Spontaneität zu erhalten, die man beim ersten Kontakt gespürt hat, trotz ständiger Wiederholungen“, so beschreibt es Edward Clug. „Gelingt es, so liegt darin die größte Wahrheit“. In „Handman“ widmet Clug sich den persönlichen Erfahrungen, die während des Probenprozesses im Ballettsaal durchlebt wurden, und den zwischenmenschlichen Beziehungen, die während der Kreation entstanden sind.

Goyo Montero spürt im Ensemblestück „Submerge“ den verschiedenen Wahrnehmungsebenen von Tiefe und Zeit während eines Tiefseetauchgangs nach. Besonderes Augenmerk lag für Montero auf dem veränderten Zeitempfinden unter Wasser, das er die Tänzerinnen und Tänzer nachempfinden lassen möchte. „In dem Moment, in dem man den Meeresgrund erreicht hat, fühlt man sehr stark, dass man in einer anderen Dimension angekommen ist“ schildert Goyo Montero. „Man erreicht ein neues Level der Selbstreflexion“. In der Choreografie zu „Submerge“ durchqueren die Tänzerinnen und Tänzer verschiedene Ebenen, in denen sie das Verhältnis von Gruppendynamik und Individualität immer wieder neu ausloten müssen. Auch für „Submerge“ arbeitet Goyo Montero wieder mit dem kanadischen Komponisten Owen Belton zusammen, der mit atmosphärischem Sound die Unterwasserwelt lebendig werden lässt. Belton bedient sich für seine Musik unterschiedlichster Quellen, von Klassik über zeitgenössische und elektronische Musik bis hin zu Folk. In seiner unverwechselbaren Handschrift kreiert er immer neue Klangwelten, die Montero stets inspirieren, entsprechende Visualisierungen dafür im Tanz zu finden.

Das Programm zeigt drei unterschiedliche choreografische Handschriften, und mit dem Gaga-Stil sogar eine Erweiterung zu einer andere Bewegungstechnik. Zeitgenössischen Tanz in seiner scheinbar grenzenlosen Vielfalt zu zeigen, ist auserkorenes Ziel dieser mehrteiligen Ballettprogrammierungen. Verbindendes Element ist das Ensemble des Ballett Nürnberg, das sich in seiner Wandelbarkeit in allen drei choreografischen Handschriften beheimatet fühlt.

 

Zur Person:

Ohad Naharin, Hauschoreograf der Batsheva Dance Company und Schöpfer seiner innovativen Bewegungssprache GAGA, begann seine Tänzerkarriere 1974 bei Batsheva, gefolgt von Stationen in New York City an der School of American Ballet, The Juilliard School sowie anschließend bei Maurice Béjarts Ballett in Brüssel. Selbst nie konform, gab er bereits mit 18 Jahren sein erfolgreiches Debüt als Choreograf. 1990 wurde Naharin zum künstlerischen Leiter der Batsheva Dance Company ernannt und gründete die Nachwuchscompagnie „Batsheva - the Young Ensemble“. Er schuf über dreißig Uraufführungen für seine Compagnien und Bühnenbilder für die ersten Häuser weltweit. Ohad Naharin gehört zu den prägendsten zeitgenössischen Choreografen.

Edward Clug erhielt seine Ballettausbildung u. a. an der Schule des Nationalballetts von Cluj-Napoca in Rumänien. 1991 wurde er als Solist ans Slowenische Nationaltheater in Maribor engagiert, 2003 ernannte man ihn dort zum Ballettdirektor. 2005 kreierte er „Radio & Juliet“ nach der Musik von Radiohead, das zu einem weitreichenden Erfolg wurde und seinen Stil international bekannt machte. Vielbeachtete Choreografien wurden in der Folge als Gastspiele auf führenden Festivals weltweit präsentiert. Seine Arbeiten entwickelt Clug u. a. am Stuttgarter Ballett, dem Nederlands Dans Theater, Bolshoi Ballet Moscow, Wiener Staatsballett oder Zürcher Ballett.

Ballettdirektor Goyo Montero ist seit 14 Jahren eine feste gefeierte Größe in Nürnberg und der Region, überregional wie auch international ein gefragter, zeitgenössischer Choreograf mit unverkennbarem Stil. Seine programmatischen Schwerpunkte für das Staatstheater Nürnberg Ballett liegen neben der eigenen choreografischen Handschrift auf der stetigen Erweiterung des Repertoires, das die verschiedenen Stile der Meisterchoreografen ebenso umfasst wie Neukreationen künftiger Starchoreografen.

 

Naharin/Clug/Montero

Choreografien von Ohad Naharin („Secus“), Edward Clug („Handman“) und Goyo Montero („Submerge“)

Musik von Chari Chari, Kid 606 + Rayon, AGF, Chronomad, Fennesz, Kaho Naa...Pyar Hai, Seefeel, The Beach Boys, Milko Lazar, Owen Belton u.a

Premiere: Sa., 23. April 2022, 19.30 Uhr, Opernhaus

Choreografie: Ohad Naharin; Edward Clug; Goyo Montero

Kostüme: Rakefet Levy; Edward Clug; Maude Vuilleumier, Goyo Montero

Lichtdesign: Avi Yona Bueno; Tom Visser; Martin Gebhardt

Komposition: Ohad Fishof, Milko Lazar, Owen Belton

Ballett-Dramaturgin: Lucie Machan

Weitere Vorstellungen im April/Mai/Juni/Juli 2022:

Fr., 29.04.2022, 20 Uhr / Sa., 07.05.2022, 19.30 Uhr / Di., 10.05.2022, 20 Uhr / Fr., 13.05.2022, 20 Uhr / Mo., 16.05.2022, 20 Uhr / Fr., 20.05.2022, 20 Uhr / Fr., 27.05.2022, 20 Uhr / Fr., 03.06.2022, 19.00 Uhr / Mo., 04.07.2022, 20.00 Uhr / Mo., 11.07.2022, 20.00 Uhr

 

Mit freundlicher Unterstützung der Ballettfreunde Staatstheater Nürnberg e.V.

 

Tickets:

Tel.: 0180-1-344-276 (Festnetz 3,9 ct/Min, Mobil bis zu 42 ct/Min) oder unter

www.staatstheater-nuernberg.de