Israel Galván "Das Frühlingsopfer"

El gran Israel Galván!

"Das Frühlingsopfer" in der HebelHalle - UnterwegsTheater Heidelberg

Der Star des zeitgenössischen Flamenco bringt Flamenco und Strawinsky zusammen.

Heidelberg, 07/11/2022

Am 19. November, 2022 / 20 Uhr

Strawinskys Ballett Le Sacre du Printemps (Das Frühlingsopfer) und Flamenco-Tanz, beide geprägt von straffen und komplexen Rhythmen. Der Flamenco-Innovator Israel Galván bringt Flamenco und Strawinsky zusammen und tritt in die Fußstapfen des legendären ersten Choreografen / Tänzers des Sacre, Vaslav Nijinski. So wie Nijinskis berühmte Choreografie bei der Uraufführung 1913 für einen Skandal sorgte, erschüttern Galváns radikale Neuerungen den Flamenco in seinen Grundfesten.

„Dies ist mein Beitrag zu Strawinsky: Ich benutze meinen Körper als perkussives Instrument seiner Arbeit“,sagt Galván. Der „Nijinski des Flamenco“, wie er in den 1990er Jahren genannt wurde, wird in dieser Aufführung zu Nijinski. Mit seinem Körper als Resonanz-körper gibt er sich ganz dem Klavierauszug des Sacre hin, in dem der Rhythmus die treibende Kraft ist.

Die beiden ukrainischen, in Berlin lebenden Pianisten Darya Dadykina und Vitaliy Kyianytsia zählen zu  den Spitzentalenten unter den Nachwuchspianisten. Sie sind Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, beherrschen ein umfangreiches Repertoire mit Werken aller wichtigen Stilrichtungen der Klaviermusik von Barock bis zur jüngsten Moderne und verfügen über eine reiche Bühnenerfahrung. Sie verkörpern einen Künstlertypus, der die virtuose Beherrschung des Instrumentes nicht als Selbstzweck betrachtet, sonder als notwendiges Fundament für eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Intentionen des Komponisten und für die Darstellung des jeweiligen Werkes ansieht.

"Israel Galván destabilisiert sich mit einer eigenen Regelmäßigkeit, bietet sowohl fröhliche als auch strenge Shows und provoziert ohne jede absichtliche Provokation alle Arten von Schauern und Beben. Der Ausdruck einer sowohl inspirierten als auch genialen Freiheit und einer Bahn, die Kontinuität in Brüchen kultiviert und mit Strawinsky konsequent ihren Lauf nimmt. Angeleitet von den beiden Pianisten wird Galván hier zum ersten Mal mit einer Musikpartitur konfrontiert … Was nicht heißt, dass schon alles geschrieben ist. Für diese drei unerschrockenen Künstler, für diese Sucher unerzählter Geschichten, bietet Rite of Spring die verführerischsten Gefahren. Und sie wollen den musikalischen Koloss freilegen, um seine verrückten Knochen zu enthüllen, die allen Gesetzen der musikalischen Anatomie trotzen. Außerdem versuchen sie, die Essenz wiederzuerlangen, die Musik vor dem Papier. Das Neue zu finden und dabei den Text zu respektieren, wird so zu einer neuen Art von Wahnsinn…" (Lola Gruber)

Israel Galván wurde mit den renommiertesten Preisen wie dem Premio Nacional de Danza geehrt (Spanien), den New York Bessie Performance Award, den National Dance Award for Exceptional Artistik (Vereinigtes Königreich), 2016 wurde er in Frankreich zum Officier dans l'Ordre des Arts et des Lettres befördert. Israel Galván ist auch in einer Netflix-Dokuserie über Tanz namens Move zu sehen. Er ist assoziiert Künstler am Le Théâtre de la Ville, Paris.