VORANKÜNDIGUNGEN



Wuppertal

DAS STÜCK MIT DEM SCHIFF

Am 28. Januar 2022 präsentiert des Ensemble des Tanztheaters - nach coronabedingter Verlegung - Das Stück mit dem Schiff von Pina Bausch aus dem Jahr 1993 auf der Bühne des Opernhauses in Wuppertal.



Das Stück mit dem Schiff, vor 25 Jahren zuletzt in Saitama/Japan gespielt, wurde 2020/21 in einer altersgemischten Besetzung, aber überwiegend den Jungen des Ensembles neu einstudiert.


  • Taylor Drury Foto © Oliver Look
  • Christopher Tandy, Tsai-Chin Yu Foto © Uwe Stratmann
  • Alexander Lopez Guerra Foto © Oliver Look
  • Çağdaş Ermiş Foto © Uwe Stratmann

Es sind TänzerInnen, die Pina Bausch nicht mehr persönlich kennengelernt haben, die aber in diesem Arbeitsprozess gemeinsam mit Saar Magal, Niv Marinberg, Barbara Kaufmann, Héléna Pikon und Julie Stanzak ihre eigene Freiheit im Umgang mit der Choreographie wagen. So, wie Pina es wollte: „Am schönsten seid Ihr, wenn Ihr ihr selbst seid“. Sie werden in Zukunft die Stücke von Pina Bausch auf die Bühne bringen, sie werden Neues wagen, in anderen Konstellationen und - soweit möglich - begleitet von denjenigen, die die Stücke zusammen mit Pina Bausch kreiert haben, auch im konstruktiven Austausch mit externen KünstlerlInnen.

Der Vorverkauf startet am 3. Dezember 2021 um 10:00 Uhr, Tickets Kulturkarte +49 202 563 7666 Online: pina-bausch.de

Uraufführung Freitag 28. Januar 2022 um 19:30 Uhr. Weitere Aufführungen am Samstag 29. Januar um 19:30 Uhr und am Sonntag, 30. Januar um 16:00 Uhr. Bitte beachten Sie die geänderte Anfangszeit für Sonntag!


Das von zarter Melancholie, feinsinnigem Humor und großer Tanzlust geprägte Stück zeigt eine gestrandete Gesellschaft an einem verlassenen Ort, da, wo Menschen Rettung suchen. Ein Strand ohne Meer, ein Schiff ohne Wasser. Aus dem Alltag gerissen, zwischen Verletzlichkeit und Überlebenswillen, um sich selbst ringend, tanzen alle als ginge es um ihr Leben.
Auf bestimmte Weise nimmt Das Stück mit dem Schiff die heutige Realität in Teilen vorweg. Das eindrucksvolle Bühnenbild stammt von Peter Pabst - ursprünglich inspiriert von Bildern des Aralsees, wo aufgrund von klimatischen Veränderungen die Ufer bis zu 60 km zurückgingen und Schiffe auf dem Trocknen liegenblieben. Die Bühne ist bedeckt mit Sand, Dünen und einem gestrandeten Schiffskörper, der unter seiner Leitung original wiederhergestellt wurde.
Vogelstimmen, das Rauschen von Regentropfen, Geräusche des Urwalds und Harfenklänge, unterbrochen von heftigen Gewittern und drohendem Donner, begleiten Arien von Walther von der Vogelweide, Georg Friedrich Händel, Christoph Willibald Gluck sowie Musiken aus Renaissance und Mittelalter, Klänge aus Indien, Marokko, Namibia ..., zusammengestellt von Matthias Burkert.
Möglicherweise auch ein Pina Bausch Stück durchzogen von Erinnerungen an den kurz zuvor verstorbenen Hans Züllich, ehemaliger Kurt-Jooss Tänzer und Direktor der Folkwangschule, Ende einer Epoche – Aufbruch und Neuanfang?
Im Hinblick auf den Umgang und die Pflege des Erbes der Choreographin Pina Bausch wurden - wie schon 2019 bei Blaubart und bei Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen - Proben-, Besetzungs- und Aufführungspraxis und die Weitergabe von Rollen und Stücken reflektiert und neue Arbeitsweisen erprobt.

