VORANKÜNDIGUNGEN



Trier

„DER STURM“

Ballett von Roberto Scafati nach William Shakespeare am Theater Trier



Roberto Scafati inszeniert das Ballett in Zusammenarbeit mit demselben Team, das schon durch „Winterreise“ bekannt ist, sowie dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier unter der musikalischen Leitung von Wouter Padberg.


  • "Der Sturm" von Roberto Scafati Foto © Theater Trier
  • "Der Sturm" von Roberto Scafati Foto © Theater Trier
  • "Der Sturm" von Roberto Scafati Foto © Theater Trier

Roberto Scafati hat einen Stoff gewählt, der wie schon seine Winterreise eindringliche Bilder aus der Natur benutzt, um das Ringen des Menschen um seine Stellung in der Welt zu zeigen. Auch bei Shakespeare spielen Melancholie und Reflexion eine Rolle als Begleiter der Hauptpersonen. Diese verlieren sich allerdings nicht im Suchen und Sehnen, sondern gehen handelnd ihren Weg: teils angriffslustig, teils kopflos, teils impulsiv, teils zärtlich, in festen sozialen Rollen und doch lernwillig irren sie über eine einsame Insel, bis sie schließlich ihren Platz in einem harmonischen Schlusstableau finden.

Shakespeare braucht für seine Handlung weniger als einen halben Tag sowie Intrigen, ein Besäufnis, eine Liebesgeschichte – und eine Insel, die als Resonanzraum wirkt für Erinnerungen, Träume und Sinnestäuschungen, für das rätselhafte Treiben der Natur und das Schauspiel der Naturgeister. Hier strandet eine Gruppe Seereisender, die durch einen Sturm nicht nur Schiffbruch erleidet, sondern eine umfassende Erschütterung ihrer sozialen und politischen Ordnung, ihres Weltverständnisses und ihrer Wahrnehmung. Prospero, der auf die Insel ins Exil vertriebene Herzog von Mailand, Wissenschaftler und Magier, ist der Verursacher des Sturms, denn für ihn ist die Zeit gekommen, für sich und seine Tochter ihren Platz in der Gesellschaft zurückzuerobern. Am Ende gelingt es ihm, seine Tochter mit einem Prinzen zu vermählen, sich selbst mit dessen Vater zu verbünden, ihre Fürstentümer friedlich zu vereinen, dem eigenen Bruder zu verzeihen – und somit eine harmonische Ordnung der Welt wiederherzustellen. Denn die Kraft der Liebe vermag das menschliche Streben nach Freiheit mit seinem Bedürfnis nach Bindung zu versöhnen.

Mit den Mitteln des Tanzes erschaffen Roberto Scafati und sein Ensemble Charaktere, denen die Spannung zwischen ihrer anerzogenen Rolle und ihren Gefühlen anzumerken ist. Auch das choreografische Ausloten der Übergänge zwischen Harmonie und Chaos prägt die Probenarbeit. Musik spielt schon in der literarischen Vorlage eine Hauptrolle. In Trier begleitet das Philharmonische Orchester unter Wouter Padberg den Tanz, bereichert von elektronischen Klängen eines Auftragswerks von Davidson Jaconello. Das Bühnenbild von Yoko Seyama ist von großer Klarheit, aber auch Sinnlichkeit mit so unterschiedlichen Materialien wie feiner Gaze und grobem Hanf. Rosa Ana Chanzás Kostüme bilden ein fein abgestimmtes Gesamtbild und zeigen gleichzeitig eine große Bandbreite von der raffinierten Leichtigkeit der Luftgeister bis hin zur Ungezähmtheit des Inselbewohners Caliban.

Premiere: Samstag 09.10.2021, um 19:30 Uhr im Großen Haus des Theaters Trier
Weitere Termine:
So. 17.10.2021, um 19:30 Uhr
Fr. 22.10.2021, um 19:30 Uhr
Di. 11.01.2022, um 19:30 Uhr
Karten unter www.theater-trier.de

Choreografie & Inszenierung: Roberto Scafati
Libretto: Roberto Scafati & Eva Wagner
Musik: Davidson Jaconello (Kompositionsauftrag) u. a.
Musikalische Leitung: Wouter Padberg
Bühne: Yoko Seyama
Kostüme: Rosa Ana Chanzá
Dramaturgie: Eva Wagner
Mit: Francesco Aversano, Sofia Emanuela Cappelli, Vittoria Carpegna, Peng Chen, Laura Evangelisti,
Leonardo Germani, Damien Nazabal, Morgan Perez, Giulia Pizzuto, Giorgio Strano, Prima Tha-rathep, Mad¬hav Davide Valmiki

Philharmonisches Orchester der Stadt Trier

Veröffentlicht am 06.10.2021, von Anzeige in Vorankündigungen

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Kommentare zu "„Der Sturm“"



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