Für die Rekonstruktion von Das Stück mit dem Schiff konnte Intendantin Bettina Wagner-Bergelt die israelische Künstlerin Saar Magal und ihren Mitarbeiter, den weltweit erprobten Ballettmeister und Pädagogen Niv Marinberg gewinnen, die einen konstruktiven Außenblick auf die Produktion warfen und zusammen mit den Probenleiterinnen Barbara Kaufmann, Héléna Pikon, Julie Anne Stanzak diese Produktion auf die Bühne zurückbringen.
Saar Magal steht für einen eigenwilligen inszenatorischen Ansatz, bewegen sich ihre Produktionen doch in den Zwischenraümen von Choreographie, Oper, Schauspiel und Performance. Sie entwickelte Projekte unter anderem für die Batsheva Ensemble Dance Company, die Bayerische Staatsoper (Hacking Wagner), an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, sowie 2021 für das Schauspiel Frankfurt und das Burgtheater Wien. Sie arbeitete international mit den Regisseuren Krzysztof Warlikowski und Robert Woodruff zusammen und unterrichtet am Theatre Department der Harvard University sowie Tanz und Performance an Hochschulen in Israel und den USA.
Die Choreographin und Regisseurin entwickelte eigens für diesen Prozess eine Art Playground, in dem das tänzerische Material jedes Einzelnen dekonstruiert und wieder zusammengefügt wurde, um so eine neue kreative Freiheit der TänzerInnen im Umgang mit den vorgegebenen Choreographien, Beziehungen und Szenen zu gewinnen und eine Art Schaffensprozess zu simulieren.

Mit Emma Barrowman, Dean Biosca, Naomi Brito, Maria Giovanna Delle Donne, Taylor Drury, Çağdaş Ermiş, Jonathan Fredrickson, Chrisoph Iacono *, Ditta Miranda Jasjfi, Milan Nowoitnick Kampfer, Nayoung Kim, Yosuke Kusano*, Alexander Lopez Guerra, Blanca Noguerol Ramírez, Ekaterina Shushakova, Oleg Stepanov, Julian Stierle, Michael Strecker, Christopher Tandy, Tsai-Wei Tien, Aida Vainieri, Ophelia Young, Tsai-Chin Yu

Veröffentlicht am 03.12.2021, von Anzeige in Vorankündigungen

Dieser Artikel wurde 697 mal angesehen.



Kommentare zu "Das Stück mit dem Schiff"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



     

    AKTUELLE KRITIKEN


    VISUELLE FRAGILITÄT

    Die neuen Solo-Performances von Shiori Tara und Rita Mazza in einem Double-Bind bei den Berliner Tanztagen
    Veröffentlicht am 19.01.2022, von Greta Haberer


    LIEBE, SCHMERZ, MELANCHOLIE

    «Monteverdi», Christian Spucks jüngste Produktion für das Ballett Zürich, greift ans Herz
    Veröffentlicht am 17.01.2022, von Marlies Strech


    WENN DIE TANZZUKUNFT WINKT

    Zur Silvesterpremiere des Tanzabends „Rising“ im Nationaltheater Mannheim
    Veröffentlicht am 02.01.2022, von Isabelle von Neumann-Cosel



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    MERCE CUNNINGHAM CENTENNIAL

    Merce Cunningham Centennial heißt ein dem großen Choreographen gewidmeter Tanzabend, der am Freitag, 21.1. und am Samstag, 22.1.2022, jeweils um 19.30 Uhr auf den Pfalzbau Bühnen gastiert.

    Der 2009 im Alter von 90 Jahren verstorbene Tänzer und Choreograph Merce Cunningham war Teil der amerikanischen Tanzavantgarde, die die Aufbruchstimmung des modernen Amerika widerspiegelt.

    Veröffentlicht am 11.01.2022, von Anzeige

    MEISTGELESEN (30 TAGE)


    HOMMAGE AN EIN GENIE

    Ein Podcast und ein Roman für einen der bedeutendsten Choreografen des 20. Jahrhunderts: John Cranko

    Veröffentlicht am 14.06.2020, von Annette Bopp


    EIN KLASSIKER, NEU INTERPRETIERT

    „Dornröschen“ von John Neumeier beim Hamburg Ballett

    Veröffentlicht am 22.12.2021, von Annette Bopp


    KINDERBRILLE AUFSETZEN!

    Tanzplan veröffentlicht "Tanzkind" von Andrea Simon und Achim Reissner

    Veröffentlicht am 17.08.2021, von Sabine Kippenberg


    HELLMUTH MATIASEK FEIERT HEUTE SEINEN 85.GEBURTSTAG

    Pick bloggt über seinen langjährigen Intendanten Hellmuth Matiasek und reist in Gedanken von Rosenheim bis nach Japan

    Veröffentlicht am 15.05.2016, von Günter Pick


    WENN DIE TANZZUKUNFT WINKT

    Zur Silvesterpremiere des Tanzabends „Rising“ im Nationaltheater Mannheim

    Veröffentlicht am 02.01.2022, von Isabelle von Neumann-Cosel



    BEI UNS IM SHOP